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Hallo 2017: Bei der größten Silvesterparty Deutschlands in Berlin erstrahlte das Brandenburger Tor.

Hohe Sicherheitsvorkehrungen

Silvester-Feierlichkeiten bleiben ohne größere Zwischenfälle

Berlin - Deutschland hat das neue Jahr begrüßt. Auf den Feier-Meilen der Republik starteten Millionen Deutsche ins neue Jahr. Eine Bilanz.

Die Silvesterfeiern in Deutschland sind ohne größere Zwischenfälle verlaufen: In Köln überprüfte die Polizei hunderte Männer aus Nordafrika, um Übergriffe wie in der vorangegangenen Silvesternacht zu vermeiden. Auf Deutschlands größter Partymeile dem Brandenburger Tor in Berlin begrüßten nach Veranstalterangaben Hunderttausende bei einem großen Feuerwerk das neue Jahr.

Die im Bereich des Doms eingerichtete Schutzzone habe zu einer Befriedung des Bereichs geführt, sagte der Kölner Polizeipräsident Jürgen Mathies am Sonntag auf einer Pressekonferenz. Nach Darstellung der Polizei reisten erneut große Gruppen von Männern aus Nordafrika nach Köln und anderen Städten. Allein am Hauptbahnhof und dem Bahnhof Deutz seien mehrere hundert Männer mit einer "Grundaggressivität" aufgetreten. Es habe insgesamt 650 Überprüfungen gegeben, bei den allermeisten ergab sich eine Herkunft aus Nordafrika.

Mathies verteidigte das Vorgehen gegen bestimmte Gruppen. "Es ging darum, konsequent zu verhindern, dass es nochmal zu vergleichbaren Ereignissen kommt wie im vergangenen Jahr." Es gab 190 Platzverweise, 92 Menschen wurden in Gewahrsam genommen, darunter auch Deutsche. Zudem erhielten auch sechs Rechtsextremisten in Köln Platzverweise.

Die Bundespolizei vermeldete insgesamt 900 Platzverweise in Nordrhein-Westfalen. Es habe durchaus Situationen gegeben, die an die vorangegangene Silvesternacht erinnert hätten, sagte der Präsident der Bundespolizeidirektion, Wolfgang Wurm.

Auch die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) zog eine positive Bilanz. Sie verwies auf die eingerichteten Lichtinstallationen, die zahlreiche Besucher anlockte. "Die Kölner haben sich den Raum zurückgeholt", sagte Reker. "Ich bin erleichtert, dass es so gelaufen ist", sagte sie.

Vor einem Jahr war es in der Silvesternacht in Köln zu zahlreichen Übergriffen auf Frauen gekommen. Die Polizei war deshalb mit 1700 Beamten im Einsatz, um dies zu verhindern.

Auch Feierlichkeiten in Berlin weitgehend friedlich

Auch in Berlin feierte die große Mehrheit der Besucher ausgelassen und friedlich, erklärte die Polizei nach dem Ende der Silvesterfeier im Kurznachrichtendienst Twitter. Die Polizei vermeldete aber sechs Anzeigen von Frauen wegen sexueller Beleidigung oder sexueller Nötigung. Zwei Frauen konnten den jeweiligen Tatverdächtigen Polizisten zeigen. Ein 20-Jähriger und ein 26 Jahre alter Mann wurden daraufhin festgenommen.

Rund 1500 Polizisten und 600 Ordner hatten nach Angaben der Veranstalter auf der Partymeile für Sicherheit gesorgt. Nach dem Lkw-Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt im Dezember war die Festmeile zwischen dem Brandenburger Tor und der Siegessäule mit Zäunen, Betonblöcken und Fahrzeugen abgeriegelt. Besucher wurden streng kontrolliert, Feuerwerkskörper und andere gefährliche Gegenstände waren verboten. Polizisten waren auch mit Maschinengewehren im Einsatz.

Zu einem Zwischenfall kam es im Berliner Stadtteil Kreuzberg: Eine offenbar betrunkene Autofahrerin kam mit ihrem Wagen von der Fahrbahn ab und raste in eine Gruppe von Menschen, die am Bordstein saßen. Dabei wurden zwei 19-jährige Frauen verletzt und ins Krankenhaus gebracht.

Keine Zwischenfälle in Hamburg und Bayern

Mit lauten Böllern und bunten Raketen haben auch die Menschen in Bayern bei frostigen Temperaturen das neue Jahr begrüßt. Auf öffentlichen Plätzen und Feiern blieb es nach ersten Angaben der Polizei friedlich. Hinweise zu Übergriffen auf Frauen, wie sie im vergangenen Jahr etwa in Köln Thema waren, gab es nach ersten Erkenntnissen eines Polizeisprechers in Nürnberg dort zum Beispiel nicht. Eine Sprecherin des Tollwood-Festivals in München, wo mit mehr als 6500 Besuchern eine der größten Silvesterpartys im Freistaat stieg, sprach ebenfalls von einer guten Stimmung ohne Zwischenfälle. Wegen der Terrorgefahr und mehrerer Anschläge im vergangenen Jahr war die Polizei vielerorts verstärkt im Einsatz.

Auch in Hamburg stimmten sich Tausende Menschen unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen auf den Jahreswechsel ein. Am Abend seien an der Reeperbahn, den Landungsbrücken und am Jungfernstieg bislang keine besonderen Vorkommnisse zu verzeichnen gewesen, teilte ein Polizeisprecher mit.

Impressionen aus der Silvesternacht:

Silvesterfeuerwerk: So schön leuchtete es in Deutschland und auf der ganzen Welt

AFP/lin/sid

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