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Vor allem Wildschweine sind vom Pest-Virus befallen - an den Abschuss-Aktionen beteiligt sich in Tschechien sogar die Polizei. Traktoren müssen bei ASP-Gefahr desinfiziert werden.

Seuche breitet sich in Osteuropa aus

Schweinepest-Alarm! Kommt das Virus jetzt zu uns?

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Die Afrikanische Schweinepest greift in unseren osteuropäischen Nachbarländern um sich. Die Gefahr, dass das für Menschen ungefährliche, für Haus- und Wildschweine aber tödliche Virus zu uns kommt, ist groß.

München - Die tz erklärt, was das für Verbraucher bedeutet. Das für Tierseuchen zuständige Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) fürchtet weniger eine Übertragung durch aus Tschechien oder Polen einwandernde Wildschweine als durch den Menschen: Wenn ein Lkw-Fahrer seine Brotzeit mit infizierter Salami (oder anderen Fleischprodukten aus nicht durchgegartem Fleisch wie Schinken) an einer Raststätte wegwirft, könnten Wildschweine oder sogar Ratten den Erreger aufnehmen und weiter übertragen, so das FLI. Denn das Virus kann sich über längere Zeit in Lebensmitteln halten.

Was passiert mit den befallenen Schweinen?

90 bis 99 Prozent der vom Virus infizierten Schweine und Wildschweine sterben. Rund eine Woche lang schleppen sie sich unter Fieberschüben und Schmerzen dahin, leiden unter Schwäche, Fressunlust und Atemproblemen – „ein qualvoller Tod“, so der Sprecher des Bayerischen Jagdverbands Thomas Schreder zur tz.

Was tut die tschechische Regierung, um die weitere Ausbreitung zu verhindern?

In Tschechien wurde ein Gebiet von 60 Quadratkilometern zur Hochrisikozone erklärt. Alle Hausschweine in diesem Bereich werden notgeschlachtet. Zur Tötung der Wildschweine in dieser Zone setzt die tschechische Regierung sogar Scharfschützen der Polizei ein.

Traktoren müssen bei ASP-Gefahr desinfiziert werden.

Wie will die Staatsregierung ein Einschleppen des Virus nach Bayern verhindern?

Sie hat eine Abschuss-Prämie in Höhe von 20 Euro je erlegtem Frischling, Bache oder Jungtier beschlossen. Jagdverbands-Sprecher Schreder weist darauf hin, dass dies „keine Kopfprämie, sondern nur eine Aufwandsentschädigung“ sei. Denn jedes erlegte Schwarzwild müsse auf Trichinen (Würmer) untersucht werden, was je nach Kommune fünf bis 30 Euro pro Tier koste. Dazu kommen im Raum München kostenpflichtige Untersuchungen auf Radioaktivität, da durch die Tschernobyl-Katastrophe Wild immer noch strahlenbelastet sein kann.

Was sollen Bauern tun?

Vor allem: Keine Speisereste und Küchenabfälle an die Schweine verfüttern! Den Stall soll der Bauer möglichst nur über Hygieneschleusen betreten, Schuhe müssen für jeden Stall gewechselt werden. Auch Fahrzeuge und Verladerampen müssen nach jedem Tiertransport gereinigt werden.

Und wie sieht es bei der Freilandhaltung aus?

„Wenn ASP bei einem Wildschwein auftritt, ist die Haltung von Schweinen im Freiland in dem gefährdeten Bezirk von mindestens 15 Kilometern vom Fundort entfernt nur beschränkt möglich, in einer weiteren Pufferzone wird sie kontrolliert“, so der Bauernverband. „Beim Ausbruch von ASP bei einem Hausschweinebestand wird ein Sperrbezirk von drei Kilometern um den Betrieb eingerichtet. In diesem Sperrbezirk ist keine Freilandhaltung möglich.“

Wie wirkt sich die Seuche auf den Fleischpreis aus?

„Wir gehen davon aus, dass – sobald wir den ersten Fall von ASP in Deutschland haben werden, egal ob Wild- oder Hausschwein, – der Preis massiv in den Keller gehen wird“, so Stefanie Härtel vom Bayerischen Bauernverband. „Wenn wir von einem Produktions­wert von 6,9 Milliarden Euro in der deutschen Schweinehaltung und einem Exportanteil von 30 bis 40 Prozent ausgehen, lägen die direkten Schäden für die Schweinehalter in Bayern bei rund 250 Millionen Euro.“ Ähnlich gravierend dürften die Auswirkungen auf den Wildschweinpreis sein, der ohnehin schon bei nur noch unter einem Euro pro Kilo liegt, so Jäger-Sprecher Schreder.

Afrikanische Schweinepest

In den afrikanischen Ursprungsländern übertragen Lederzecken das Virus. In Mitteleuropa gibt es diese Zecken nicht, weshalb hier die Übertragung ausschließlich durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren (Blut, Sperma) erfolgt. Die Seuche ist über Georgien und Russland in die EU eingeschleppt worden, inzwischen wurde sie in sechs Mitgliedstaaten nachgewiesen (siehe Grafik). Gegen das Virus der Afrikanischen Schweinepest gibt es keinen Impfstoff. 

Lesen Sie auch: Risiko für Schweinepest-Ausbruch bei uns hoch - Jäger im Einsatz

Und: Afrikanische Schweinepest: Bauern befürchten Milliardenschäden

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