Slowake statt Bruder im Gefängnis

Bratislava - Acht Monate lang hat ein Slowake unter dem Namen seines Bruders im Gefängnis gesessen, ohne dass Polizei und Gericht das bemerkten. Wie konnte das passieren?

Schuld an der in der Slowakei bisher einmaligen Identitätsverwechslung sei Schlampigkeit in einem Schnellverfahren vor Gericht, aber auch der Häftling selbst, berichtete das Nachrichtenportal Sme.sk am Mittwoch.

Der mehrfach vorbestrafte Viktor P. hatte sich demnach als sein Bruder Peter P. ausgegeben, als er im Oktober 2010 bei einem Diebstahl in der Stadt Spisska Nova Ves erwischt wurde. Auch vor Gericht trat er unter dem Namen seines ahnungslosen Bruders auf: Dank dessen sauberer Weste erhielt er eine mildere Strafe als ihm selbst wegen seiner Vorstrafen gedroht hätte.

Zwar konnte er sich nicht ausweisen, aber er gab alle “seine“ Personendaten in so tadelloser Übereinstimmung mit dem offiziellen Melderegister der Polizei an, dass sowohl Polizisten wie auch Richter auf eine Nachprüfung verzichteten. Denn auch das im Melderegister vorhandene Foto des ähnlich aussehenden Bruders schien zu passen. Erst ein viel später vorgenommener DNA-Vergleich zwischen Häftling und Straftäter-Register ließ den Schwindel auffliegen. Das Gerichtsverfahren gegen Viktor P. wird neu aufgerollt.

dpa

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