Sibirienkälte: Appell an Sicherheitsdienste

Bielefeld - Angesichts der sibirischen Kältewelle in Deutschland haben die Wohnungslosenverbände Sicherheitsdienste und Wachleute aufgefordert, großzügig mit Obdachlosen umzugehen.

“Bei dieser Kälte appelliere ich an die Wachdienste, die Wohnungslosen nicht gleich rauszuwerfen und dafür Menschlichkeit walten zu lassen“, sagte der Geschäftsführer der Bundesarbeitsgemeinschaft der Wohnungslosenhilfe (BAGW), Thomas Specht, der Nachrichtenagentur dpa. Zugleich erinnerte er die Kommunen an ihre gesetzliche Pflicht, rechtzeitig Notunterkünfte in ausreichender Zahl bereitzustellen.

Lesen Sie auch:

Kältewelle kostet viele Menschen das Leben

“Geschätzt etwa 22 000 Menschen leben in Deutschland auf der Straße“, sagte Specht, “Tendenz steigend.“ “Die Kommunen müssen jetzt zusätzliche Unterkünfte bereitstellen“, forderte er. “Im Notfall müssen sie Zimmer in Pensionen oder Gasthöfen anmieten.“ Sinnvoll könne auch sein, U-Bahn-Stationen, Bahnhöfe oder andere geeignete Gebäude zu öffnen.

“Für die Unterkünfte muss es großzügige Öffnungszeiten geben“, mahnte Specht. “Eine Befristung des Aufenthalts auf wenige Tage ist rechtswidrig.“ Die Unterkünfte selbst müssten abschließbare, sichere Spinde und getrennte Abteilungen für Frauen haben. “Etwa ein Viertel der Wohnungslosen sind Frauen.“

Besonders in kalten Wetterphasen seien “Kälte-Busse“ sinnvoll. “Die gibt es vor allem in großen Städten wie Berlin, Hamburg, Frankfurt oder Köln“, sagte Specht. Der Bus fahre zu den bekannten Schlafplätzen der Wohnungslosen. Dort versuchen Sozialarbeiter dann, die Menschen in die warmen Unterkünften zu lotsen. “Manche der Wohnungslosen haben ihre Situation nicht mehr unter Kontrolle, besonders wenn Alkohol im Spiel ist.“

Die BAG Wohnungslosenhilfe ist ein Verein, der bundesweit etwa 1000 Einrichtungen - Vereine, Heime und Beratungsstellen - vertritt.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Grausam: Mann wirft Hund mit Stein am Hals ins Meer
Grausame Szenen an einem Strandabschnitt. Weil Hund „Mia“ nicht ins Wasser will, flippt sein Herrchen völlig aus und versucht ihn im Meer zu ertränken.
Grausam: Mann wirft Hund mit Stein am Hals ins Meer
Horror-Schlägerei in bekanntem MTZ-Eiscafé: Jetzt spricht der Betreiber
Im bekannten MTZ-Eiscafé hat es vor wenigen Tagen eine wüste Schlägerei gegeben. Dabei gingen "Tiziano"-Angestellte mit Waffen auf Gäste los. Jetzt sprechen die …
Horror-Schlägerei in bekanntem MTZ-Eiscafé: Jetzt spricht der Betreiber
Jaguar bricht aus Zoo aus und richtet Blutbad an
Für rund eine Stunde ist ein ausgewachsener Jaguar in New Orleans aus seinem Gehege ausgebrochen. Genug Zeit für das Raubtier, um ein regelrechtes Massaker anzurichten.
Jaguar bricht aus Zoo aus und richtet Blutbad an
Verfassungsrichter: Rundfunkbeitrag rechtens
Seit Jahren wehren sich Kritiker der Öffentlich-Rechtlichen gegen den neuen Rundfunkbeitrag. Jetzt gibt das Bundesverfassungsgericht dem Modell seinen Segen. Eine Sache …
Verfassungsrichter: Rundfunkbeitrag rechtens

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.