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Ihre Zähne machen ständig Probleme? Vielleicht lohnt sich eine Zahnzusatzversicherung.

Sicherheit für Ihre Zähne: Die Zahnzusatzversicherung

Wenn der Zahnarzt den Bohrer zur Hand nimmt, stellen sich vielen Menschen die Nackenhaare auf – nicht nur, weil die Zähne wehtun. Die Angst vor den Schmerzen ist oft kleiner als die vor der Rechnung. Wenn Sie immer wieder in dieser Situation sind, lohnt sich vielleicht eine Zahnzusatzversicherung.

Für die Zähne nur das Nötigste

Seit Anfang des Jahres 2005 bezahlen die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) für viele Zahnbehandlungen deutlich weniger als zuvor. Sie übernehmen nur die Kosten für die sogenannte Regelversorgung. Wenn Sie keine Zahnzusatzversicherung haben, müssen Sie alles, was darüber hinausgeht, selbst bezahlen. Die Regelversorgung hat drei Merkmale:

  • Die Zähne werden soweit behandelt, wie es medizinisch notwendig ist.
  • Die Versorgung ist ausreichend, um das Problem – zum Beispiel Schmerzen – zu beheben.
  • Ausgehend von den beiden ersten Kriterien wird das wirtschaftlichste Verfahren angewendet.

Andere Faktoren wie Optik oder Komfort spielen keine Rolle. Die GKV bezahlt zum Beispiel für die seitlichen Zähne nur Füllungen mit Amalgam. Möchten Sie eine teurere Füllung für Ihre Zähne – zum Beispiel Kunststoff – müssen Sie die Kosten selbst tragen.

Angebote vergleichen lohnt sich

Wenn Sie eine private Zahnzusatzversicherung abschließen, bekommen Sie die Leistungen aus dieser Versicherung zusätzlich zu denen Ihrer Krankenversicherung. Allerdings werden nicht alle und auch nicht die teuersten Behandlungen bezahlt. Es hängt vor allem vom Versicherer und von Ihrem individuellen Vertrag ab, wann die private Zahnzusatzversicherung welche Kosten übernimmt.

Da nicht alle Zähne gleich sind, ist für jeden Versicherten ein anderes Angebot das richtige. Möglicherweise hat Ihnen die Krankenkasse, bei der Sie versichert sind, eine Zahnzusatzversicherung angeboten. Unterschreiben Sie erst einen Vertrag, wenn Sie das Angebot mit anderen verglichen haben. Dabei hilft Ihnen ein Vergleichsrechner für die Zahnzusatzversicherung im Internet. Sie geben Ihr Alter, Ihr Geschlecht und fehlende Zähne an, und der Rechner zeigt Ihnen verschiedene Optionen. So können Sie in Ruhe vergleichen, welche Leistungen Sie für welchen monatlichen Beitrag erhalten.

Stiftung Warentest hat Zahnzusatzversicherungen getestet

Ein wichtiges Kriterium für Ihre Entscheidung sollte die Selbstbeteiligung bei einem Zahnersatz sein. Die gesetzlichen Krankenkassen bezahlen für Brücken oder Kronen einen Festzuschuss. Wenn ein Versicherer zum Beispiel 60 Prozent dieses Festzuschusses bezahlt, ist das unter Umständen weniger, als wenn er 30 Prozent der Kosten für die gesamte Behandlung übernimmt.

Die Stiftung Warentest hat im vergangenen Jahr 110 Tarife verglichen. Sie rät, die Zähne nur dann zusätzlich zu versichern, wenn immer wieder größere Eingriffe, wie etwa ein Zahnersatz, zu erwarten sind. Auch wer sich Sorgen macht, hohe Kosten für eine Behandlung nicht sofort bezahlen zu können, kann eine Zahnzusatzversicherung abschließen. Viele Zahnärzte bieten in solchen Fällen aber auch Ratenzahlung an. Möchten Sie lediglich den Eigenanteil an der Regelversorgung verringern, rät die Stiftung Warentest von der Zahnzusatzversicherung ab.

Die Wartezeit einplanen

Wenn Sie nun planen, erst dann eine Zahnzusatzversicherung abzuschließen, wenn Ihre Zähne Probleme machen, dann sei Ihnen gesagt: An diese Möglichkeit haben auch die Versicherer gedacht. Deshalb gibt es eine Wartezeit, nachdem Sie die Versicherung abgeschlossen haben. Diese variiert je nach Versicherung – meistens dauert sie acht Monate. Für die Behandlung von Zahnproblemen, die vor oder während dieser Wartezeit aufgetaucht sind, übernimmt die Zusatzversicherung keine Kosten.

Ausschlaggebend ist nicht, wann Sie sich behandeln lassen, sondern wann der Schaden aufgetreten ist. Ein Beispiel: Ihnen werden Zähne gezogen. Daraufhin schließen Sie eine Zahnzusatzversicherung ab, warten acht Monate und lassen sich erst dann Brücken einsetzen. Trotzdem bezahlt die Versicherung nicht, denn der Schaden entstand bereits vor Vertragsabschluss.

Vorsicht: Versuchen Sie nicht zu mogeln. Stellt Ihr Zahnarzt vor oder während der Wartezeit einen Schaden fest und Sie verschweigen ihn, ist das Betrug. Die Versicherer sind berechtigt, bei den Zahnärzten nachzufragen. Unter Umständen müssen Sie dann das Geld für bereits erfolgte Behandlungen zurückzahlen.

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