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Spurensicherung am Mittwoch vor der Beratungsstelle des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Saarbrücken, in der zuvor ein Syrer nach einem Streit einen Berater erstach.

In Flüchtlings-Therapiezentrum

Nach Messerattacke: Hilfe für schwangere Freundin des Opfers

Ihr Freund wurde am Mittwoch von einem Flüchtling getötet. Nun soll die schwangere Freundin des getöteten Psychologen Hilfe vom Deutschen Roten Kreuz erhalten. Der Täter ist vermutlich schuldunfähig.

Saarbrücken - Nach dem gewaltsamen Tod eines Flüchtlingsbetreuers in Saarbrücken hat das Deutsche Rote Kreuz (DRK) Hilfe für seine schwangere Freundin zugesagt. „Natürlich werden wir die Familie unterstützen“, sagte die Leiterin des Psychosozialen Zentrums für Flüchtlinge und Migranten, Rabea Pallien, am Freitag. In dem Zentrum war der Psychologe am Mittwoch im Dienst erstochen worden. Der mutmaßliche Täter, ein 27-jähriger Syrer, hatte sich nach der Tat selbst verletzt und konnte noch nicht vernommen werden.

Sobald es sein Gesundheitszustand erlaube, solle er von dem Saarbrücker Klinikum in ein psychiatrischen Krankenhaus in Merzig gebracht werden, sagte Oberstaatsanwalt Christoph Rebmann. Damit sei in den nächsten Tagen zu rechnen. Die Hintergründe der Tat seien noch unklar. Klar sei aber: „Der Vorwurf wird Mord sein.“

Staatsanwaltschaft geht von Schuldunfähigkeit aus

Die Staatswaltschaft geht davon aus, dass der Syrer schuldunfähig war, weil er an unter anderem an einer schweren Persönlichkeitsstörung und Halluzinationen leidet. In dem Zentrum werden auch traumatisierte Flüchtlinge behandelt.

Der Tod des 30-Jährigen habe bundesweit große Anteilnahme ausgelöst, sagte Pallien. Das Zentrum mit rund 30 Mitarbeitern an zwei Standorten sei derzeit geschlossen, solle aber im Laufe in der nächsten Woche wieder öffnen. Ob es nach der Tat Konsequenzen in der täglichen Arbeit geben werde, müsse noch besprochen werden. Aber: „Es ist ganz klar, wir sind eine offene Beratungsstelle. Da kann man auch nicht viel dran ändern“, sagte Pallien.

dpa

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