+
Segelfische vor der Küste von Mexiko bei der Jagd auf Sardinen. Foto: Rodrigo Friscione

Unberechenbare Angreifer

Segelfische haben ausgefeilte Jagdtechnik

Flügelspieler im Fußball haben oft einen starken rechten oder linken Fuß für präzise Flanken vors Tor. Ganz ähnlich ist es, wenn Segelfische im Ozean Jagd auf Sardinen machen.

Berlin (dpa) - Segelfische greifen entweder meist von rechts oder von links an - in Gruppen werden sie so zu unberechenbaren Angreifern. Die meisten der auch Fächerfisch genannten Tiere spezialisieren sich auf Angriffe von einer bestimmten Seite.

Auf der bevorzugten Seite erfolge die Attacke besonders schnell - was gerade bei besonders wendiger Beute wie Sardinen sehr wichtig sei, berichten Forscher des Berliner Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) im Fachjournal "Current Biology".

Dass die Raubfische häufig in größeren Gruppen auf Beutezug gehen und dann Angriffe von links oder von rechts starten können, mache sie unberechenbar, erklären die Forscher. Sie hatten 365 Angriffe von Segelfischen vor der mexikanischen Küste auf Video dokumentiert und untersucht.

"Die Segelfische treten meist in ziemlich großen Gruppen auf und wechseln sich mit ihren ganz schnellen, kontrollierten Angriffen ab", sagte Kurvers der Deutschen Presse-Agentur. Seine Kollegen und er schauten sich zudem die Waffen der Raubfische an: Abnutzungsspuren an den kleinen Zähnen auf den Schnäbeln bestätigten den Angaben zufolge, dass viele von ihnen bevorzugt von einer Seite angreifen.

Die Vorliebe für eine Seite verteile sich bei Segelfischen im Verhältnis 50 zu 50, so Kurvers. Diese Zahlen seien vergleichbar mit Top-Fechtern, bei denen es ebenfalls auf Unberechenbarkeit ankomme. In der Normalbevölkerung hingegen seien 90 Prozent Rechtshänder. "Die gleiche Hand zu nutzen, hilft bei kooperativen Tätigkeiten, weswegen sich im Laufe der menschlichen Evolution eine angeborene Bevorzugung einer Handseite entwickelt hat", erklärte Kurvers. Linkshänder zu sein, bringe zwar auch Vorteile - aber in der heutigen Gesellschaft unwichtigere. Dazu zähle auch das Kämpfen.

Fächerfische (Istiophorus platypterus) sind große Raubfische, die in vielen tropischen und subtropischen Regionen im offenen Ozean vorkommen. Charakteristisch ist neben der segelartigen Rückenflosse die langen, spitze Schnauze, die von Fachleuten Schnabel genannt wird. Zudem gelten die Tiere mit bis zu etwa 100 Kilometern pro Stunde Schwimmgeschwindigkeit als die schnellsten Fische überhaupt.

Link zur Studie

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

BMW-Fahrer zwingt Rettungswagen im Einsatz zur Notbremsung
Was ein Blaulicht und Martinshorn bedeuten, weiß eigentlich jedes Kind. Ein Autofahrer in Rheinland-Pfalz hat das Signal von einem Rettungswagen jedoch eiskalt ignoriert …
BMW-Fahrer zwingt Rettungswagen im Einsatz zur Notbremsung
Lauter Knall und Funken am Hauptbahnhof - was ist hier passiert?
Erst knallte es gewaltig und dann flogen Funken durch die Luft! Ein spektakuläres Foto der Bundespolizei zeigt einen dramatischen Vorfall am Hamburger Hauptbahnhof. Doch …
Lauter Knall und Funken am Hauptbahnhof - was ist hier passiert?
Französischer Polizist erschießt drei Menschen und sich selbst
Ein Polizist in Frankreich hat nach einem Trennungsstreit drei Menschen getötet, seine Freundin schwer verletzt und sich anschließend selbst erschossen.
Französischer Polizist erschießt drei Menschen und sich selbst
Christbäume auf dem Weihnachtsmarkt können gefährlich sein, sagen Forscher
Wie verhält sich ein Weihnachtsbaum im Sturm? Forscher haben ein Exemplar im Windkanal getestet und kommen zu beunruhigenden Ergebnissen.
Christbäume auf dem Weihnachtsmarkt können gefährlich sein, sagen Forscher

Kommentare