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Die Aufnahme des Frederick C. Gillett Gemini North Telescope vom August 2012 zeigt die Ringgalaxie NGC 660.

Zum ersten Mal live 

Schwarzes Loch beim "frühstücken" beobachtet

Wales - Das hat man zuvor noch nie live gesehen: Forscher haben in einer fernen Galaxie im Sternbild Fische ein erwachendes Schwarzes Loch sozusagen beim "Frühstücken" beobachtet.

In der 42 Millionen Lichtjahre von unserem Sonnensystem entfernten Galaxie NGC 660 verschluckte ein aktiv werdendes Schwarzes Loch gewaltige Mengen Gas und Staub und stieß zugleich einen Materie-Strahl aus, wie Wissenschaftler am Donnerstag auf einem Astronomen-Kongress in Wales berichteten. Das Schwarze Loch war womöglich Millionen von Jahre inaktiv und wurde nun beim Aufwachen beobachtet - ein Glücksfall für die Forscher.

Die Chancen, ein Schwarzes Loch beim Erwachen zu beobachten, stünden eigentlich "ziemlich schlecht", sagte Studienleiterin Megan Argo vom Jodrell Bank Centre for Astrophysics der Universität Manchester der Nachrichtenagentur AFP. "Es ist das erste Mal, dass wir so etwas so nahe an unserem eigenen Sonnensystem in Echtzeit sehen."

2012 beobachteten Wissenschaftler mit Hilfe eines in Puerto Rico stehenden Radioteleskops, dass die Galaxie NGC 660 in nur wenigen Monaten hunderte Male heller wurde - ein "höchst ungewöhnliches Ereignis", wie Argo sagte. Unklar war zunächst, ob das Phänomen auf die Explosion eines Sterns oder auf ein Schwarzes Loch zurückzuführen war.

Schwarzes Loch verschluckt Gas, Staub und Sterne

Argos Team schloss deswegen eine Reihe weiterer Radioteleskope in Großbritannien, den Niederlanden, Russland, China und Südafrika zusammen, um so ein genaueres Bild zu bekommen. Sie fanden im Zentrum von NGC 660 ein "sehr helles Objekt".

"Inaktive Schwarze Löcher geben nicht viel Strahlung ab, wir können sie nur anhand der Anziehungskräfte ausmachen, die sie auf die Umlaufbahnen von Sternen um sie herum haben", erklärte die britische Royal Astronomical Society in einer Erklärung. "Aber das Schwarze Loch in NGC 660 ist jetzt sehr gut sichtbar." Während ein aktives Schwarzes Loch Gas, Staub und Sterne verschlucke, katapultiere es zeitgleich Materie in einem Strahl ins All - was die Forscher mit ihren Radioteleskopen festhielten.

Aktiviert wurde das Schwarze Loch vermutlich, als ihm Materie wie Gas und Staub zu nahe kam und durch die Anziehungskraft angesogen wurde. Unklar ist, wie lange das Schwarze Loch aktiv bleiben wird - das hängt davon ab, wie viel "Futter" ihm bleibt.

afp

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