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Skandal um Dioxin in Futtermittel weitet sich aus

Kiel - Die Affäre um dioxinverseuchtes Futtermittel weitet sich aus. Die Zuckerrübenschnitzel sind auch an Vieh in Schleswig-Holstein verfüttert worden. Der Hersteller will vorhandene Reste zurückzunehmen.

Die Suche nach der Ursache für Dioxin in Futtermittel aus Sachsen-Anhalt und Nordrhein-Westfalen läuft auf Hochtouren. Am Donnerstag rätselten die Ermittler aber noch über die Herkunft des Giftes. “Es liegen noch keine Erkenntnisse vor“, sagte Sachsen-Anhalts Umweltminister Hermann Onko Aeikens (CDU). Der Hersteller sei bereit, die betroffenen Rüben-Pellets zurückzunehmen. “Wir müssen aber davon ausgehen, dass ein Teil schon verfüttert worden ist“, sagte Aeikens.

Unterdessen weitete sich der Skandal auf weitere Bundesländer aus. Die dioxinbelasteten Zuckerrübenschnitzel wurden auch in Schleswig-Holstein entdeckt. Bundesweit gab es Untersuchungen, nachdem ein Hersteller von Zuckerrüben-Schnitzeln aus Nordrhein-Westfalen Überschreitungen des zulässigen Dioxin-Höchstwertes gemeldet hatte. Von einer Gefahr für Verbraucher sei nicht auszugehen, hieß es in einer Mitteilung des Kieler Landwirtschaftsministeriums.

Auch Minister Aeikens erklärte, für die Verbraucher bestehe keine Gefahr. “Da wir es mit geringfügigen Überschreitungen zu tun haben, gehen wir davon aus, dass Gefährdungen durch den Konsum der Produkte - also Fleisch und Milch - nicht zu befürchten sind.“ Die noch auffindbaren Mengen würden voraussichtlich verbrannt.

Eine Zuckerfabrik in Könnern (Sachsen-Anhalt) hatte rund 35 000 Tonnen Tierfutter ausgeliefert, das Proben zufolge zu viel Dioxin enthält. 3700 Tonnen davon waren in andere Bundesländer geliefert worden, der Rest ging an Unternehmen im Land. “Es handelt sich um Chargen, die im Oktober produziert worden sind“, sagte Aeikens.

Nach Schleswig-Holstein wurden bisherigen Erkenntnissen zufolge ungefähr anderthalb Tonnen des belasteten Futtermittels geliefert. Der Grenzwert von 0,75 Nanogramm wurde laut Ministerium deutlich unterschritten. Ein Rückruf des bereits ausgelieferten Futtermittels sei deshalb nicht notwendig. Rund 440 Kilogramm noch nicht verarbeitetes Futter wurde gesperrt.

In Sachsen-Anhalt wurden wegen des Dioxin-Verdachts rund 31 000 Tonnen Tierfutter gesperrt. In Mecklenburg-Vorpommern sollten 35 Tonnen Futter wegen einer möglichen Belastung entsorgt werden. Auch in einem Werk des Herstellers in Euskirchen in Nordrhein-Westfalen waren überhöhte Werte gemessen worden.

Das als Seveso-Gift bekanntgewordene Dioxin kann tödlich wirken. Andere Dioxine lösen Chlorakne aus oder beschleunigen das Wachstum von Krebstumoren.

dpa

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