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Muss jahrelang ins Gefängnis: Der Angeklagte soll seinen Großvater bei einer Auseinandersetzung tödlich verletzt haben.

20 Mal auf Opfer eingeprügelt

Opa totgeprügelt: 23-Jähriger muss sieben Jahre hinter Gitter

Ansbach - Für sieben Jahre muss ein 23-Jähriger ins Gefängnis, weil er seinen Großvater totgeprügelt haben soll. Der Täter zeigt vor Gericht keinerlei Reue.

Wegen Totschlags an seinem eigenen Großvater muss ein 23-Jähriger aus Mittelfranken sieben Jahre ins Gefängnis. Nach Ansicht des Landgerichts Ansbach verletzte der Enkel seinen Opa im Herbst 2015 in Lichtenau (Landkreis Ansbach) mit Fußtritten und Schlägen so schwer, dass der 71-Jährige starb. Der Staatsanwalt hatte zuvor zwölf Jahre Haft für den 23-Jährigen gefordert, die Verteidigung dagegen auf Freispruch plädiert. Zugunsten des Angeklagten werteten die Richter, dass der Großvater seinen Enkel mehrfach massiv beleidigt hatte.

Ein medizinischer Gutachter hatte im Prozess ausgesagt, dass der Enkel mehr als 20 Mal auf sein Opfer einprügelt hatte. Die Rippen des Großvaters waren mehrfach gebrochen, die Lunge angespießt. Der Staatsanwalt sprach von einer "Gewaltorgie" und einer großen Gefühllosigkeit des Angeklagten, die auch ein Gutachter festgestellt habe: "Er sitzt hier den ganzen Prozess über mit einem abfälligen Grinsen und hat sich köstlich amüsiert - das spricht Bände."

Nachbarin entdeckt Toten im Wohnzimmer der Familie

Wann genau sich die Tat ereignete, blieb ungeklärt. Klar ist nur, dass es zwischen 30. September und 2. Oktober 2015 gewesen sein muss. An diesem Tag entdeckte eine Nachbarin den toten 71-Jährigen im Wohnzimmer der Familie. Die Frau war stutzig geworden, weil sie den Rentner am Vortag nicht gesehen hatte, und hatte geklopft. Am Abend des 30. September hatte der Wirt der Dorfkneipe den Rentner zum letzten Mal gesehen.

Laut Urteil eskalierte die Situation im Haus der Familie - der Enkel lebte bei seinen Großeltern. Als der Rentner stürzte, habe ihm sein Enkel zunächst aufgeholfen. In diesem Moment habe der Großvater den 23-Jährigen aber erneut gedemütigt - nach den Worten der Richter "der Tropfen, der das Fass zum überlaufen gebracht hat". Der Enkel stieß den alten Mann zu Boden, trat mit dem Fuß auf ihn ein und schlug zu. Enkel und Oma seien nach dem Tod des 71-Jährigen weiter im Wohnzimmer geblieben, ohne Hilfe zu rufen.

"Es war ein sehr gespanntes, von Gewalt geprägtes Verhältnis", sagte der Staatsanwalt. Eine Nachbarin hatte im Prozess berichtet, es habe in letzter Zeit oft Streit gegeben. Dauernd sei die Polizei da gewesen. "Es war viel Alkohol im Spiel und dann wurde es laut."

dpa

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