„Zum Ausgleich der Defizite“

Corona: Wie geht es mit den Schulen weiter? Lauterbach will Sommerferien rigoros kürzen - Streit droht

  • Patrick Mayer
    VonPatrick Mayer
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Noch immer ist nicht geklärt, wie es mit den Schulen nach dem 10. Januar weitergeht. SPD-Mann Karl Lauterbach macht einen spektakulären Vorschlag - und ist mit seinem Ansatz nicht allein.

München/Berlin - Es sind knifflige Zeiten. Der harte Corona-Lockdown legt weite Teile des gesellschaftlichen Lebens in Deutschland lahm, während der Impf-Start gegen Covid-19 eher holprig verläuft.

Und: Obwohl der Lockdown längst bis (mindestens) 10. Januar terminiert war, war bis zum 29. Dezember noch immer eine Frage nicht geklärt: Wie geht es mit und in den Schulen nach diesem Datum weiter?

SPD-Gesundheitsexperte: Karl Lauterbach.

Coronavirus-Pandemie in Deutschland: Wie geht es mit den Schulen nach dem 10. Januar weiter?

Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Berlin - in sämtlichen Bundesländern hatte es ab Mitte Dezember zu unterschiedlichen Terminen verlängerte Weihnachtsferien für Schüler und Lehrer gegeben. Eher Notfalllösungen statt einer langfristig durchdachten Strategie in der ohnehin herausfordernden Corona-Pandemie.

Ein Mann, der in der Coronavirus-Krise omnipräsent seine Meinung kundtut, äußerte sich nun auch zu diesem Punkt - mit einem gewagten Vorstoß: SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach.

Coronavirus-Pandemie in Deutschland: Karl Lauterbach fordert verkürzte Sommerferien

„Nach dem Lockdown darf es keine Rückkehr zum regulären Präsenzunterricht geben. Maske, Lüften plus 30 Kinder geht nicht, ansonsten droht wieder exponentielles Wachstum der Infektionszahlen“, sagte der 57-jährige Sozialdemokrat der Rheinischen Post - und forderte „bundesweit geteilte Klassen, zusätzliche Unterstützung für Lernschwächere, ausnahmslose Maskenpflicht in den Schulgebäuden und verkürzte Sommerferien zum Ausgleich der Defizite“.

Verkürzte Sommerferien? Ein solches Szenario hatte vor Kurzem schon der Deutsche Kinderschutzbund ins Spiel gebracht und sich im Gegenzug für eine Verlängerung der Weihnachtsferien bis Ende Januar ausgesprochen.

Corona-Pandemie in Deutschland: Weihnachtsferien an Schulen bis Ende Januar?

Lauterbachs Sorge mit Blick auf das Infektionsgeschehen in Schulen kommt indes nicht von ungefähr: Wie Der Tagesspiegel nach Weihnachten berichtete, ist zum Beispiel ein großer Corona-Ausbruch an einer Hamburger Schule aus dem September auf Ansteckungen in den Klassenzimmern zurückzuführen.

Konkret: Das Heinrich-Pette-Institut (HPI) und das Uniklinikum Eppendorf hatten in Kooperation mit dem Gesundheitsamt Hamburg-Nord einen Ausbruch an der Heinrich-Hertz-Schule untersucht.

Das Ergebnis: „Die überwiegende Mehrzahl der Übertragungen ist höchstwahrscheinlich auf eine einzige Infektionsquelle zurückzuführen. Die Möglichkeit, dass der Ausbruch aus unabhängigen Einträgen resultiert, kann mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden.“

Karl Lauterbach: Schulen sollen nach dem 10. Januar wegen Corona nur schrittweise öffnen

Jetzt fordert Karl Lauterbach, Schulen und Klassenzimmer nach dem 10. Januar nur schrittweise zu öffnen. Just Hamburg zog am selben Tag, dem 29. Dezember, nach und stellte alle Schüler bis mindestens 17. Januar vom Präsenzunterricht frei.

Streit über die Corona-Schulpolitik ist wahrscheinlich. So hatte sich die baden-württembergische Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) dafür ausgesprochen, zumindest Kitas und Grundschulen „in jedem Fall wieder“ in Präsenz zu öffnen. (pm)

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