Mitten in der Nacht

Schüsse an Universität in Arizona - Ein Toter

Flagstaff - Bei Schüssen an einer Universität im US-Staat Arizona sind ein Mensch getötet und drei verletzt worden. Die Situation soll inzwischen beruhigt worden sein. 

Erneut ist bei einer Schießerei an einer US-Universität ein Mensch getötet worden. Rund eine Woche nach dem Amoklauf in einem College in Oregon erschoss ein Student bei einer nächtlichen Auseinandersetzung auf einem Uni-Gelände im Bundesstaat Arizona am Freitag einen Mitstudenten und verletzte drei weitere, wie die Polizei mitteilte. Der 18-Jährige Schütze wurde festgenommen.

Die Schießerei ereignete sich am frühen Freitagmorgen auf dem Gelände der Northern Arizona University in der Stadt Flagstaff. Der erste Notruf ging um 01.20 Uhr (Ortszeit) bei der Polizei ein. Nach Polizeiangaben war es auf dem Uni-Gelände zu einer "Konfrontation" zwischen zwei Gruppen von Studenten gekommen.

Der Streit habe sich zu einer gewaltsamen Auseinandersetzung entwickelt, sagte der Chef der Campuspolizei, Gregory Fowler, vor Journalisten. Schließlich habe einer der Studenten eine Waffe gezogen und auf vier seiner Kommilitonen geschossen. Einer von ihnen sei tot, die drei anderen seien mit Schussverletzungen ins Krankenhaus gebracht worden.

Motiv noch unklar

Der mutmaßliche Schütze, der 18-jährige Erstsemester Steven Jones, wurde festgenommen. Worum es bei dem Streit ging, ist nach Polizeiangaben noch unklar. Der Schütze kooperiere aber mit den Ermittlern.

Wie eine Uni-Sprecherin dem Fernsehsender CNN sagte, war es auf dem Parkplatz eines Wohnheims zu der Auseinandersetzung gekommen. An der Northern Arizona University sind rund 20.000 Studenten eingeschrieben. Auf dem Campus sind Waffen verboten.

Studenten berichteten, sie seien in der Nacht von einer Warnmeldung der Universität und von Anrufen besorgter Angehöriger und Freunde geweckt worden. Die Universität hatte Bewohner des Wohnheims Mountain View Hall mit Textmeldungen aufgefordert, im Haus zu bleiben. "Damit rechnest du in Flagstaff nicht", sagte die Studentin Megan Aardahl, deren Zimmer in unmittelbarer Nähe des Tatorts liegt, CNN. "Ich hätte nicht gedacht, dass so etwas hier passieren könnte."

Erst am Donnerstag vergangener Woche hatte ein 26-jähriger Student bei einem Amoklauf im Umpqua Community College in Roseburg im Bundesstaat Oregon neun Menschen getötet und sich dann selbst erschossen. Laut Polizei wurden 14 Waffen im Besitz des Amokschützen gefunden, davon allein sechs am Tatort.

Immer häufiger Schießereien an Universitäten und Schulen

US-Präsident Barack Obama hatte nach dem Amoklauf in Roseburg seinem Frust über die seiner Meinung nach zu lockeren Waffengesetze freien Lauf gelassen. Er sei verärgert, dass Schießereien in den USA mittlerweile "zu einer Art Routine" geworden seien, sagte Obama. Um etwas dagegen zu tun, müssten aber die Gesetze geändert werden.

In den USA hatte es in den vergangenen Jahren häufiger Schießereien an Schulen und öffentlichen Einrichtungen gegeben. Bei dem bislang blutigsten Amoklauf an einer US-Hochschule starben im Jahr 2007 an der Virginia Tech in Blacksburg mindestens 33 Menschen, darunter der Täter.

Obama war in der Vergangenheit jedoch immer wieder mit Initiativen für schärfere Waffengesetze im Kongress gescheitert, wo vor allem die Republikaner nicht am in der Verfassung verankerten Recht auf Waffenbesitz rütteln wollen. Am Freitag wollte Obama nach Oregon reisen und dort Angehörige der Opfer treffen.

AFP

Rubriklistenbild: © dpa

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