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Schweres Beben in Tsunami-Gebiet

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- Jakarta/Tokio - Drei Monate nach der Tsunami-Katastrophe im Indischen Ozean hat am Montag ein enormes Erdbeben die Region vor Sumatra erschüttert und eine Massenpanik ausgelöst. "Dieses Erdbeben hat das Potenzial eines höchst zerstörerischen Tsunamis", teilte das Warnzentrum für Tsunamis im Pazifik auf Hawaii mit und drängte die Regierungen in der Region zu Sofortmaßnahmen. Die Meteorologische Behörde in Jakarta gab am frühen Morgen (Ortszeit) allerdings vorsichtige Entwarnung und erklärte, die Gefahr einer Flutwelle werde inzwischen als niedriger eingestuft. Sie sei aber noch nicht gebannt.

Nach japanischen Informationen hatte das Beben eine Stärke von 8,2 auf der Richterskala. Es sei vermutlich ein Nachbeben in Folge der Erschütterung vom 26. Dezember 2004, als ein Beben der Stärke 9,0 und Tsunamis dort mehr als 300 000 Menschenleben gefordert hatten.

"Die Küsten sollten im Umkreis von 1000 Kilometern des Epizentrums evakuiert werden", empfahl das Warnzentrum für Tsunami auf Hawaii. Ob es zu einer Flutwelle kommt, sei aber nicht gesagt. "Die Behörden können davon ausgehen, dass die Gefahr vorüber ist, wenn innerhalb von drei Stunden des Erdbebens keine Wellen beobachtet werden." Das neue Beben ereignete sich nach amtlichen Angaben in Jakarta gegen 23.10 Uhr (Ortszeit) und löste in der Provinzhauptstadt Banda Aceh Panik unter den Bewohnern aus. Die Menschen hätten ihre Häuser fluchartig verlassen, berichtete Bernd Schell, Tsunami-Operationschef vom Internationalen Komitee vom Roten Kreuz im US-Sender CNN. Die Menschen flüchteten landeinwärts.

Die Küsten seien aber noch von keiner Welle getroffen worden. Er habe allerdings Informationen von Zerstörungen auf vorgelagerten Inseln. Wegen der Dunkelheit sei es schwer, sich ein Bild der Lage zu machen. Man müsse auf Tageslicht warten. Zur Flucht in Banda Aceh nutzten die Menschen alle zur Verfügung stehenden Transportmittel landeinwärts. Die Straßen waren überfüllt.

Aceh war durch das Beben vom 26. Dezember stark betroffen gewesen. Viele Bewohner sind noch immer traumatisiert. Allein in Indonesien waren im Dezember mehr als 220 000 Menschen ums Leben gekommen. Wie das nationale Erdbebenzentrum in Jakarta mitteilte, lag das Epizentrum des neuen Bebens in etwa 33 Kilometern Tiefe unter dem Meeresboden vor der Küste 420 Kilometer südöstlich der Provinzhauptstadt von Banda Aceh.

In Indien wurde sofort ein Katastrophenstab eingerichtet. Auf den Inselgruppen der Andamanen und Nikobaren seien leichte Erschütterungen zu spüren gewesen. Auf Sri Lanka flüchteten die Menschen in Massen weg von den Küsten auf höher gelegenes Gelände, sagte ein örtlicher Priester dem Sender CNN. Die thailändischen Behörden lösten Alarm in sechs Provinzen an der Andamanischen-See, darunter auch für die Touristeninsel Phuket, aus. Auch wurden Fischer aufgefordert, unverzüglich an Land zurückzukehren.

Nach dem neuerlichen schweren Erdbeben hat das Auswärtige Amt in Berlin die deutschen Botschaften in Südostasien dazu aufgefordert, Kontakt mit den örtlichen Regierungen zu halten. Es gebe bisher keine näheren Informationen zu den Auswirkungen des Bebens oder über eventuell betroffene deutsche Reisende, sagte eine Ministeriumssprecherin am Montagabend in Berlin.

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