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Komisch, unser Essen mögen die Europäer leider gar nicht.

So sieht man die Deutschen im Ausland

München - Das Goethe-Institut horchte unsere europäischen Nachbarn über die Deutschen aus. Die Befragung reichte von bekannten Sportlern über Musik bis hin zum Essen - und brachte spannende Ergebnisse.

Das Goethe-Institut mit Hauptsitz München wollte es ganz genau wissen: Zwei Monate lang befragte es unsere europäischen Nachbarn, was sie von uns eigentlich halten. Einmal quer durch die Geschichte ging’s, von Lieblings-Musik bis zur deutschen Küche. Erstaunliches tritt dabei zutage: So nervt das Ausland nicht etwa unsere oft zitierte Pedanterie sonderlich. Sondern ­unsere Küche. Mehr dazu im Internet unter www.goethe.de/deutschlandliste

Matthias Bieber

Der Wichtigste:

Der gute alte Goethe, wer sonst? Stattliche ­ 17 Prozent halten unseren Dichterfürsten für den wichtigsten Deutschen. Auf Rang 2 folgt Angela Merkel – da­ran sehen Sie, dass jede Liste deutlich zeitgebunden ist, bevor Albert Einstein und Martin Luther ihre Aufwartung machen.

Die wichtigsten Deutschen seit 1949

Die bedeutendsten Deutschen seit 1949

Das Buch:

Auch hier ist Goethe vorne. Faust schlägt nach wie vor ein. Es folgt Grass’ Blechtrommel, märchenhafter dritter Platz für die Gebrüder Grimm und ihre Sammlungen. Thomas Mann schafft’s auf Rang 4 (Buddenbrooks) und 5 (Der Zauberberg).

Der Film:

Kleine Überraschung: Nicht Die Blechtrommel oder Das Boot führen, sondern Das Leben der Anderen. Goodbye Lenin auf der 2, Der Himmel über Berlin auf der 3 – und das gebildete Ausland weiß sogar, dass Fritz Langs Metropolis (Rang 6) zu den wichtigsten deutschen Werken aller Kinowerke zählt. Respekt!

Das Musikstück:

Die Zahl „9“ ist Trumpf: Denn gleich nach Beethovens Neunter und seiner Freude, schöner Götterfunken ! folgen Nenas 99 Luftballons. Bronze geht an Beethovens cis-Moll-Sonate mit dem saublöden Beinamen Mondschein, auch Für Elise (5) und die Fünfte (8) des tauben Meisters sind unter den Top Ten. Mit dabei: die wunderbare Düster-Musik von Rammstein (7).

Das Bauwerk:

Sicher nicht das schönste, aber höchst geschichtsträchtige Stück Stein steht in Berlin: Das Brandenburger Tor schlägt um ein Prozent den Kölner Dom und das Reichstagsgebäude. Erst auf der 4 unser Ludwig-Schloss Neuschwanstein, danach gleich die Berliner Mauer.

Die Erfindung:

Trotz Röntgenstrahlen (Silber) und Benz-Auto (Bronze) ganz vorne: Gutenbergs Buchdruck. Was jeder Europäer allerdings ganz praktisch anwendet: das Aspirin auf Rang 4. Erst auf der 8 kommt Zuses Computer-Erfindung.

Das Ereignis:

Der Fall der Mauer! Auf der 2 der Zweite Weltkrieg, gefolgt von Luthers Reformation. Der Erste Weltkrieg folgt auf der 4, dann der Holocaust. Der Bau der Mauer (6) ist ein Prozent vor der Wiedervereinigung auf Platz 7.

Der Sportler:

Nicht Bobbele (4), nicht die Gräfin (2) und auch nicht der Kaiser (3): Nein, Michael Schumacher hält den Sieger­pokal in Sachen bester Sportler. Das schönste ­Lächeln des Sozialismus, Kati Witt, kurvt noch vor Oliver Kahn auf Rang 5.

Pfui, Deutschland! Was Europa an uns gar nicht mag:

Das Essen. Erstaunlich, aber zum Trost: „Mir gefällt alles“ ist immerhin auf Rang 2, auch das von uns so oft beseufzte Wetter wird sehr geschätzt (3). Erst auf Rang 4 folgen Distanz und Kälte, auf 5 Arroganz. Nur jeder 20. beklagt Ausländerfeindlichkeit (8), und die Pedanterie schafft es nur auf Platz 10. Das sollte uns also nicht im Magen liegen.

Olé, Deutschland! Was Europa am meisten an uns liebt?

Die deutsche Kultur. Auf Rang 2 bereits die Freundlichkeit der Menschen (das sollen uns die Engländer erst einmal nachmachen), die deutsche Sprache nimmt die 3. Position ein. Die weiteren ­Plätze von 4 bis 10: Natur und Landschaft, Ordnungssinn, Organisationstalent, (kulturelle) Vielfalt, Berlin, Architektur und Umweltbewusstsein.

P.S.: Unsere Lieblingsantwort stammt aus der Türkei. Antwort auf das Lieblingsmusikstück: die Melodie von Heidi.

 

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