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Das Unglück ereignete sich am Montagnachmittag in der Ortschaft Alphen aan den Rijn in der Provinz Südholland.

Nur ein Verletzter in Holland

Video: Schwimmende Kräne stürzen auf Häuser

Den Haag - Alles sah nach einem spektakulären, aber gekonnten Manöver mit Großkränen aus. Doch die Operation zur Einsetzung eines riesigen Fertigteils bei einer Brücken-Modernisierung endete mit einem Fiasko.

In der niederländischen Kleinstadt Alphen aan Rijn sind am Montag vier Wohn- und Geschäftshäuser unter der Wucht von zwei einstürzenden Baukränen zerstört worden. Aus den Trümmern bargen Rettungsmannschaften bislang einen Mann lebend, wie die Behörden mitteilten. Zu dem Unglück kam es während der Modernisierungsarbeiten auf der Juliana-Brücke. Auf einem Schwimmdeck installierte Kräne sollten ein Brückenteil abladen. Dabei handelte es sich um einen großen vorgefertigten Straßenabschnitt. Als die Kräne mit ihrer Last einzuschwenken begannen, kippten sie um. Kameras des Fernsehsenders NOS hielten die Szene fest.

Zunächst hatte die Feuerwehr von 20 Verletzten berichtet, doch am Abend gab Bürgermeisterin Liesbeth Spies Entwarnung: "Wir haben es nicht zu hoffen gewagt, als wir die Bilder gesehen haben, aber die Bilanz derzeit scheint zu sein, dass es keine Opfer gab", erklärte sie. Berichten der niederländischen Medien zufolge bargen die Rettungsmannschaften einen Mann aus den Trümmern. Er war offenbar der einzige Verletzte und klagte über Hüftschmerzen. Laut den Medien starb ein Hund in den Trümmern.

Mehrere Dutzend Menschen mussten für die Nacht zum Dienstag in Notunterkünften untergebracht werden. Etwa 50 Wohnungen in der Nachbarschaft der zerstörten Häuser durften zunächst nicht benutzt werden. Gegen 23.00 Uhr stellten die Bergungsmannschaften ihre Suche ein.

Etwa 400 Einwohner von Alphen aan Rijn, das 17 Kilometer nördlich von Gouda liegt, kamen am Abend in einer Kirche des Ortes zusammen - unter ihnen einige der direkt Betroffenen. Die Kirche dient als Notfall-Betreuungszentrum.

Wie es zu dem Unglück kommen konnte, war zunächst unklar. Die Staatsanwaltschaft leitete ein Ermittlungsverfahren ein. Nach Angaben der niederländischen Nachrichtenagentur ANP fanden sich drei Menschen zu Aussagen auf der Polizeiwache ein.

Die Klappbrücke stammt noch aus den 50er Jahren. Ihre Renovierung sollte Ende August abgeschlossen sein. Ein Bewohner, der die Arbeiten vom Balkon seines Hauses beobachtete, hielt die spektakulären Kranstürze auf Film fest.

dpa/afp

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