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Im Militärprozess um den Amoklauf auf dem US-Militärstützpunkt Fort Hood ist der frühere Armeepsychiater Nidal Hasan in allen Anklagepunkten schuldig gesprochen worden.

Militärprozess um Amoklauf

Todesschützen von Fort Hood: Schuldspruch

New York - Im Militärprozess um den Amoklauf auf dem US-Militärstützpunkt Fort Hood ist der frühere Armeepsychiater Nidal Hasan in allen Anklagepunkten schuldig gesprochen worden.

Die Geschworenen sahen es am Freitag als erwiesen an, dass Hasan im November 2009 auf dem Stützpunkt im Bundesstaat Texas 13 Menschen erschossen und mehr als 30 weitere verletzt hatte. Dem 42-jährigen Major, der sich zu der Tat bekannt hat, droht die Todesstrafe.

"Die Beweise werden eindeutig zeigen, dass ich der Schütze bin", hatte Hasan zu Prozessbeginn Anfang August erklärt. Der Soldat mit palästinensischen Wurzeln hatte nach eigenen Angaben auf seine Kameraden geschossen, weil diese in einem "illegalen Krieg" in Afghanistan gegen Muslime kämpfen würden. Während der zweieinhalbwöchigen Verhandlung schwieg der Angeklagte, der sich selbst verteidigte, die meiste Zeit. Eine Jury aus 13 Armeeoffizieren erklärte ihn nun des 13-fachen Mords und 32-fachen versuchten Mords für schuldig.

US-Soldat muss für Afghanistan-Massaker in Haft

Wegen der Ermordung von 16 afghanischen Zivilisten ist unterdessen ein US-Unteroffizier zu lebenslanger Haft ohne Bewährung verurteilt worden. Ein Militärgericht in der Nähe von Seattle legte am Freitag das Strafmaß für den Feldwebel Robert Bales fest. Bales hatte im Juni seine Schuld eingeräumt, um der Todesstrafe zu entgehen. Das Blutbad gilt als eines der schlimmsten Kriegsverbrechen im Afghanistan-Konflikt.

Der heute 40-jährige Bales war in der Nacht des 11. März 2012 zwei Mal von einem US-Außenposten in der südafghanischen Provinz Kandahar zu Massakern in umliegende Dörfer aufgebrochen. Unter den insgesamt 22 Toten und Verletzten waren zahlreiche Frauen und Kinder. Mehrere der Leichen zündete Bales an.

Vor dem Abschluss des Prozesses hatte sich der zweifache Familienvater am Donnerstag für die Tat entschuldigt. Ihm tue es "wirklich, wirklich leid", was er den Angehörigen angetan habe, sagte Bales. Die sechs Geschworenen auf dem Militärstützpunkt berieten am Freitag weniger als zwei Stunden über das Strafmaß.

afp

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