Das Skilager-Tagebuch der toten Schüler

Siders - Es ist das letzte Lebenszeichen der 22 Schulkinder, die bei dem tragischen Bus-Unglück in der Schweiz ums Leben kamen: In einem Internet-Tagebuch berichteten die meist zwölfjährigen Kinder von ihrem Skilager-Erlebnissen.

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Tunnel-Unglück: Warum raste der Bus in die Nothaltebucht?

Schock nach Busunglück: "Es war wie Krieg"

Montag, 5. März: D-Day!!!! Wir können verreisen. Worauf jeder so lange gewartet hat, ist endlich in Sicht. Um 19 Uhr waren alle auf dem Parkplatz (einige mit etwas bangem Herzen) und der Autobus (Luxusbus!) von Top-Tours mit den Fahrern Paul und Kurt wartete schon (welch ein Service!). Tuuut klang es und weg waren wir! Wir machten es uns im Bus bequem (warme Kleidung und Schuhe aus), haben alles in den Gepäckablagen verstaut und sind dann nach Heverlee gefahren, um die andere Schule abzuholen.

In Martigny machten wir den letzten Zwischenstopp. Es war jetzt 07.00 Uhr. Dann kam das letzte Stückchen Busfahrt: Eine ernsthafte Steigung mit beeindruckenden Haarnadelkurven (manchmal hat der Bus aber ziemlich eng gewendet!) Spannend!!! Nach etwa 45 Minuten sind wir in Saint Luc am Postgebäude angekommen. Das Abenteuer kann beginnen!!!!!!

Dienstag, 6. März: Wer früh aufsteht kommt auch früh an. Um acht Uhr morgens trafen wir uns in der Halle vom Hotel. (...) Viele Schüler waren überrascht, wie viel die Mamas und Papas in die Koffer gepackt hatten. Auch wurden viele versteckte Botschaften entdeckt. Wenn das nicht schön ist! Danach haben wir die erste Entdeckungswanderung in Saint Luc gemacht.

Die Atmosphäre ist hier so wie das Wetter: strahlend. Die Sonne scheint. Die belgischen Boys und Girls aus der sechsten Klasse tun ihr Bestes, um diese Atmosphäre zu halten. Schlaaaaaaft gut, bis morgen.

Mittwoch, 7. März: Jeder hat heute den ersten Kampf mit den Skistiefeln geführt. Wir wurden in Gruppen zum Skifahren aufgeteilt. Trotz der Anstrengungen und obwohl es warm war, hat jeder die erste Skistunde toll gefunden.

Der allgemeine Beschluss lautet in Kürze: Das sind echte Superferien, die wir in diesem Jahr in der Schweiz haben. Die Stimmung ist spitze. Mehr geht nicht.

Donnerstag, 8. März: 08.45 Uhr. Abfahrt ins Skigebiet. Heute kommen wir mittags nicht zum Essen ins Tal. Italienisches Abendessen: Spaghetti Bolognese (super!!!!).

Freitag, 9. März: 13.30 Uhr. Wir fahren mit dem Autobus nach Grimentz, ein Bergdorf am Nordrand des Wallis. Wir werden in Gruppen verteilt und machen eine Rallye durchs Dorf. Nun ist die Frage, wer die meisten Aufgaben gelöst hat.

Samstag, 10. März: Die Vormittagswanderung ging zum Pierre des Sauvages (Stein der Wilden). Das ist ein Opferstein, wo früher mal Jungfrauen geopfert wurden, um die Götter gnädig zu stimmen. Als der Lehrer das erzählte, hörte man die Eichhörnchen im Wald spielen. War sehr spannend – und blutig. Dann sind wir wieder zur Bergbahn gegangen.

Sonntag, 11. März: Jeder fährt jetzt Ski. Alle können mit dem Schlepplift fahren. Am Abend haben wir Gesellschaftsspiele gespielt (Sonntag ist ja nicht umsonst ein Ruhetag).

Montag, 12. März: Jawohl, liebe Daheimgebliebene, wir sind schon fast am Ende. Morgen ist schon der letzte Tag in Saint Luc! Damit es dann auch ein voller Tag für die Kids ist, beschränke ich mich jetzt auf die Übersicht unserer Aktivitäten morgen (der Bericht über den letzten Tag + Reise + Heimkommen + Fotos folgt so schnell wie möglich nach unserer Rückkehr)

Programm 13. März: Bettzeug zurückgeben, Frühstück, Souvenirs kaufen, Mittagessen, Skifahren (das letzte Mal!), Kaffee und Duschen (wenn noch Zeit ist?), Aushändigung Skizeugnisse, Verladen des Gepäcks, Abendessen und Einpacken des Lunchpakets – Abreise nach Belgien …

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Rubriklistenbild: © dpa

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