Wo sich die Braut (nicht) traut

Schongau - Will man nicht im Trausaal eines Rathauses heiraten, kann man sich stattdessen im Museum das „Ja-Wort“ geben. Das ist zumindest im Nachbarlandkreis Bad Tölz-Wolfratshausen möglich. Dort steht der Trausaal des Franz-Marc-Museums in Kochel zur Verfügung. Doch ist so etwas auch im Schongauer Land möglich? Nein, zumindest nicht in einem Museum.

Die Standesbeamten der Stadt Schongau haben zwar über das Angebot einer Trauung im Stadtmuseum in der Altstadt nachgedacht, den Gedanken aber wieder verworfen. „Der mögliche Saal im Stadtmuseum ist viel zu duster, das ist nicht die richtige Atmosphäre für solch einen Anlass“, erklärte Reinhold Jaser, Standesbeamter im Schongauer Rathaus. Schließlich müsse der Raum der Würde der Zeremonie angemessen sein.

Auch eine Trauung im Polizeidienerturm in Schongau wurde schon in Betracht gezogen. Die Räumlichkeiten könnten zwar sehr schön hergerichtet werden, die Treppen jedoch machten einen Strich durch die Rechnung. „Für ältere Leute könnten diese ein großes Problem sein, darauf muss Rücksicht genommen werden“, begründete Jaser den Verwurf der Idee.

Trotzdem ist in Schongau nicht nur eine Trauung im Trauungszimmer sowie im Sitzungszimmer des Rathauses möglich, auch im Ballenhaus kann geheiratet werden. Eine zufriedenstellende Alternative zur gewöhnlichen Heirat im Rathaus scheint das laut Jaser jedoch nicht für alle Paare zu sein. Schon oft wurde der Wunsch zu einer Zeremonie am „Lido“ geäußert - und sofort abgelehnt: Der Ort sei für eine Hochzeit undenkbar.

Genauso undenkbar ist eine Trauung auf dem Hohenpeißenberg, so Helmut Lutz, Standesbeamter der Gemeinde Hohenpeißenberg. „Diese Anfrage kommt hauptsächlich von auswärtigen Paaren. Ein gewidmeter Ort ist der Hohepeißenberg aber nicht, darum kann bei uns nur im Rathaus geheiratet werden.“

Auch im Markt Peiting ist eine Eheschließung ausschließlich im Trauungssaal des Rathauses möglich. „Wollen die Paare in der Kapelle oder sogar im Freien heiraten, müssen sie sich eine Gemeinde suchen, die das genehmigt“, sagte Isabella Socher, Standesbeamtin von Peiting.

In der Auerberggemeinde Bernbeuren hingegen werden für Hohenpeißenberg und Peiting unmögliche Dinge möglich gemacht. Dort können sich Paare nicht nur im Rathaus, sondern auch auf dem Auerberg trauen lassen - mit Blick in die Alpen. Diese Möglichkeit, den „Bund fürs Leben“ zu schließen, spricht jährlich mehr als 20 Paare an. „Im Trauungssaal der Gemeinde wird mittlerweile eher selten geheiratet, fast alle Paare lassen sich auf dem Auerberg vermählen“, teilte Florian Budschied, Standesbeamter in Bernbeuren, mit. Aus ganz Deutschland kämen die Verliebten, um sich auf dem Auerberg mit Blick in die Berge trauen zu lassen.

Alles, was das Herz begehrt, kann also auch an einem der schönsten Tage im Leben nicht erfüllt werden. Im Landkreis Weilheim-Schongau sind die Möglichkeiten eher begrenzt. Alternativen zum Trauungssaal im Rathaus gibt es trotzdem. Wer jedoch eine besonders ausgefallene Hochzeit feiern will, kann dies beispielsweise im Allgäu tun. Dort kann im „Skyline Park“ bei Freizeitparkatmosphäre in Bad Wörishofen geheiratet werden.

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