+
Inmitten der Empörung über die Tötung mehrerer Schwarzer durch Polizisten in den USA ist im Bundesstaat Georgia ein Schwarzer für den Mord an einem weißen Polizisten hingerichtet worden.

Er bekam die Giftspritze

Schwarzer Polizistenmörder in USA hingerichtet

Georgia - Robert Wayne Holsey soll einen Polizisten ermordert haben. Deshalb wurde er mit einer Giftspritze hingerichtet. Und das inmitten der Proteste.

Inmitten der Empörung über die Tötung mehrerer Schwarzer durch Polizisten in den USA ist im Bundesstaat Georgia ein Schwarzer für den Mord an einem weißen Polizisten hingerichtet worden. Robert Wayne Holsey wurde am Dienstagabend (Ortszeit) für tot erklärt, nachdem dem 49-Jährigen eine Giftspritze verabreicht worden war. In Missouri wurde ebenfalls ein verurteilter Mörder hingerichtet, nachdem der Gouverneur eine Umwandlung der Todesstrafe abgelehnt hatte.

Holsey wurde um 22.51 Uhr für tot erklärt, wie die Strafvollzugsbehörden in Georgia mitteilten. Er war 1995 wegen des Mordes an einem 26-jährigen Polizisten zum Tode verurteilt worden. Seine derzeitigen Verteidiger hatten immer wieder ein haarsträubendes Verfahren beklagt - ohne Erfolg. Sie verwiesen darauf, dass ihr Mandant geistig unzurechnungsfähig sei und aufgrund seiner schweren Kindheit auf mildernde Umstände hätte plädieren können.

Der 49-Jährige war in dem Verfahren 1995 jedoch von einem weißen Anwalt vertreten worden, der chronischer Alkoholiker war, Schwarze rassistisch beleidigte und kurz nach dem Todesurteil gegen Holsey selbst wegen Betruges hinter Gittern landete. Die Hinrichtung Holseys fällt in eine Zeit, da die USA von einer Welle der Empörung über den Tod von fünf Schwarzen durch Polizeigewalt erschüttert wird. Bislang wurde keiner der weißen Täter gerichtlich belangt.

Am Dienstag wurde in den USA die Kampagne "Post Ferguson" gestartet, die eine Abschaffung der Todesstrafe fordert. Die Todesstrafe habe keinen Platz in "einem zivilisierten Strafrecht", erklärte die Anwaltsvereinigung NACDL. Ihr Direktor Norman Reimer sagte, niemand wisse besser als die Verteidiger, wie fehlbar die Justiz sei. "Sie ist voller menschlicher Fehler auf allen Ebenen und hält rassistische und ethnische Ungleichheit aufrecht", sagte Reimer.

Ungeachtet der Proteste wurde im Bundesstaat Missouri ein weitere Mann wegen Mordes hingerichtet. Der 48-jährige Paul Goodwin wurde am Mittwochmorgen um 1.25 Uhr in Bonne Terre für tot erklärt, wie die Strafvollzugsbehörden mitteilten. Missouris Gouverneur Jay Nixon hatte es abgelehnt, die Strafe umzuwandeln. Goodwin wurde 1998 dafür zum Tode verurteilt, eine 68-Jährige mit einem Hammer erschlagen zu haben, nachdem er versucht hatte, sie sexuell zu missbrauchen.

Es war die letzte Hinrichtung, die für dieses Jahr angesetzt war. Damit wurden 2014 in den USA insgesamt 35 Menschen exekutiert. Im vergangenen Jahr wurden 39 Todesurteile vollstreckt.

AFP

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Erdbeben in Mexiko: Hilferufe per WhatsApp - schon über 200 Tote
Vor genau 32 Jahren kamen bei einem Erdbeben fast 10.000 Menschen in Mexiko ums Leben. Am Jahrestag bebt es wieder heftig in dem Land. Es gibt viele Todesopfer. …
Erdbeben in Mexiko: Hilferufe per WhatsApp - schon über 200 Tote
Gaffer von Motorradunfall stellt sich der Polizei
Zu Wochenbeginn hatte ein Gaffer, der am Sonntag einen Motorradunfall filmte statt zu helfen, für große Empörung gesorgt.  Nun hat sich der Mann gestellt.
Gaffer von Motorradunfall stellt sich der Polizei
Wissenschaftler: Lage der Sprache Deutsch ist gut
Berlin (dpa) - Das oft fehlerhafte Schreiben in Chats und Messenger-Diensten beeinträchtigt das Schreiben anderer Textsorten aus Sicht einer Expertin bislang kaum.
Wissenschaftler: Lage der Sprache Deutsch ist gut
Dreieinhalb Jahre Haft im Prozess um Entführung eines UN-Mitarbeiters
Der Prozess, in dem eine Beteiligung an der Entführung eines UN-Mitarbeiters verhandelt wurde, ist beendet. Der Angeklagte muss dreieinhalb Jahre ins Gefängnis.
Dreieinhalb Jahre Haft im Prozess um Entführung eines UN-Mitarbeiters

Kommentare