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Die 17-Jährige war nach der Vergewaltigung monatelang gemobbt worden.

Polizei rollt Fall neu auf

Wieder Teenie-Suizid nach Vergewaltigung

Toronto - Eine 17-jährige Kanadierin hat sich am Sonntag das Leben genommen, nachdem sie vergewaltigt und monatelang gemobbt worden war. Jetzt wird der Fall neu aufgerollt.

Sie habe neue und glaubwürdige Informationen zu dem Fall erhalten, teilte die Polizei in Nova Scotia am Freitag mit, die den Fall bereits abgeschlossen hatte.

Die Familie des Mädchens hatte erklärt, die junge Frau habe sich erhängt, nachdem sie 2011 vergewaltigt worden sei und im Internet verbreitete Bilder dazu geführt hätten, dass sie in ihrem Bekannten- und Freundeskreis monatelang gemobbt worden sei. Die Polizei hatte ein Jahr ermittelt und zunächst erklärt, es gebe keinen Anhaltspunkt für eine Anklage gegen irgendjemanden. Nun habe sich aber ein Zeuge gemeldet. Einzelheiten über dessen Aussage wollte Polizeisprecher Scott MacRae nicht machen.

In den kanadischen Fall hat sich eine offenbar eine der Hackergruppe Anonymous nahe stehende Gruppe eingeschaltet. In einer am Freitag veröffentlichten Erklärung erklärte die Gruppe, sie habe „mehrere öffentliche Erklärungen“ von einem der mutmaßlichen Vergewaltiger, in denen dieser zugebe, Sex mit der 17-Jährigen gehabt zu haben, während sie betrunken war. Die Gruppe hatte angekündigt, die Namen von vier Männern zu veröffentlichen, gegen die in dem Fall ermittelt werde, sollte die Polizei die Ermittlungen nicht wieder aufnehmen.

Ähnliche Fälle in den USA

Der Fall ist mit ähnlichen Verbrechen in den USA verglichen worden. Unter anderem hatte sich in Kalifornien eine 15-Jährige nach Angaben ihrer Familie im September erhängt, nachdem sie von Schulfreunden vergewaltigt und ein Foto davon Online verbreitet worden war. Drei 16-jährige Schüler wurden am Donnerstag festgenommen. Nach Angaben des Anwalts der Opferfamilie, Robert Allard, hatten die Schüler Fotos von der Vergewaltigung auf ihren Handys gehabt. Die Schülerin habe auf ihrer Facebook-Seite nach der Tat geschrieben, ihr Leben sei ruiniert und sie habe den schlimmsten Tag ihres Lebens durchgemacht, sagte Allard. Kurz darauf habe sie sich erhängt.

Allard zufolge hatte die 15-Jährige auf einer Pyjama-Party Alkohol getrunken und anschließend das Bewusstsein verloren. Später sei sie „zum denkbar schlimmsten Alptraum erwacht“. Kurze Zeit nach dem Angriff wurden demnach Beweise davon im Internet verbreitet, neben E-Mails auch ein Foto, das den Intimbereich des Mädchens zeigte.

In einem anderen Fall im US-Staat Ohio wurden vergangenen Monat zwei Football-Spieler einer Highschoolmannschaft für schuldig befunden, eine 16-Jährige vergewaltigt zu haben. Das Opfer war zum Zeitpunkt der Tat betrunken. Die Jugendliche schilderte, sie habe später durch Kurznachrichten von Freunden erfahren, dass sie vergewaltigt worden war und habe außerdem ein Foto und ein Video aus der Nacht gesehen.

AP

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