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Wohnungen, Autos, gutes Gehalt: Viele deutsche Bischöfe genießen die ein oder andere Annehmlichkeit.

Wohnung, Dienstwagen, gutes Gehalt

So annehmlich leben deutsche Bischöfe

Fulda - Wohnung, Auto, gutes Gehalt: Dem Limburger Bischof wird Prunksucht vorgeworfen. Doch obwohl seine Amtsbrüder meist bescheidener leben, genießen auch sie die ein oder andere Annehmlichkeit.

Die Finanz-Affäre um den Limburger Oberhirten Franz-Peter Tebartz-van Elst hat auch eine Debatte um den Lebensstil der katholischen Bischöfe in Deutschland ausgelöst. Es ist eine Diskussion um Wohlstand und Luxus, die auch der neue Papst Franziskus mitprägt. Ihm wird ein bescheidener Lebensstil zugeschrieben. In einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur nennen die deutschen Oberhirten Details aus ihrem Lebensumfeld: zu ihrer Wohnsituation, zu Dienstwagen und Sold sowie zu Bauprojekten der Bistümer.

München-Freising: 11.500 Euro im Monat und freie Unterkunft im Palais

Kardinal Reinhard Marx zählt zu den Großverdienern unter den deutschen Bischöfen. Er kommt auf 11.500 Euro pro Monat. Miete muss er davon nicht zahlen. Der Freistaat Bayern stellt dem einflussreichen Oberhirten das Erzbischöfliche Palais zur Verfügung. Marx bewohnt im Palais Holnstein eine Drei-Zimmer-Wohnung (90 qm). Das Rokokogebäude wurde für acht Millionen Euro generalsaniert. Den Löwenanteil zahlte das Land Bayern. Marx hat als Dienstwagen die Oberklasse-Limousine BMW 730i, mit Chauffeur. Besoldungsgruppe: B10.

Köln: Anspruchsloser Lebensstil trotz hohem Gehalt

Kardinal Joachim Meisner hat im Erzbischöflichen Haus eine 246 qm große Wohnung. Er zahlt dafür keine Miete, jedoch ist der Mietwert in Höhe von 1.213,47 Euro zu versteuern. Zusätzlich zahlt er eine Pauschale für Reparaturen sowie Heiz- und Betriebskosten (500 Euro im Monat). Meisner verdient monatlich 11.524,40 Euro (B11). Das entspreche etwa dem Sold eines Oberbürgermeisters in einer NRW-Gemeinde mit mehr als 500.000 Einwohnern. „Persönlich lebt Kardinal Meisner immer schon beinahe anspruchslos“, sagte ein Sprecher. Er hat seit vier Jahren einen 7er BMW. Die Weihbischöfe fahren Mercedes mit Blue-Efficiency-Motoren, aber auch BMW. Nach einer neuen Verordnung werden künftig kleinere Modelle genommen wie etwa Skoda. Manche Wagen werden geleast, aber es gibt auch weiterhin Neuanschaffungen.

Rottenburg-Stuttgart: Baukosten von 39 Millionen Euro

Die gewaltigen Baukosten von 31 Millionen Euro im Bistum Limburg toppten die Schwaben sogar. 39 Millionen Euro verschlang der Umbau des Verwaltungsgebäudes der Diözese. Zuvor waren 36,5 Millionen Euro eingeplant gewesen. Der Unterschied zu Limburg: Die Kosten wurden von Anfang an transparent gehalten. Privat wohnt Bischof Gebhard Fürst auf 100 Quadratmetern. Er fliegt im Gegensatz zu Tebartz-van Elst auch Economy-Class. Auf kürzeren Strecken ist er im Audi A6 unterwegs. Besoldungsgruppe: B8.

Freiburg: Bescheiden wie Papst Franziskus

Erzbischof Robert Zollitsch wohnt in einem Reihenhaus auf 200 Quadratmetern, für die er den Mietwert versteuert. Ein Sprecher des Erzbistums sagte zur Linie nach Franziskus' Vorbild: „Wer Papst Franziskus und Erzbischof Zollitsch beobachtet, entdeckt manche Gemeinsamkeiten: Beide verzichten erkennbar auf neue Schuhmode und lieben offenbar pragmatisch bequeme Schuhe, die sich im Einsatz bereits bewährt haben.“ Wenn er nicht läuft, sondern fährt, nutzt er einen BMW 740d. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz ist oft mehr als 20 Stunden pro Woche mit dem Auto unterwegs. Besoldungsgruppe: B8.

Essen: 220 Quadratmeter umsonst

Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck wohnt zwar in einem umgebauten Pfarrhaus aus den 1950er Jahren mit schlechter Isolierung. Dafür aber mit reichlich Platz: Die Räume umfassen auch eine kleine Kapelle und einen Gästebereich - insgesamt 220 Quadratmeter, für die der Geistliche keine Miete zahlt, aber 1.537,50 Euro als geldwerten Vorteil versteuert. Unterwegs ist er in einem geleasten VW Phaeton. Das vergleichsweise große Auto benötige Overbeck wegen seiner langen Beine, um im Fonds arbeiten zu können, sagte ein Sprecher. Das Bistum hatte als erstes vergangene Woche sein Vermögen komplett offen gelegt - neben dem regulären Haushalt auch das Vermögen des Bischöflichen Stuhls, das eigentlich nicht veröffentlichungspflichtig ist. Overbeck verdient so viel wie ein Staatssekretär, 11.125 Euro brutto im Monat.

Berlin: Fahrrad statt Auto

Der Berliner Erzbischof Rainer Maria Woelki bewohnt eine Fünf-Zimmer-Wohnung in Berlin-Wedding, einem traditionellen Arbeiterbezirk mit hohem Ausländeranteil. Das Haus gehört einer Wohnungsbaugesellschaft, die zur katholischen Kirche zählt. Unterwegs ist er in einem 5er BMW, eine Nummer kleiner als die Dienstwagen vieler seiner Amtsbrüder. Das Auto lässt er aber laut Erzbistum so oft wie möglich stehen. Woelki fährt auch Rad.

Fulda: 147 Quadratmeter barocker Luxus

Während seinem hessischen Amtskollegen in Limburg Prunksucht angelastet wird, lebt Bischof Heinz-Josef Algermissen nach eigenen Angaben wider Willen in barockem Luxus. Auf 174 Quadratmetern Wohnfläche zu residieren, sei „natürlich nicht zeitgemäß“. „Für mich ist es eine Zumutung, darin zu wohnen“, sagt er. „Der ganze Komplex ist ziemlich groß.“ Algermissen hätte lieber in eine kleinere Dienstwohnung. Dagegen spricht die Tradition: Fuldaer Bischöfe wohnen am Michaelsberg. Leider mit dem Nachteil: „Wenn ich im Schlafzimmer bin und im Wohnzimmer etwas vergessen habe, muss ich 50 Meter gehen.“ In den weitläufigen, offenen Räumen empfinde er keine Privatsphäre. Besoldungsgruppe in Hessen: B9 (Grundgehalt etwa 9.700 Euro).

Mainz: 25 Millionen Euro für Sanierung

Dem Mainzer Bischof Kardinal Karl Lehmann wird eine Dienstwohnung zur Verfügung gestellt. Er zahlt aber den Mietwert nach dem Mietspiegel 2011 der Stadt Mainz sowie Betriebs- und Heizkosten. Ein großes Bauprojekt im Bistum war der Neubau des Bischöflichen Jugendamtes (3,9 Millionen Euro). 2001 begann die Sanierung des Mainzer Doms. Die Gesamtkosten liegen bei 25 Millionen Euro. Der ehemalige Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz wird nach der Besoldungsgruppe B7 in Rheinland-Pfalz bezahlt. Das entspricht einem Grundgehalt von knapp 8.700 Euro.

Hamburg: Transparenz und Bescheidenheit

Das Erzbistum sieht sich in seiner Haushaltsführung in der Tradition hanseatischer Kaufleute. „Der Erzbischof hat immer deutlich gemacht, dass Kirche für die Menschen da ist und mit den Finanzmitteln verantwortlich, bescheiden und transparent umgegangen werden müsse“, sagte ein Bistumssprecher. Erzbischof Werner Thissen lebt in einer 109 qm großen Wohnung. Eines der größten Bauprojekte zuletzt: Die Sanierung und teilweise Neugestaltung des Hamburger Mariendoms für 7,8 Millionen Euro aus Spenden.

Osnabrück: 200 Quadratmeter für monatlich 1100 Euro

Das Domizil von Franz-Josef Bode hat eine Wohnfläche von 1100 qm. Darin bewohnt er eine 200 qm große Dienstwohnung. Dafür zahlt er im Monat 1100 Euro Kaltmiete. Chauffieren lässt er sich in einem Audi A6. Besoldungsgruppe: B7.

Görlitz: Mit Fahrrad und Zug unterwegs

Bischof Wolfgang Ipolt lebt offenbar bescheiden. Für Reisen nutzt er den Zug. Sein Dienstwagen sei kleiner als der von so manchem Handwerksmeister, so das Bistum. „Meist kommt der Bischof mit dem Fahrrad oder seinem gebrauchten Opel“, sagte ein Sprecher. Er bewohnt ein Einfamilienhaus mit knapp 100 qm Wohnfläche.

Dresden-Meißen: Kirchenneubau für 15 Millionen Euro

Bischof Heiner Koch wohnt in einer 150-qm-Wohnung. Dafür zahlt er 870 Euro Kaltmiete. Chauffiert wird er in seinem Dienstwagen Mercedes Hybrid E300 bluetec. Den nutzt er auch intensiv als Büro auf langen Fahrten. In Leipzig geht gerade der größte Kirchenneubau im Osten seit 1989 vonstatten, er soll 15 Millionen Euro kosten. Doch die Finanzen für die Propsteikirche St. Trinitatis laufen laut Bistum nicht aus dem Ruder. Finanziert wird der Bau aus Spenden und Kirchenmitteln. Besoldungsgruppe: B5.

Magdeburg: Auf Luxus wird kein Wert gelegt

Bischof Gerhard Feige legt keinen Wert auf Pomp. Er bewohnt eine Drei-Zimmer-Wohnung in einem Haus, das der Kirche gehört. Privat fährt der 61-Jährige einen VW Golf. Für Fahrten im Auftrag des Herren steht ihm aber auch ein Dienstwagen zur Verfügung.

dpa

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Bistümer legen Vermögen offen

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