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Booster sinnvoll? Studie zur Impfung zeigt: Schutz nach drei Monaten signifikant schwächer

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Von: Anna Lorenz

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Die Nahaufnahme zeigt eine Frau, die ein Pflaster auf dem Arm hat und in einen Impfpass sieht.
Wie sinnvoll ist der Booster? Eine neue Studie zum Impfstoff von Biontech/Pfizer bringt ernüchternde Ergebnisse. © Christophe Papke Westend61/imago

Eine aktuelle Studie zum Vakzin von Biontech/Pfizer bringt ernüchternde Ergebnisse: Die Schutzwirkung gegen einen schweren Verlauf von Corona nimmt nach drei Monaten deutlich ab.

Pasadena – Doppelt geimpft und nach drei Monaten geboostert, so lautet bisher die Trias im Kampf gegen das Coronavirus. Während mittlerweile einige Menschen bereits das vierte Mal ein Vakzin gegen Covid-19 injiziert bekommen haben, schützt sich die überwiegende Zahl der Bürger hierzulande momentan mit drei Impfungen gegen einen schweren Verlauf. Gerade in Anbetracht der hochansteckenden Virusvariante Omikron raten auch Politik und Experten dringend zu einem stets aktuellen Impfschutz. Ein Einwurf von Kritikern, damit eine Endlosschleife des Impfens zu provozieren, wird nun von einer Studie aus dem Fachjournal „The Lancet Respriatory Medicine“ befeuert.

Schutz gegen Omikron: Corona-Impfung von Biontech nach drei Monaten deutlich weniger effektiv

„Covid-19-Auffrischimpfungen mit Pfizer/Biontech verbessern den Schutz gegen Omikron signifikant, obwohl dieser Schutz nach drei Monaten gegen Besuche in der Notaufnahme und sogar gegen Krankenhausaufenthalte nachzulassen scheint“, so das Fazit der Epidemiologin Sara Y. Tartof. Sie hatte als Hauptautorin die Studie begleitet, die vom kalifornischen Unternehmen Kaiser Permanente, das im Bereich Gesundheitsvorsorge und Krankenversicherungsschutz tätig ist, durchgeführt und von Pfizer finanziert wurde. Die Studie wertete für den Zeitraum vom Dezember 2021 bis Februar dieses Jahres 11.123 Krankenhauseinweisungen und Besuche in der Notaufnahme, die nicht zu einer Krankenhauseinweisung wegen einer akuten Atemwegsinfektion führten, aus.

Die Forscher fanden heraus, dass die dreimalige Impfung mit Biontech in Hinblick auf die Omikronvariante zu 85 Prozent vor Verläufen, die eine Krankenhauseinweisung erforderlich machen, schützt. Nach diesem Zeitraum fiel die Schutzwirkung aber signifikant ab; nur etwa die Hälfte (55 Prozent) der Geboosterten musste nicht klinisch betreut werden.
Parallel verhielten sich die Fälle von Notaufnahme-Einweisungen: Lag die Zahl bei Geboosterten, deren Impfung noch nicht drei Monaten her war, noch bei 23 Prozent, wurden 47 Prozent der Erkrankten, deren Impfung schon ein Vierteljahr oder länger zurücklag, in die Notaufnahme eingeliefert. Bei der Delta-Variante war das Verhältnis ähnlich, jedoch wurde die Wirksamkeit zu jedem Zeitpunkt höher eingeschätzt als bei der Omikron-Variante.

U.S.-Studie: Impfen gegen Omikron – Bringt der Booster Schutz vor dem Coronavirus?

Im Ergebnis belegte die Studie, dass binnen der ersten drei Monate nach der Impfung mit dem Vakzin von Biontech der Schutz vor einem schweren Verlauf im Falle einer Infektion mit der Omikron-Variante deutlich höher war als nach Ablauf dieser Periode. Ein Basisschutz zeichnet sich aber dennoch ab. Wie dieses Video zeigt, verkürzt der Booster die Symptome einer Corona-Infektion außerdem massiv:

Die STIKO empfiehlt in Hinblick auf das Abnehmen der Antikörper bereits seit Längerem deshalb einen zweiten Booster für Menschen ab 70 Jahren beziehungsweise jene mit bestimmten Vorerkrankungen. Obwohl die allgemeine Impfpflicht in Deutschland zunächst passé erscheint, rät auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) dringend zu einer Viertimpfung für Personen über 60 Jahren. Immun machen könne die Impfung zwar nicht; doch selbst kritische Stimmen aus der Wissenschaft weisen darauf hin, dass der Impfschutz definitiv sinnvoll und wichtig ist. (askl)

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