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Hohe Temperaturen fordern unseren Körper heraus: Ein Mann wischt sich mit einem Stofftuch über den Kopf. Foto: Sebastian Kahnert/Archiv

Schweiß und Ruhe: So reagiert der Körper auf Hitze

Trockene Lippen, feuchte Stirn: Hohe Temperaturen fordern unseren Körper heraus. Wie geht er damit um?

Berlin (dpa) - Schön für die, die bei warmem Wetter in klimatisierten Räumen sind. Der Rest muss mit der Hitze klarkommen. Doch warum ist uns eigentlich zu heiß, und wie reagiert der Körper darauf? Einige Fragen und Antworten:

Die durchschnittliche Körpertemperatur liegt bei rund 37 Grad. Als Außentemperatur ist das den meisten Menschen aber zu viel. Warum?

Der Mensch verbrennt Energie, beispielsweise um seine Muskeln zu bewegen. Bei diesen Prozessen entsteht immer auch Wärme, die den Körper aufheizen würde. Da das nicht gut ist, muss die Wärme raus. Das geht über einen Austausch mit der kühleren Luft: Sie wird etwas wärmer, der Körper etwas kühler. Je mehr sich Körper- und Außentemperatur aber gleichen, desto schlechter klappt dieser Mechanismus.

Warum überhitzen wir bei hohen Temperaturen dann nicht?

Der Körper hat verschiedene Tricks, um mit der Hitze klarzukommen. So möchte er sich nicht mehr so viel bewegen. "Man wird nicht faul, sondern der Körper sagt: Produzier nicht so viel Wärme, sonst wird das System überlastet", sagt Professor Andreas Matzarakis vom Zentrum für Medizin-Meteorologische Forschung des Deutschen Wetterdienstes. Auch das Schwitzen bewahrt uns vor dem inneren Überhitzen.

Was bringt Schwitzen?

"Schwitzen ist die beste Erfindung", sagt Matzarakis. Dabei sorgt der Körper dafür, dass sich Wasser auf der Haut sammelt: Schweißperlen entstehen. Dieses Wasser verdunstet dann. Der Clou: Die Umwandlung des Wassers in Dampf kostet Energie. Die liefert der Körper selbst, indem er wiederum Wärme abgibt. "Je mehr geschwitzt wird, desto mehr wird gekühlt."

Warum schwitzen Menschen unterschiedlich viel?

Der Stoffwechsel ist nicht bei jedem Menschen gleich. "Jeder hat einen anderen Grundumsatz", erklärt Dermatologe Jörg Faulhaber, der sich schwerpunktmäßig auch mit übermäßigem Schwitzen beschäftigt. "Der eine ist ein bisschen hibbeliger, der andere cooler." Wird mehr Wärme im Körper erzeugt, muss auch mehr Wärme raus. Aber auch Faktoren wie das Körpergewicht haben einen Einfluss.

Schwitzen Dicke mehr?

In der Regel ja. "Durch Schwitzen versucht der Körper, die Kerntemperatur niedrig zu halten", sagt Faulhaber. Dickere Menschen hätten einen höheren Energieumsatz. Sie produzieren mehr Wärme. Die Folge: "Fettleibige schwitzen mehr."

Empfinden Menschen je nach Weltregion Hitze anders?

Ja. So antworten Menschen in verschiedenen Ländern sehr unterschiedlich auf die Frage nach der perfekten Temperatur, wie Matzarakis herausgefunden hat. In Tansania fühlten sich die Menschen bei 25 bis 29 Grad am wohlsten, in Israel bei 24 bis 25 Grad und in Deutschland bei 20 bis 23 Grad. Das hat auch mit dem Stoffwechsel zu tun. "Es gibt eine Anpassung an die atmosphärischen Bedingungen."

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