Schwere Erdrutsche auf Java

- Jakarta - Nach Erdrutschen und Sturzfluten auf der indonesischen Insel Java werden annähernd 200 Menschen vermisst. Die Behörden in der Provinz Zentral-Java rechneten am Mittwoch mit mehr als 100 Toten. 14 Leichen konnten die Rettungskräfte bislang bergen. Die Schlammmassen waren am frühen Mittwochmorgen nach dreitägigen starken Wolkenbrüchen in der dicht besiedelten Provinz losgebrochen. Ein Erdrutsch begrub mehr als 100 Häuser unter sich. Rettungskräfte suchten den Tag über nach Überlebenden.

Dabei setzten sie auch Spezialgerät und schwere Räumfahrzeuge ein.

Mindestens 102 Häuser, die Wohnungen von 650 Menschen, seien verschüttet, berichtete Jasri, der Leiter des Bezirks Banjarnegara, der Deutschen Presse-Agentur (dpa) telefonisch vom Unglücksort etwa 360 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Jakarta. Jasri, der wie viele Indonesier nur einen Namen trägt, sagte, bei mindestens 90 Vermissten bestehe keine große Aussicht auf ein Überleben. Sie seien zu lange unter den Schlammmassen begraben. Überlebende fanden Unterschlupf bei ihren Verwandten oder in Notunterkünften.

Nach Ansicht von Umweltschützern ist die Ursache des Unglücks die illegale Abholzung von Wäldern. Wasserauffanggebiete oberhalb der betroffenen Dörfer seien auf diese Weise zerstört worden. Indonesien ist nach Erhebungen der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) das Land in Asien, in dem am meisten Urwald abgeholzt wird. Umweltschützer schätzen, dass das Land derzeit pro Jahr rund 37 000 Quadratkilometer Wald verliert, das ist ungefähr die Fläche Baden-Württembergs. 90 Prozent der Rodungen seien illegal. Am stärksten betroffen ist die Insel Borneo.

In der Nachbarprovinz Ost-Java stieg nach Überschwemmungen am Wochende die Zahl der Toten. "Bis zum Nachmittag haben wir 77 Tote durch Flut und Erdrutsche gezählt", sagte ein Behördensprecher. "Dutzende wurden verletzt." Nach heftigem Regen waren Flüsse über die Ufer getreten und hatten tausende von Häusern unter Wasser gesetzt. Die Bewohner suchten Schutz in Moscheen und Regierungsgebäuden. Erdrutsche zerstörten Brücken und Straßen, sagte der Sprecher.

Erst am Silvesterwochenende waren in Ost-Java bei Unwettern und Überflutungen mindestens 58 Menschen ums Leben gekommen. Auch am Mittwoch standen noch immer mehrere Ortschaften unter Wasser.

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