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Hadeel Karboutly mit ihrem Mann: „Am liebsten würde ich mein Baby in einer sicheren Umgebung zur Welt bringen.“

Leben im Kriegsgebiet

Schwanger in Aleppo: „Ich habe Angst“

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Aleppo - Hadeel Karboutly (30) ist im neunten Monat schwanger – und sitzt in Aleppo fest. Mitten im Kriegsgebiet leitet sie eine Nothilfe-Kita der SOS-Kinderdörfer. Ein Gespräch über ihre größten Sorgen.

-Wie geht es Ihnen?

Ich weine sehr viel. Und ich mache mir immerzu Sorgen um mein Kind: Ist es noch gesund? Ich möchte zum Arzt, nachsehen lassen, ob es ihm gut geht. Doch es ist nicht sicher in der Kinderklinik von Aleppo. Sie wurde mehrfach beschossen – ein sehr gefährlicher Ort. Kürzlich schlug auch eine Gewehrkugel in mein Schlafzimmer ein. Das erinnert mich daran, wie schnell man sterben kann.

-Was heißt es, in einer belagerten Stadt zu leben?

Ich habe Angst – jeden Tag. Ich höre Gewehrschüsse und Bomben. Ich habe viele Nächte nicht geschlafen. Wenn die Bomben und Granaten niedergehen, erschüttert das jedes Mal meinen Körper. Als vor einiger Zeit die Opposition Reifen verbrannte, um Luftangriffe schwieriger zu machen, bedeckten schwarzer Rauch und Flammen den Himmel. Ich konnte nicht atmen! Ich hatte Angst, der schwarze Rauch könnte in die Lungen meines Babys gelangen. Ich legte mir ein Stück Tuch vor Mund und Nase, aber das funktionierte nicht.

-Das Baby soll ja bald kommen ...

Und ich frage mich ständig: Finde ich noch eine nicht zerstörte Klinik, wenn es losgeht? Wird diese Klinik über Elektrizität verfügen? Wo bekomme ich Milch und Windeln her? Diese Gedanken sind für mich schrecklich. Aber ich kann nicht aufhören, darüber nachzudenken. Wie soll ich nur meinem Kind ein normales Leben bieten?

-Was macht Ihnen im Alltag noch zu schaffen?

Es gibt kaum sauberes Wasser! Dabei ist das Wasser aus den noch funktionierenden Brunnen die Hauptquelle für Trinkwasser in Aleppo. Es ist sehr kalkhaltig und verursacht viele Gesundheitsprobleme, Magenschmerzen und Hautprobleme ...

-Wie kommen Sie denn an Essen?

Wir müssen auf den Markt – aber dort ist es sehr unsicher. Oft gehen Granaten nieder und töten Menschen. Es gibt auch noch Läden und einzelne Supermärkte. Einen Tag vor gut zwei Monaten werde ich nie vergessen: Mein Mann und ich gingen zu einem Supermarkt in einem Nachbarviertel. Als wir hinkamen war gerade eine Granate explodiert – mitten im Supermarkt! Viele Menschen wurden getötet. Wenn wir nur fünf Minuten früher losgelaufen wären, wären wir jetzt auch tot.

-Was wünschen Sie sich am meisten?

Am liebsten würde ich mein Kind in einer sicheren Umgebung zur Welt bringen. Alles andere ist unwichtig!

Zusammenfassung: Barbara Nazarewska

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