Mainz: Schulkinder steigen mit Mundschutzmasken in einen überfüllten Bus.
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Mainz: Schulkinder steigen mit Mundschutzmasken in einen überfüllten Bus.

„Dadurch werden künftig verstärkt ...“

Corona: Experte prophezeit viele infizierte Schulkinder - und fatale Nebeneffekte

  • Patrick Mayer
    VonPatrick Mayer
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Ein Epidemiologe warnt vor vielen mit dem Coronavirus infizierten Kindern durch den Start der Schulen. Auch für die Kontrolle der Corona-Pandemie in Deutschland sei das sehr schlecht.

München - Das Coronavirus und die daraus resultierende Lungenkrankheit Covid-19: Auch zum Schulstart in Bayern am 8. September und in Baden-Württemberg zum 14. September sind diese Begriffe freilich allgegenwärtig.

Damit gehen in allen Bundesländern die Kinder nach dem Corona-Lockdown wieder zur Schule, wenn auch in unterschiedlicher Ausprägung und Gestaltung des Unterrichts - samt Regeln zu Mundschutzmasken.

Schulstart in der Corona-Pandemie: In Bayern und Baden-Württemberg gehen Kinder wieder in die Schule

Ein Epidemiologe hat zur Öffnung der Schulen in zwei der bevölkerungsstärksten Bundesländer vergleichsweise viele Infektionen mit dem Erreger SARS-CoV-2 bei Kindern prophezeit.

„Dadurch werden künftig verstärkt sehr junge Menschen betroffen sein, die bisher intensiv geschützt und aus dem Infektionsgeschehen herausgehalten worden sind“, erklärte Prof. Dr. Ralf Reintjes von der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg dem Nachrichtenportal FOCUS Online: „Sie werden jetzt vermehrt exponiert. Der Altersdurchschnitt wird dadurch noch deutlich nach unten gehen.“

Der Altersdurchschnitt der Infizierten ist gemeint. Dem Bericht zufolge sank dieser zuletzt von im Schnitt 52 Jahren (April) auf 36 Jahre. Laut Reintjes ergeben sich Folgeeffekte, die die Kontrolle der Corona-Pandemie in Deutschland und den Überblick über diese weiter erschweren.

Schule und Corona: Experte befürchtet viele Infektionen bei Kindern mit dem Coronavirus

„Je weiter sich das Virus bei jungen Menschen verbreitet, desto stärker und diverser verbreitet es sich in der Gesellschaft“, meinte der Hochschul-Professor weiter: „Je weniger Symptome Infizierte zeigen, desto weniger Überblick haben wir darüber, wer wirklich infiziert ist.“ Die vermeintlichen Folgen: Maßnahmen würden weniger zielgerichtet, Einschätzungen schwieriger.

Nach einem Corona-Gipfel hatten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder kürzlich bekräftigt, dass die konstante Öffnung der Schulen und die Gewährleistung des Unterrichts für Kinder in den kommenden Monaten zu den obersten Prioritäten zähle. Die Gefahr einer Infektion mit dem Coronavirus lindert das nicht. Der Pharmakonzern AstraZeneca hat bei der Entwicklung eines Corona-Impfstoffs die entscheidende Testphase gestoppt, weil ein Proband erkrankt ist. (pm)

In Spanien steigt die Zahl der Corona-Todesfälle deutlich an. Auch in Frankreich lässt sich ein besorgniserregender Trend erkennen.

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