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Sechs Migranten vor Sizilien ertrunken

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- Rom - Bei einem Flüchtlingsdrama vor der Küste Siziliens sind am Donnerstag sechs chinesische Migranten ertrunken. Sechs weitere Passagiere eines Flüchtlingsbootes konnten gerettet werden. Wie das staatliche italienische Fernsehen unter Berufung auf Überlebende berichtete, hatten die Schlepper die Passagiere mehrere Seemeilen vor der Küste gezwungen, über Bord zu springen und an Land zu schwimmen.

"Um drei Uhr in der Nacht befahl uns der Schlepper, ins Wasser zu springen. Er sagte uns, es sei nicht mehr weit bis zur Küste", berichtete eine Chinesin den Angaben zufolge. Die italienische Küstenwache konnte die Überlebenden und die Leichen später etwa 16 Seemeilen vor der Südküste Siziliens bergen. Das Boot sei mehrere Stunden zuvor von der Mittelmeerinsel Malta aus in See gestochen. Von den Schleppern fehlt offenbar jede Spur.

Zunächst hatten die italienischen Behörden sowie das staatliche Fernsehen von einem Untergang eines Flüchtlingsbootes berichtet. Ähnliche Vorfälle hatten sich bereits in der Vergangenheit mehrfach vor der italienischen Küste ereignet. Indem sie Flüchtlinge zwingen, an Land zu schwimmen, wollen die Schlepperbanden vermeiden, von der Küstenwache entdeckt zu werden. Die Schlepper bekommen bis zu 2000 Dollar für eine Überfahrt aus Asien oder Afrika nach Süditalien.

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