Zwei Schulkinder tragen dicke Winterjacken und Mützen auf dem Weg zum Unterricht.
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Sibirische Verhältnisse in Deutschland: Schulkinder und Lehrer sollen sich im Herbst und Winter auf kalte Klassenzimmer einstellen (Symbolfoto)

Pullis, Schals und Decken für den Winter

„Zieht euch warm genug an“: Schulen bereiten sich vor - Drastische Corona-Maßnahme für Schüler und Lehrer

  • Martina Lippl
    vonMartina Lippl
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Schule in Coronazeiten ist schon besonders. Im Herbst und Winter müssen sich Schüler in Deutschland für den Unterricht im Klassenzimmer warm anziehen.

  • In der Coronavirus*-Pandemie gelten in Schulen besondere Corona-Regeln.
  • Im Herbst und Winter müssen Schüler und Lehrer mit einer weiteren Maßnahme klarkommen.
  • Das Thema Lüften gilt als das „A und O“ im Klassenzimmer. Doch das hat Folgen für Schüler und Lehrer.

Berlin - Um das Risiko einer Coronainfektion in Innenräumen zu verringern, ist zu den bekannten AHA-Regeln (Abstand wahren, Hygieneregeln beachten und Alltagsmasken) der Buchstabe „L“ hinzugekommen. Das „L“ steht für Lüften. Frische Luft durch das sogenannte „Stoßlüften“ ist nach Ansicht von Experten eine der wirksamsten Methoden, virushaltige Aerosole aus Innenräumen zu entfernen. Die Innenraumlufthygiene Kommission (IRK) am Umweltbundesamt hat eigens eine umfangreiche Empfehlung für geeignete Lüftungsmaßnahmen in Innenräumen auch für Klassenräume herausgegeben.

Unterricht im Corona-Winter: Dicke Pullover, Schals und Decken im Klassenzimmer

Richtiges Lüften ist das A und O“, sagte die Chefin des Deutschen Philologenverbandes Susanne Lin-Klitzing in der Bild (hinter Bezahlschranke) „Für die kalten Monate werden dicke Pullover, Schals und Decken zur Grundausstattung der Schülerinnen und Schüler gehören.“ Lehrer und Schüler müssten auf das „Zwiebelprinzip“ setzen, um nach und nach dickere Kleidungsstücke ausziehen zu können.

Lin-Klitzing warf den Kultusministern vor, zu spät mit den Planungen für die kalten Monate begonnen zu haben. „Sonst hätten die Schulen beispielsweise auch Plexiglasscheiben zwischen den Schülern aufstellen können“, sagte die Verbandschefin.

Einige Schulen in Deutschland bereiten sich auf die kalte Jahreszeit vor. Laut Bild dürfen Schülerinnen und Schüler an einem Gymnasium in Düsseldorf im Unterricht Handschuhe und Winterjacken tragen.

Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) hat sich in einem Brief an die Schüler im Land gewandt, berichtet ndr.de. Darin stellt er die Schülerinnen und Schüler auf kühle Klassenzimmer nach den Herbstferien ein. „Seid also bitte darauf vorbereitet, dass es zwischendurch etwas kühler wird und zieht euch warm genug an bzw. habt eine Jacke oder einen Pullover zum Überziehen dabei“, heißt es in dem Schreiben.

Lehrerverband: Auch Schulen könnten Corona-Hotspots werden

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, warnte in der Passauer Neuen Presse davor, dass sich die Schulen zu Corona-Hotspots entwickeln könnten. Corona-Infektionen würden jetzt auch von Schulen und Schülern ausgehen.

„Die von manchen Politikern ständig wiederholte Behauptung, man brauche sich wegen des Infektionsgeschehens an Schulen keine Sorgen zu machen und die bislang wenigen Infektionen würden hauptsächlich von außen in die Schulen getragen, lässt sich aktuell nicht mehr aufrechterhalten“, sagte Meidinger. Es gebe jetzt eine Reihe von Fällen in Deutschland, wo nicht nur Infektionen innerhalb der Schulen wahrscheinlich seien, sondern wo tatsächlich das Infektionsgeschehen sogar von Schulen und Schülern ausgehe. (ml) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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