Sieben bedeutende US-Präsidenten

John Adams, Andrew Jackson, Jimmy Carter, Ronald Reagan, Bill Clinton, George W. Bush und Barack Obama haben die Zukunft der USA maßgeblich geprägt.

John Adams amtierte nach der Unabhängigkeit der USA von England nach George Washington von 1797 bis 1801 als zweiter Präsident der Vereinigten Staaten. Der Rechtsanwalt Adams beschäftigte sich bereits in jungen Jahren als Schriftsteller mit der Entstehung der amerikanischen Kolonien. Er war kein Charismatiker, sondern stach als Mitautor, Verteidiger und Weiterentwickler der noch jungen amerikanischen Verfassung hervor. Adams war Mitverfasser der Unabhängigkeitserklärung. Er konnte in der Präsidentschaftswahl 1796 zwar den berühmten Thomas Jefferson schlagen. Seine Amtszeit gestaltete sich jedoch aufgrund vieler Intrigen und parteiinterner Streitigkeiten unglücklich. Statt Adams wurde daher Jefferson von seiner Partei der Föderalisten für die nächste Wahl aufgestellt, die er gewinnen konnte.

Andrew Jackson amtierte von 1829 bis 1837 als 7. Präsident der Vereinigten Staaten. Er gründete die bis heute die US-Politik mitdominierende Demokratische Partei. Jackson stammte als erster Präsident nicht aus der Elite des Unabhängigkeitskrieges. Er stand für Reformen der Staatsorganisation und des Bankwesens sowie die gewaltsame Vertreibung und teilweise Ausrottung der Indianerstämme.

Für die Amtszeit ab 1977 wählten die Amerikaner mit Jimmy Carter einen Erdnuss- und Baumwollfarmer zum Präsidenten. Vom oft unglücklich agierenden Carter (Demokratische Partei) blieb vor allem für eine außenpolitische Großtat in Erinnerung: unter seiner Vermittlung einigten sich Israel und Ägypten 1978 in Camp David auf einen historischen Friedensvertrag. Carter konnte die damalige Wirtschafts- und Gesellschaftskrise der USA jedoch nicht lösen. Als 1980 auch noch die von ihm befohlene Befreiung der US-amerikanischen Geiseln in Teheran schiefging, war auch die letzte Hoffnung auf eine Wiederwahl Carters dahin. Die Amerikaner wählten den optimistischer wirkenden Ronald Reagan von der Republikanischen Partei. Erfolgreicher war Carter in seinem Engagement für Menschenrechte und internationale Vermittlung nach seiner Amtszeit, wofür er 2002 den Friedensnobelpreis erhielt.

Der aus ärmlichen Verhältnissen stammende, charismatische Ronald Reagan nutzte für Wahlkampf und Amtsführung seine Erfahrung als Schauspieler in B-Movie-Western. Er kurbelte die kriselnde Wirtschaft durch sein Programm ("Reagonomics") an. Dies war eine arbeitgeberfreundliche Wirtschaftspolitik, flankiert von drastischen Steuersenkungen, insbesondere für Wohlhabende, Sozialkürzungen und Privatisierungen. Reagan überlebte im März 1981 verletzt ein Attentat eines unzurechnungsfähigen Einzeltäters und rüstete als Hardliner im Ost-West-Konflikt die damalige Sowjetunion finanziell zu Tode.

Von 1993 bis 2001 amtierte als 42. US-Präsident der charismatische Bill Clinton von den Demokraten. Der Saxophonspieler wurde seiner Ehefrau Hillary mit der Praktikantin Monica Lewinsky untreu und überstand nur knapp einem Amtsenthebungsverfahren wegen Falschaussage und Justizbehinderung. Clinton stand innenpolitisch für soziale Reformen und dem Abbau des von Reagan und Bush übernommenen Defizits. Außenpolitisch versuchte er, den Nahost-Friedensprozess wieder in Gang zu bekommen. Die beiden Oslo-Abkommen prägen die Gestalt der palästinensischen Selbstverwaltungsgebiete bis heute. 1994 unterzeichnete Clinton mit König Hussein von Jordanien und dem israelischen Ministerpräsidenten Jitzchak Rabin den israelisch-jordanischen Friedensvertrag.

George W. Bush gewann äußerst knapp und rechtlich umstritten im Jahr 2000 die Wahl gegen Al Gore, Umweltexperte und Vizepräsident von Bill Clinton. Der Sohn des früheren Präsidenten George H. W. Bush war von 2001 bis 2009 Präsident. Einerseits hatte er Erfolge im "Krieg gegen den Terror" nach den islamistischen Flugzeug-Anschlägen auf die USA vom 11. September 2001 und konnte den Sturz der in Afghanistan herrschenden Taliban herbeiführen. Andererseits löste er mit unwahren Behauptungen ("Irak besitzt Massenvernichtungswaffen") den Krieg gegen Saddam Husseins Irak aus. Zudem häufte er durch Steuergeschenke an Wohlhabende und extrem hohe Militärausgaben ein gewaltiges Haushaltsdefizit auf, unter dem die US-Wirtschaft und -Währung bis heute leiden.

Barack Obama wurde im November 2008 zum ersten afroamerikanischen Präsidenten der USA gewählt. Sein Vater stammt aus Kenia; seine Mutter ist eine irischstämmige US-Bürgerin. Im Wahlkampf versprach er mehr Dialog und Versöhnung als unter seinem polarisierenden Vorgänger George W. Bush. Dagegen führt Obama gegen islamistische Terroristen Bush Politik der harten Hand fort. So ließ er wiederholt Drohnenangriffe gegen Terroristen und vor allem die riskante und erfolgreiche Aktion von Spezialeinsatzkräften, die mit der Tötung Osama bin Ladens endete, durchführen. Innenpolitisch schaffte Obama die von Konservativen und Versicherungsgesellschaften Bill und Hillary Clinton noch verwehrte Reform des Krankenversicherungssystems, um Millionen unversicherten US-Bürgern Versicherungsschutz zu gewähren. Für seine Wiederwahl muss er voraussichtlich noch viel mehr Menschen in Lohn und Brot bringen, die infolge der Finanzkrise ihren Job verloren haben.

Noch mehr spannende Artikel über den einen oder anderen US-President finden Sie unter amillionlives.net

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Mindestens 45 Tote bei Waldbränden in Portugal und Spanien
Portugal und Spanien trauern um die Opfer der Waldbrände: Mindestens 45 Menschen sind in den Flammen ums Leben gekommen, mehrere Dutzend weitere wurden verletzt.
Mindestens 45 Tote bei Waldbränden in Portugal und Spanien
Misshandelter Elfjähriger aus Neuss gestorben
Der vor fast zwei Wochen in einer Neusser Wohnung mit lebensbedrohlichen Verletzungen gefundene Junge ist tot.
Misshandelter Elfjähriger aus Neuss gestorben
Ausstellung über Klima und Evolution in Halle
Halle (dpa) - Drei Höhlenlöwen jagen ein Mammut und ihr Junges - diese Szene mit den lebensecht erscheinenden Tieren ist beim Landesmuseum Halle in Sachsen-Anhalt …
Ausstellung über Klima und Evolution in Halle
Landwirt soll 189.000 Euro für kurze Straße zahlen 
Es ist nur ein kurzes Stück, doch es ist ganz schön teuer: 189.000 Euro soll ein Landwirt in Schleswig-Holstein für den Straßenausbau zahlen. Ursprünglich sollte der …
Landwirt soll 189.000 Euro für kurze Straße zahlen 

Kommentare