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Bei einem Selbstmordanschlag in Syrien sterben mehrere Menschen. (Foto vom Anschlag am 23. Mai)

Erneut greifen Terroristen Küstenstadt an

Tote bei Selbstmordanschlag in Assad-Hochburg

Latakia - Syrien kommt nicht zur Ruhe. Erneut verüben Terroristen einen Anschlag in einer Küstenstadt. Derweil geht auch in Aleppo das Sterben weiter.

Bei einem Selbstmordanschlag in der Stadt Latakia im Nordwesten Syriens sind laut Staatsmedien drei Menschen getötet und vier weitere verletzt worden. Der Sprengsatz sei nahe einer Moschee explodiert, als die Gläubigen vom Nachmittagsgebet gekommen seien, berichtete das staatliche Fernsehen am Donnerstag. Bei Angriffen der syrischen Luftwaffe auf die Stadt Aleppo wurden laut Zivilschutz 19 Zivilisten getötet, darunter sechs Kinder.

Die Küstenstadt Latakia ist eine Hochburg des Präsidenten Baschar al-Assad und Hauptstadt der gleichnamigen Provinz. Laut der amtlichen Nachrichtenagentur Sana jagte sich der Attentäter in die Luft, während er mit einem Motorrad unterwegs war. Bei zwei Anschlägen in den Küstenstädten Tartus und Dschabla südlich von Latakia waren am 23. Mai mehr als 170 Menschen getötet worden. Dazu hatte sich die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) bekannt.

Die Küstenregion wird mehrheitlich von Mitgliedern der Minderheit der Alawiten bewohnt, der auch Assad angehört. In Tartus unterhält das mit Assad verbündete Russland einen Marinestützpunkt, auf dem Militärflughafen von Dschabla befindet sich ein russisches Truppenkontingent.

Viele Schläferzellen in Küstenstädten

Die Alawiten sind eine Abspaltung der Schiiten. Der IS ist sunnitisch. Die Miliz war in den Küstenstädten bislang nicht offen in Aktion getreten, verfügt dort aber offenbar über viele sogenannte Schläferzellen, die für Angriffe aktiviert werden können. Eine stärkere Präsenz in der Region hat die Al-Nusra-Front, syrischer Ableger des Al-Kaida-Netzwerks.

Wie ein Vertreter des Zivilschutzes erklärte, bombardierte die Luftwaffe Assads mehrere von Rebellen gehaltene Stadtviertel von Aleppo, zudem seien Raketen abgefeuert worden. Wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete, waren die Rebellenviertel Aleppos, der zweitgrößten Stadt des Landes, den ganzen Tag lang unter Dauerbeschuss.

Mehr als 280.000 Tote seit Beginn der Konflikte

Ungeachtet einer im Februar vereinbarten Waffenruhe flammen die Kämpfe in Syrien stets aufs Neue auf. Der Islamische Staat, die Al-Nusra-Front und andere islamistische Gruppen sind von der Waffenruhe ausgenommen. Seit Beginn des Gewaltkonflikts in Syrien im März 2011 wurden geschätzt mehr als 280.000 Menschen getötet, über die Hälfte der syrischen Bevölkerung wurde in die Flucht getrieben. Fast fünf Millionen Menschen flohen ins Ausland.

Die Vereinten Nationen rechneten unterdessen nicht damit, die Menschen in den belagerten syrischen Städten umgehend aus der Luft versorgen zu können. Solange die Pläne des Welternährungsprogramms (WFP) dazu nicht abgeschlossen seien, stehe das nicht an, sagte Ramsi Essedin Ramsi, der Stellvertreter des UN-Sondergesandten für Syrien, Staffan de Mistura. Außerdem bedürfe es dazu der Genehmigung durch Damaskus. Großbritannien und Frankreich hatten die UNO am Mittwoch aufgefordert, umgehend mit dem Abwurf von Hilfslieferungen zu beginnen.

afp

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