Die Schweizer Nationalfahne weht bei strahlendem Sonnenschein nahe dem Eggishorn bei Fiesch (Wallis) in der Schweiz
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Im Hintergrund der Schweizer Nationalflagge ist der Große Aletschgletscher, Herzstück des UNESCO-Weltnaturerbes Schweizer Alpen Jungfrau - Aletsch, zu sehen

Mehrsprachige Alpenrepublik

Schweiz: Geschichte, Politik, Bevölkerung und Geografie

Die Schweiz hat eine föderale Staatsstruktur. Sie besteht aus verschiedenen Kantonen, die unterschiedliche Selbstverwaltungsrechte wahrnehmen.

  • Die heutige Schweiz entwickelte sich als Staat aus den eidgenössisch organisierten Kantonen. Heute ist das Land eine demokratische Republik, in der die Bürger verschiedene basisdemokratische Mitbestimmungsmöglichkeiten nutzen können.
  • Die Schweiz besteht aus 26 Kantonen, die in den Regionen Mittelland, Alpen, Voralpenland sowie Jura liegen.
  • Die Bevölkerung der Schweiz lebt in unterschiedlichen Sprachräumen. Das Land hat mit Italienisch, Deutsch und Französisch drei Amtssprachen.

Seelisberg – Am 1. August 1291 schlossen sich die drei Urgemeinden der Schweiz auf dem Rütli, einer Bergwiese am Urner See, zur ersten Eidgenossenschaft zusammen. Heute begeht die Bevölkerung in jedem Jahr am 1. August den Schweizer Nationalfeiertag.

Die Schweiz: Die Geschichte in der Vor- und Frühzeit

Bereits in der Altsteinzeit kam es im Gebiet der heutigen Schweiz zu ersten Besiedlungen. Nach dem Ende der letzten Eiszeit besiedelten Pfahlbauern die Regionen um die Seen des Schweizer Mittellandes. In der Eisenzeit ließen sich hier zusätzlich Kelten nieder. Auch im heutigen Kanton Wallis wurden erste Bauern sesshaft. In der römischen Antike bildeten die folgenden Volksstämme die Bevölkerung der Schweiz:

  • Helvetier im Mittelland
  • Lepontier im Tessin
  • Seduner im Wallis und am Genfer See
  • Raetler in der Ostschweiz

Das Römische Reich eroberte das Gebiet um den Beginn der heutigen Zeitrechnung und machte es zum Teil seines Herrschaftsgebietes. Im Zuge der Integration der Schweiz ins Römische Reich wurden die Bewohner romanisiert. Während der Spätantike erfolgte die Christianisierung, Bischofssitze wurden unter anderem in den folgenden Städten errichtet:

  • Genf
  • Basel
  • Lausanne
  • Chur

Nach dem Untergang des Römischen Reichs fielen die germanischen Burgunder und Alemannen in das Schweizer Mittelland ein.

Die Schweiz: Das Mittelalter

Im Laufe der Geschichte nach dem Ende der Zugehörigkeit zum Römischen Reich bildeten sich die drei Urkantone Schwyz, Uri und Unterwalden heraus. Diese litten wie die übrigen Regionen der Schweiz unter der Herrschaft der Habsburger und bekämpften diese in zahlreichen Schlachten. Im Jahre 1291 schlossen sich die Urkantone zur Alten Eidgenossenschaft zusammen. Im Jahre 1315 unternahm Leopold I von Österreich einen Feldzug gegen die Eidgenossen, der an deren erbittertem Widerstand scheiterte. Zum Schutze ihrer Unabhängigkeit vom Hause Habsburg traten die folgenden Kantone im 14. Jahrhundert der Eidgenossenschaft bei:

  • Zürich
  • Luzern
  • Glarus
  • Bern
  • Zug

Gemeinsam mit den drei Urkantonen ergaben sie die Organisation der Acht Alten. Im weiteren Verlauf der Geschichte schlossen sich weitere Kantone der Eidgenossenschaft an, unter anderem Basel und Tessin sowie Thurgau. Die Eidgenossenschaft dehnte sich nach Norditalien aus, um eine Sicherung der Alpenpässe zu erreichen.

Die Schweiz: Der Beginn der Neuzeit

Zu Beginn des 16. Jahrhunderts geriet die Schweiz in Auseinandersetzungen zwischen Spanien, Frankreich, Venedig und dem Papst. Um von diesen Streitereien nicht in Mitleidenschaft gezogen zu werden, entschieden sich die Eidgenossen für die bis heute bestehende Neutralität.

In dieser Epoche wurden Teile der Schweiz vom Theologen Ulrich Zwingli reformiert. Es kam zu langwierigen, zum Teil auch kriegerisch geführten Auseinandersetzungen mit den Katholiken. Diese führte aufseiten der Reformatoren ab 1941 Johannes Calvin an, der die Reformierte Kirche gründete. Im 30-jährigen Krieg bewahrte die Schweiz ihre Neutralität und erreichte nach dessen Ende im 1648 geschlossenen Westfälischen Frieden die Ausgliederung des Staates aus dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Damit war die Unabhängigkeit der Schweiz verbrieft.

Die Schweiz: Vom Ende des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart

Nach der Französischen Revolution besetzten französische Truppen im Mai 1798 das Gebiet der Schweiz. Dort gründeten sie die Helvetische Republik und gliederten sie als Tochterrepublik in das französische Staatsgebiet ein. Anders als die zuvor bestehende Eidgenossenschaft handelte es sich bei dieser Republik um einen modernen und zentral organisierten Staat. In diesem wurden die folgenden Neuerungen eingeführt:

  • Bekenntnis- beziehungsweise Religionsfreiheit
  • einheitlicher Währungs- und Wirtschaftsraum
  • Gleichheit vor dem Gesetz

Aufgrund massiver Unruhen innerhalb und zwischen verschiedenen Kantonen kehrte Napoleon im Jahr 1803 zu einer föderalistischen Ordnung der Schweiz zurück. Der Wiener Kongress legte 1815 die Grenzen der Schweiz neu fest und verpflichtete das Land zu immerwährender Neutralität. Mit der Bundesverfassung erfolgte 1948 die Umwandlung der Schweiz in einen modernen Bundesstaat. Die Macht der Kantone wurde dabei zugunsten der Zentralregierung zurückgedrängt.

Während die Schweiz im Ersten Weltkrieg ihre Neutralität bewahrte, kam es im Zweiten Weltkrieg zu einer Mobilmachung, jedoch nicht zu Kampfhandlungen. In der Nachkriegszeit entwickelte sich die Schweiz zu einem wohlhabenden Industriestaat. Der Staat behielt weiterhin seine Sonderstellung innerhalb Europas und ist bis heute weder NATO- noch EU-Mitglied.

Die Schweiz: Staatliche Ordnung und Politik

In der Schweiz gilt die Verfassung in ihrer reformierten Version aus dem Jahr 1999. Der Staat ist als republikanischer Bundesstaat organisiert. In der Schweiz hat die Bevölkerung das Recht, sich über verschiedene Formen der direkten Demokratie an wichtigen Entscheidungen des Staates zu beteiligen, dazu gehören Referenden und Initiativen.

Die Schweiz setzt sich aus folgenden Kantonen zusammen:

  • Zürich
  • Luzern
  • Bern
  • Uri
  • Schwyz
  • Obwalden
  • Nidwalden
  • Glarus
  • Zug
  • Freiburg
  • Solothurn
  • Basel-Stadt
  • Basel-Landschaft
  • Schaffhausen
  • Appenzell Ausserrhoden
  • Appenzell Innerrhoden
  • St. Gallen
  • Graubünden
  • Aargau
  • Thurgau
  • Tessin
  • Waadt
  • Wallis
  • Neuenburg
  • Genf
  • Jura

Die 26 Kantone besitzen im Vergleich zu anderen europäischen Bundesstaaten große Entscheidungskompetenzen, sie sind in diesen Formen organisiert:

  • Vernehmlassung
  • Ständerat
  • Ständemehr

Auf bundesstaatlicher Ebene übernimmt die Bundesversammlung die Funktion der Legislative. Die Exekutive wird vom Bundesrat mit sieben Bundesräten beziehungsweise Ministern ausgeübt. Die stimmberechtigten Bürger wählen die Bundesversammlung, die wiederum den Ministerpräsidenten und die Bundesräte wählt.

In der Schweiz bestimmen im Wesentlichen die folgenden Parteien das politische Leben:

  • Schweizerische Volkspartei SVP
  • Sozialdemokratische Partei der Schweiz SP
  • FDP Die Liberalen
  • Christlichdemokratische Volkspartei CVP
  • Grüne Partei der Schweiz
  • Die grünliberale Partei der Schweiz

Die Schweiz: Die Geografie und große Städte

Die Schweiz ist ein Binnenstaat in den Alpen. Das Staatsgebiet erstreckt sich über eine Fläche von 41.285 Quadratkilometern. Die Geografie des Landes weist eine natürliche Gliederung in die folgenden Zonen auf:

  • Alpen
  • Voralpen
  • Jura
  • Mittelland

Die Besiedlung der Schweiz entwickelte sich vor allem im Mittelland, das als Becken zwischen dem Jura und den Alpen liegt. Mit rund 207 Personen pro Quadratkilometer ist die Schweiz ähnlich dicht besiedelt wie Deutschland. Besonders eng ist die Besiedlung im Mittelland, hier beträgt sie 450 Personen pro Quadratkilometer.

Die Schweiz grenzt an die folgenden Nachbarstaaten:

  • Deutschland
  • Italien
  • Frankreich
  • Österreich
  • Liechtenstein

Bern ist die Hauptstadt der Schweiz. Die Stadt liegt im Mittelland und hat knapp 135.000 Einwohner. Darüber hinaus gibt es diese größeren Städte in der Schweiz:

  • Zürich mit 415.000 Einwohnern
  • Genf mit knapp 202.000 Einwohnern
  • Basel mit knapp 173.000 Einwohnern

Weitere Großstädte sind Lausanne, Winterthur, Luzern und St. Gallen.

Die Schweiz: Bevölkerung und Sprachen

In der Schweiz leben gegenwärtig (Stand 2020) rund 8,6 Millionen Einwohner. Der Staat hat seit vielen Jahrzehnten eine starke Zunahme der Bevölkerung zu verzeichnen. So hatte die Alpenrepublik im Jahr 1900 lediglich 3,3 Millionen Einwohner, im Jahre 1950 waren es 4,7 Millionen. Diese demografische Entwicklung ist vor allem auf Einwanderung zurückzuführen.

Die Lebenserwartung lag im Jahre 2018 bei knapp 82 Jahren für Männer und mehr als 85 Jahren für Frauen. Damit belegte die Schweiz den dritten Platz weltweit.

Der Vielvölkerstaat gliedert sich in diese regional abgegrenzte Sprachräume, die an die benachbarten gleichsprachigen Länder grenzen:

  • Deutschschweiz
  • französischsprachige Romandie oder Westschweiz
  • italienische Schweiz

Die drei Sprachen Deutsch, Französisch und Italienisch sind gleichberechtigte Amtssprachen.

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