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Schweiz kippt Quarantäneregeln und will alle Corona-Maßnahmen aufheben

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Von: Jonas Raab

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Masken sollen in der Schweiz bald ausgedient haben.
Masken sollen in der Schweiz bald ausgedient haben. Der Bundesrat brachte das Ende aller Corona-Maßnahmen auf den Weg. © Dean Pictures/imago

Die Schweizer Regierung kippt die Quarantäne-Regeln und bringt das Ende aller Corona-Schutzmaßnahmen auf den Weg. Ein Gesundheitsökonom warnt sogar vor zu langem Festhalten an den Regeln.

Bern - Die Eidgenossen nehmen sich Dänemark zum Vorbild: In zwei Wochen will sich die Schweiz quasi aller Corona-Regeln entledigen – und das, obwohl die Infektionszahlen dort deutlich höher liegen als in Deutschland. Die ersten Lockerungen greifen schon ab Donnerstag (3. Februar).

Erstmals seit Beginn der Pandemie gilt in der Schweiz dann keine Quarantänepflicht mehr für Menschen, die mit Infizierten in Kontakt waren. Aufgrund der sehr hohen Ansteckungszahlen habe die Quarantäne an Bedeutung verloren, teilte die Schweizer Regierung am Mittwoch (2. Februar) mit. Wer selbst infiziert ist, muss sich weiterhin isolieren. Zudem beschloss die Regierung den Wegfall der Homeoffice-Pflicht weg. Am 16. Februar will die Schweizer Regierung dann richtig ernst machen und den Corona-Exit beschließen.

Die Schweiz will alle Corona-Regeln aufheben - Angst vor „zivilem Ungehorsam“

Im Vorfeld der wegweisenden Bundesratssitzung erklärte der Schweizer Infektiologe Andreas Widmer bei 20min.ch: „Das rasche Aufheben sämtlicher Maßnahmen führt fast zu einer natürlichen Immunisierung. So kommen wir endlich aus dieser Pandemie.“ Eine Auffassung, die auch deutsche Virologen vertreten.

Der Gesundheitsökonom Heinz Locher sagte, dass die aktuellen Maßnahmen in keinem Verhältnis mehr zur Entwicklung der Pandemie stünden. „Baut der Bundesrat die Maßnahmen nur schrittweise ab, wird die Bevölkerung mit zivilem Ungehorsam reagieren“, warnte Locher.

Schweiz plant den Corona-Exit: Diese zwei Varianten schlägt die Regierung vor

Am 16. Februar soll dann nach Konsultationen mit den Kantonen die endgültige Entscheidung über das Ende aller Corona-Schutzmaßnahmen gefällt werden. Die Regierung hat bereits zwei Vorschläge ausgearbeitet, über die dann abgestimmt werden soll.

So plant die Schweiz ihren Corona-Exit: Variante eins sieht ein Ende praktisch sämtlicher Maßnahmen ab dem 17. Februar vor, wenn die Ansteckungszahlen und die Krankenhausbelegungen mit Covid-Patienten sinken. Infizierte müssten sich dann aber weiter isolieren.

Schweiz will sich von allen Corona-Regeln verabschieden - trotz aktueller Horror-Inzidenz

Variante zwei sieht eine schrittweise Rücknahme der Maßnahmen vor. Zunächst würde die 2G-Regel in Restaurants fallen, als letztes die Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr. Am 16. Februar soll auch entschieden werden, ob bei der Einreise die Testpflicht für nicht geimpfte oder genesene Menschen sowie die Kontaktdatenerhebung aufgehoben werden.

Innerhalb von 24 Stunden meldete das schweizerische Bundesamt für Gesundheit am Mittwoch gut 41.000 neue Corona-Fälle. Das ist berechnet auf 100.000 Einwohner fast doppelt so viel wie in Deutschland. Die 14-Tage-Inzidenz, die angibt, wie viele Neuinfektionen es pro 100.000 Einwohner innerhalb von 14 Tagen gab - lag bei 5354. In Deutschland geben die Behörden eine Sieben-Tage-Inzidenz an. Sie lag am Mittwoch bei 1227,5. Der Umgang mit der hochansteckenden Omikron-Variante ist in Europa grundverschieden. (jo/dpa)

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