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Ein Streit über zu laute Musik eskalierte: Jordan Davis wurde von Michael Dunn (kleines Bild) erschossen.

Mann schuldig gesprochen

Schwarzer Teenie wegen zu lauter Musik erschossen

Miami - Die Tötung eines unbewaffneten schwarzen Jugendlichen sorgt seit 2012 in den USA für Wirbel. Nun hat ein Gericht in Florida den weißen Angeklagten schuldig gesprochen - doch nicht wegen Mordes.

Wegen der Tötung eines unbewaffneten schwarzen Jugendlichen hat ein Geschworenengericht im US-Bundesstaat Florida einen weißen Angeklagten schuldig gesprochen. Die Jury verurteilte den 47-jährigen Michael Dunn jedoch nicht wegen Mordes, sondern wegen versuchten Mordes. Außerdem wurde Dunn in drei anderen Anklagepunkten wegen versuchten Mordes mit bedingtem Vorsatz schuldig gesprochen, weil er auf drei weitere Teenager geschossen hatte. Diese hatten überlebt.

Dunn hatte angegeben, er habe sich bedroht gefühlt, weshalb er im November 2012 an einer Tankstelle in Jacksonville das Feuer auf die im Auto sitzenden Jugendlichen eröffnet habe. Laut Polizei hatte sich Dunn über zu laute Musik aus deren Geländewagen beschwert.

Die zwölf Geschworenen konnten sich während ihrer viertägigen Beratungen nicht auf eine Verurteilung wegen Mordes einigen. Richter Russell Healey forderte die Jury daraufhin auf, noch einmal eine Einigung zu versuchen, was jedoch nicht gelang. Daher erklärte Healey die Mordanklage für ergebnislos. Dennoch drohen dem Angeklagten mindestens 60 Jahre Haft. Er hatte zehn Patronen auf das Auto gefeuert.

Der prominente Bürgerrechtsaktivist Al Sharpton kritisierte das Urteil als "enttäuschend". Es trage nicht der Tatsache Rechnung, "dass ein Mensch gestorben ist". Davis' Vater Ron sagte, Dunn werde während seiner langen Haftzeit "lernen, dass er die Tötung meines Sohnes bereuen muss". Es gebe viele Jugendliche, die auf der Straße Angst haben müssten. Wenn sie in einen Streit gerieten, werde ihre Tötung als "Kollateralschaden" angesehen. Diese Jugendlichen "sollten eine Stimme haben".

Letzte Worte aus der Todeszelle

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Der Prozess gegen Dunn wurde von Bürgerrechtlern aufmerksam verfolgt. Er erinnerte an den Fall des 17-jährigen Schwarzen Trayvon Martin, der im Februar 2012 in Florida von dem Nachbarschaftswächter George Zimmerman getötet worden war. Ein Geschworenengericht sprach den Schützen wegen Notwehr frei. Er hatte ausgesagt, er habe sich durch den Teenager bedroht gefühlt. Martin trug allerdings keine Waffe bei sich. Der Fall hatte eine Rassismusdebatte ausgelöst.

afp

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