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Snowboarder stürzt in Alpen-Gletscherspalte: Handy-Funktion rettet ihm das Leben

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Von: Martina Lippl

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View for Allalinhorn 4027 m, in heavy wind, Pennine Alps, Sass-Fee, Valais, Wallis, Switzerland. (Danuta Hyniewska)
Die Schweizer Alpen sind bei Snowboardern und Wintersportlern beliebt (Symbolfoto). © Danuta Hyniewska/imago

Beim Snowboarden ist ein Mann in eine Gletscherspalte gestürzt - abseits der Piste. Sein Smartphone rettet ihm das Leben, obwohl der Akku nur noch drei Prozent hatte.

Sass Fee - Ein Snowboarder ist dem eisigen Tod entkommen - er hatte unfassbares Glück. Der passionierte Snowboarder war allein in den Walliser Bergen unterwegs. Abseits der Piste stürzte der Fitnesscoach in eine versteckte Gletscherspalte. Der Brite Tim Blakey (41) landete nach eigenen Angaben fünf Meter tief auf einer zerbrechlichen Schneebrücke. Eine lebensgefährliche Situation. Jederzeit hätte der kleine Vorsprung in der Spalte einbrechen können. Dazu herrschte eisige Kälte.

Unfassbares Glück in den Bergen: Snowboarder stürzt in Gletscherspalte - Er hatte kaum noch Akku

Sein Smartphone hatte nur noch drei Prozent Akku. Blakey musste schnell nachdenken, um sein Leben zu retten. Dann erinnerte sich der 41-Jährige an die eingebaute SOS-Funktion in seinem iPhone. Fünfmal drückte er die Seitentaste an seinem Handy. Damit setzt der Snowboarder einen Notruf ab und sendet gleichzeitig seinen Standort. Alle im Telefon als Notfallkontakte gespeicherte Nummern werden per Textnachricht informiert, dass ein Notfall vorliegt. Was für ein Glück im Unglück: In der Gletscher-Spalte fünf Meter unter dem Eis hat sein Handy in diesem Moment eine 3G-Verbindung.

Der örtliche Rettungsdienst in der Schweiz wurde sofort informiert: „Der Alarm kam über die Einsatzzentrale Sitten zu mir – ich kriege dann jeweils die Koordinaten aufs Handy, werde mit dem Heli abgeholt und zum Unfallort gebracht“, erzählt Rettungsspezialist und Bergführer Michael Schwarzl (54) im Blick. Der Brite sei fast unverletzt gewesen. Mit einem einfachen Flaschenzug habn ein Schweizer Bergrettungsteam den verunglückten Snowboarder aus der Spalte gezogen.

Snowboarder spricht über Sturz in Gletscherspalte - „Nie wieder solo“

Der Sturz in die Gletscherspalte und besonders die Rettung lässt Tim Blakey seit dem nicht mehr los. Die Wertschätzung für sein Leben habe sich seit dem dramatisch geändert, schreibt der Fitnesscouch auf in einem Post auf Instagram.

„Michael und sein Team haben mir buchstäblich das Leben gerettet. Ich bin immer noch ratlos, wie ich es ihm und den Rettungsdiensten jemals zurückzahlen soll“, so Blakey. Er werde daran arbeiten. „Vielleicht besteht der erste Schritt darin, das Bewusstsein für die erstaunliche Arbeit dieser Jungs am Berg zu schärfen und anderen bewusst zu machen, nicht so nachlässig zu sein wie ich.“ Blakey gesteht, dass er die Gefahr des Gletschers als langjähriger Snowboarder unterschätzt habe. Er sei oft allein abseits der Piste unterwegs gewesen und dazu noch ohne Ortskenntnis. „Nie wieder solo“ - heißt sein Motto als Snowboarder für die Zukunft. Auch seinen Eltern verspricht er das „nie wieder zu tun“.

Versteckte Gefahr - Kantonspolizei Wallis warnt ausdrücklich vor Gletscherspalten

Wintersportler gehen auf ihren Touren aus Unkenntnis große Risiken ein, warnte die Kantonspolizei Wallis nach zwei Todesfällen schon Anfang des Jahres. „Die Gletscher sind offen und besonders tückisch mit sehr dünnen und brüchigen Schneebrücken, die unter dem Gewicht eines Alpinisten oder Skifahrers leicht brechen können.“ Schneebrücken würden durch die wiederholten Überquerungen der Wintersportler schnell schwächer.

In den Schweizer Alpen sind die Einsätze der Bergretter oft dramatisch. Schön, wenn es ein Happy End nach einer fast aussichtslosen Suchaktion gibt: Bei einem Spaziergang ruft eine Urlauberin zum Spaß ein Echo ins Tal. Es ist ein Ruf mit Folgen.(ml) Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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