Schul-Drama: Vater schießt Sohn (8) in den Kopf

St. Pölten - Ein Vater hat in Österreich seinem achtjährigen Sohn in dessen Schule in den Kopf geschossen und sich später selbst getötet. Hintergrund der furchtbaren Tat ist wohl ein Familienstreit.

Der 37-jährige Familienvater war am Freitagmorgen gegen 8.30 Uhr in der Volksschule Wagram in St. Pölten, 50 Kilometer westlich von Wien, erschienen. Nach Angaben der Polizei holte er den Jungen aus der Klasse, ging mit ihm in eine Garderobe und schoss ihm dort in den Kopf. Danach flüchtete er mit dem Auto.

Der schwerverletzte Junge wurde sofort von Sanitätern versorgt, die zufällig in der Schule waren. Nach fünf Minuten traf ein Notarzt ein, der das Kind künstlich beatmete. Der Achtjährige kam mit lebensgefährlichen Verletzungen in ein Krankenhaus, wo er notoperiert wurde. Sein Zustand sei derzeit "sehr kritisch", sagte ein Sprecher vom Landeskriminalamt NÖ gegenüber orf.at. Die siebenjährige Schwester des Jungen, die die gleiche Schule besucht, blieb unversehrt.

Das Auto des Vaters wurde geborgen

Die Polizei leitete eine Großfahndung nach dem Vater ein. Er war laut Polizei schon früher aufgefallen, weil er gewalttätig war. Vor wenigen Tagen war er demnach aus der Wohnung der Familie verwiesen worden. Mit Hilfe der Handyortung fand sie den Mann nach einer Stunde tot in dem auf dem Dach liegenden Auto. Die Leiche hatte eine tödliche Kopfschusswunde. Unklar war zunächst, ob der Mann sich während der Fahrt erschoss und das Auto sich dann überschlug oder ob er erst einen Unfall verursachte und sich dann tötete.

Die meisten Kinder in der Schule bekamen von der Tat nichts mit. Die Schulbehörde schickte nach der Tat rund ein Dutzend Psychologen und Mitarbeiter der Krisenintervention in die Schule, um die Kinder zu betreuen. Eltern holten ihre Kinder wenig später ab, teilweise mit verweinten Gesichtern.

Nach Einschätzung der Krisenpsychologin Eva Münker-Kramer sind etwa 85 Prozent der Täter, die Familienmitglieder töten, Männer. Der Tat gehe meist ein emotionaler Eskalationsprozess voraus, sagte sie der österreichischen Nachrichtenagentur APA. Der Täter könne es nicht ertragen, keinen Zugang mehr zu den Kindern zu haben oder er wolle mit einem Angriff auf das eigene Kind die Mutter bestrafen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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