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Verurteilt wegen versuchten Mordes wurde in Osnabrück der 44-Jährige (li.), der Ziegelsteine auf vorbeifahrende Autos geworfen hatte.

Steine auf Autos geworfen: 44-Jähriger verurteilt

Nordhorn/Osnabrück - Wegen Steinwürfen auf die Autobahn hat das Osnabrücker Landgericht am Freitag einen 44 Jahre alten Mann zu siebeneinhalb Jahre Haft verurteilt.

Zugleich ordnete das Gericht für zwei Jahre die Einweisung in eine Suchtklinik an. Zuvor muss der Mann aber ein Jahr und neun Monate der Haft absitzen.

Das Urteil erging wegen versuchten Mordes in zwei Fällen. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 44-Jährige am 16. August vergangenen Jahres von einer Brücke aus Ziegelsteine auf Autos geworfen hatte, die auf einer Umgehungsstraße bei Nordhorn fuhren. Bei den Steinwürfen wurde durch glückliche Umstände niemand verletzt. Ein Stein traf den Wagen einer deutsch-niederländische Zivilstreife. Der Zeugenaussage eines Beamten zufolge hatte der Stein die Polizisten nur um Millisekunden verfehlt.

Etwa eine Stunde später warf der Mann einen weiteren Stein von der Brücke und traf den Wagen einer 40 Jahre alten Taxifahrerin. Das Auto wurde am Kotflügel getroffen. Die Frau fuhr erst nach Hause und verständigte dann die Polizei. Wenig später wurde der apathisch wirkende Täter auf der Brücke mit seinem Fahrrad entdeckt. In der Gepäcktasche hatte er weitere Steine. Einem Gutachten zufolge hatte der Mann zur Tatzeit etwa zwei Promille Blutalkohol.

Der Mann sei zwar wegen des Alkoholkonsums vermindert schuldfähig gewesen. Dennoch habe er gewusst, was er tat, urteilten die Richter. Dafür spreche, dass er die Polizeifahndung abgewartet und ein weiteres Mal Steine geworfen habe. Der Mann hatte im Prozess seine Tat bedauert.

Der Mann hat seit 1984 wegen Diebstählen, Fahren ohne Fahrerlaubnis und Drogendelikten bereits mehrere Jahre hinter Gitter verbracht.

dpa

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