„Schuld. Haltet die Rettungswege frei!!!!!“

Hochwasser-Katastrophe: Etliche Vermisste in kleinem Ort - doch Schaulustige behindern Rettungsarbeiten

  • Patrick Mayer
    VonPatrick Mayer
    schließen

Die Ortschaft Schuld im Landkreis Ahrweiler am Rande der Eifel wird von der Hochwasser-Katastrophe besonders schwer getroffen. Schaulustige behindern die Suche nach Vermissten.

München/Schuld (Ahr) - Es war in der Hochwasser-Katastrophe befürchtet worden: Die Eifel würde in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag (15. Juli) besonders schwer von der Flut getroffen werden. Und genauso ist es gekommen. Besonders schlimm erwischte es den Landkreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz, und in diesem das 660-Einwohner-Örtchen Schuld.

Hochwasser in der Eifel: Tote und Vermisste in der Ortschaft Schuld in Rheinland-Pfalz

Die traurige Bilanz am Donnerstagmorgen: Sechs Häuser sind durch die Überschwemmungen und die Schlammlawinen in Schuld eingestürzt, mindestens vier Menschen sind dort, am Rande der Eifel, beim Unwetter gestorben. Und: Stand Donnerstagmittag, 12 Uhr, galten laut Polizeiangaben nach wie vor 70 Menschen in und rund um die Ortschaft als vermisst. Im Landkreis Ahrweiler wurde der Katastrophenfall ausgerufen. Es gebe weitere Vermisstenmeldungen aus dem gesamten Landkreis. Die Zahl der Toten stieg im Verlauf des Tages.

Weil Zufahrtsstraßen durch Geröll, Schlamm und/oder verkeilte Autos versperrt sind, lief die Rettung zu diesem Zeitpunkt hauptsächlich über die Luft. So waren laut Welt live Hubschrauber der Polizei in Zusammenarbeit mit dem Technischen Hilfswerk (THW) im Einsatz. Demnach wurden Einwohner von den Dächern ihrer Häuser gerettet, oder per Helikopter versorgt. Die Bundeswehr schickte auf Anfrage der Landesregierung 200 Soldaten zur Unterstützung.

Schuld Eifel.jpg

Unterdessen versuchten Feuerwehr, Polizei und weitere Rettungskräfte die Straßen zu der kleinen Ortschaft freizuräumen. Aber: Das gestaltete sich nicht nur wegen des Unwetters und der folgenden Schäden als äußerst schwierig. Denn: Wie die Polizei berichtete, behinderten offenbar Schaulustige die Rettungs- und Bergungsarbeiten zeitgleich massiv. So schrieb die Polizei Koblenz bei Twitter: „Schaulustige behindern den Rettungseinsatz im Bereich #Schuld. Bitte haltet die Rettungswege frei!!!!!“

Hochwasser in der Eifel: Schlimme Verwüstungen in Schuld an der Ahr - Schaulustige verärgern

Derweil zeigten Drohnenaufnahmen das Ausmaß der Verwüstung in der Eifel-Gemeinde Schuld. An dieser entlang fließt die Ahr, ein Nebenfluss des Rheins. Diese war am Mittwoch innerhalb weniger Stunden massiv mit Wasser angeschwollen, der Pegel stieg rasant, was für das tragische Hochwasser in dem kleinen Tal - umgeben von Hügeln - in Rheinland-Pfalz gesorgt hatte. (pm)

Rubriklistenbild: © Christoph Reichwein/TNN/dpa

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare