Abtreibung wider Willen

Schwangere Frauen vergiftet: Babys tot

Klagenfurt - Heimlich verabreichte Medikamente lösten bei zwei schwangeren Frauen Fehlgeburten aus. Jetzt wurde eine Bekannte der Opfer verurteilt. Sie soll den Tod der Babys gewollt haben.

Weil sie ihre schwangere Schwägerin und eine ebenfalls schwangere Freundin vergiftet haben soll, stand am Mittwoch eine 26-jährige Bürokauffrau vor dem Landesgericht Klagenfurt. Wie das Onlineportal diepresse.com berichtet, habe sie den beiden Frauen ein Fehlgeburten auslösendes Medikament ins Getränk gemischt. Die ungeborenen Babys beider Frauen starben.

Nach zwei Fehlgeburten im Jahr 2010 soll die Angeklagte an Depressionen gelitten haben. Als sie von den Schwangerschaften ihrer Schwägerin und ihrer besten Freundin erfuhr, fasste sie den folgenschweren Entschluss. Sie verabreichte den Frauen ein Präparat, das sie selbst nach ihren Fehlgeburten verschrieben bekam und Gebärmutterkrämpfe zur Folge hat. "Ich konnte es nicht ertragen, dass die beiden Kinder bekommen, die mit meinem aufgewachsen wären", sagte die Mutter einer heute dreieinhalb Jahre alten Tochter vor Gericht.

Zwei Jahre nach den Taten legte sie ihr Geständnis schriftlich ab. Die 26-Jährige wurde jetzt wegen eines Schwangerschaftsabbruches gegen den Willen der Mütter - wie es juristisch heißt - zu 18 Monaten Haft, vier davon unbedingt, verurteilt. Laut Richterin Michaela Sanin treffe die Angeklagte die besonders schwere Schuld, denn "sie hat auf beispiellose und heimtückische Weise den Ungeborenen das Leben genommen."

Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig, da die Verteidigung Berufung und Nichtigkeit anmeldete. Thomas di Vora, Verteidiger der Klagenfurterin, wolle gegen die Verurteilung wegen absichtlich schwerer Körperverletzung vorgehen. In der Folge der Fehlgeburten war bei beiden Frauen eine Kürettage unter Narkose notwendig. Dieser Eingriff sei laut di Vora aber eine typische Folge der Abtreibung und nicht gesondert als absichtliche schwere Körperverletzung zu werten. Mit dieser Frage wird sich nun die nächste Instanz befassen.

Die beiden zur Abtreibung gezwungenen Frauen bekommen von der Angeklagten insgesamt 16.500 Euro Schmerzensgeld.

msa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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