+
Die sinkende Fähre "Sewol" vor der Küste Südkoreas.

Schiffskatastrophe in Südkorea

"Sewol"-Untergang: Ingenieur bekennt sich schuldig

Seoul - Mitte April kamen rund 300 Menschen beim Untergang der Fähre „Sewol“ in Südkorea ums Leben. Vor Gericht bekennt sich nun ein Bordingenieur schuldig.

Im Prozess gegen die Besatzung der vor zwei Monaten untergegangenen südkoreanischen Fähre „Sewol“ hat einer der Angeklagten zugegeben, die Passagiere im Stich gelassen zu haben. Er wolle sich nicht damit entschuldigen, „dass er die Passagiere nicht habe retten können, als das Schiff schnell zur Seite gekippt sei“, sagte der Anwalt des ersten Schiffsingenieurs. Das berichtete die nationale Nachrichtenagentur Yonhap am Dienstag, dem zweiten Prozesstag. Angesichts der schlechten Gesundheit seines Mandanten bitte er das Gericht um Gnade, erklärte der Anwalt. Aus Schuldgefühlen habe der Mann versucht, sich das Leben zu nehmen.

Drei Crewmitglieder, die zu den Anklagepunkten Stellung bezogen, bestritten dem Bericht zufolge die gegen sie erhobenen Anschuldigungen. Bei dem Fährunglück am 16. April vor der Südwestküste Südkoreas waren mindestens 292 Menschen ums Leben gekommen. Noch immer gelten zwölf der ursprünglich 476 Insassen als vermisst. Die meisten Fahrgäste waren Schüler auf einem Ausflug.

Der Prozess gegen die 15 leitenden Crewmitglieder hatte vor einer Woche vor dem Bezirksgericht in der südwestlichen Stadt Kwangju begonnen. Elf Angeklagte einschließlich des Kapitäns hatten dabei den Vorwurf von sich gewiesen, sie hätten ohne Rücksicht auf die Sicherheit der Passagiere das sinkende Schiff frühzeitig verlassen.

Der Kapitän und drei andere sind wegen vorsätzlicher Tötung angeklagt. Im Falle einer Verurteilung wegen Mordes droht ihnen die Todesstrafe. Die anderen Besatzungsmitglieder sind unter anderem wegen Fahrlässigkeit und Verstoßes gegen das Gesetz zur Schiffssicherheit angeklagt.

An diesem Freitag soll auch ein Prozess gegen fünf Vertreter der „Sewol“-Reederei beginnen. Sie müssen sich unter anderem wegen Totschlags verantworten. Nach Angaben der Ermittler war die Auto- und Personenfähre zum Zeitpunkt des Unglücks extrem überladen. Gegen den verschwundenen mutmaßlichen „Sewol“-Eigner und einen seiner Söhne wird seit Wochen landesweit gefahndet.

dpa

Fotostrecke: Bilder der Bergung

Todesfähre: Bilder von der Bergung der Opfer

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Transsexualität soll keine psychische Erkrankung mehr sein - Videospielsucht schon
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) will Transsexualität von der Liste psychischer Erkrankungen streichen. Videospielsucht soll dagegen aufgenommen werden.
Transsexualität soll keine psychische Erkrankung mehr sein - Videospielsucht schon
„Wunderwaffe der Nazis“: Neues Ufo-Spielzeug sorgt für heftige Reaktionen
Ein merkwürdiges Spielzeug hat in den vergangen Tagen für Aufregung gesorgt. Der Hersteller musste viel Kritik einstecken – und macht nun einen Rückzieher.
„Wunderwaffe der Nazis“: Neues Ufo-Spielzeug sorgt für heftige Reaktionen
Getötete 16-Jährige: Verdächtiger wohl Zufallsbekanntschaft
Einen Tag nach dem Fund einer erschlagenen Jugendlichen in der Nähe von Hannover nimmt die Mordkommission "Anna" einen 24-Jährigen fest. Nun sitzt der Mann in U-Haft.
Getötete 16-Jährige: Verdächtiger wohl Zufallsbekanntschaft
Sitzbank vibriert während Vorlesung stark - Studentin macht Vibrator-Geständnis
Gewisse Bedürfnisse können anscheinend nicht immer aufgeschoben werden. Das führte bei einer Bielefelder Studentin zu einer peinlichen Situation während der Vorlesung.
Sitzbank vibriert während Vorlesung stark - Studentin macht Vibrator-Geständnis

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.