Sieben Tote bei Massaker in Kolumbien

Bogotá - Bei einem Massaker im besonders gefährlichen Nordwesten Kolumbiens sind insgesamt sieben Menschen erschossen worden, darunter drei Minderjährige.

Vier Bewaffnete seien in den Ort San Juan in der Provinz Córdoba eingedrungen und hätten ohne Vorwarnung das Feuer eröffnet, berichteten nationale Medien am Montag (Ortszeit). Die Polizei konnte zunächst keine Angaben zum Hintergrund der Tat machen. Massaker dieser Art werden in Kolumbien in der Regel nicht aufgeklärt.

In Córdoba mit seiner langen Küste zur Karibik tobt zurzeit eine Auseinandersetzung zwischen verschiedenen Drogenkartellen um die Kontrolle über den Schmuggel über See Richtung USA. Bei den Mitgliedern dieser Banden handelt es sich meist um ehemalige rechte Paramilitärs, deren landesweite Organisation, die “Einheiten zur Selbstverteidigung Kolumbiens“ (AUC), offiziell aufgelöst wurden. Die mittleren Kommandoränge der früheren AUC mitsamt ihres früheren Fußvolkes haben sich inzwischen jedoch ganz auf den Drogenschmuggel verlegt. Erst vor zwei Wochen hatte das Militär ganz in der Nähe von San Juan nach eigenen Angaben bei einem Angriff auf Paramilitärs 12 Gegner getötet und 61 gefangen genommen. Fast täglich werden die Leichen von Opfern der Revierkämpfe zwischen Drogenbanden gefunden.

Die Medien berichten nur noch, wenn auf einen Schlag gleich mehrere Menschen getötet werden. Bei den Opfern handelt es sich in der Regel um Mitglieder der einen oder anderen Bande. Immer wieder aber werden auch wahllos Zivilisten erschossen. Die Zivilbevölkerung wird so in einem Zustand ständiger Todesangst gehalten, und wagt es nicht, die Polizei oder das Militär über Schmuggelrouten oder die Verladung großer Drogenmengen an der Küste auf Schnellboote zu informieren. dpa

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