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US-Software-Millionär John McAfee

Ist er ein Mörder?

McAfee vor Auslieferung nach Belize

Guatemala-Stadt - Nach seiner bizarren Flucht steht der Gründer der Computersicherheitsfirma McAfee vor der Auslieferung nach Belize. Die dortigen Behörden bringen den Softwarepionier mit einem Mord in Verbindung.

Das Nachbarland Guatemala, in das er vor der Polizei geflohen war, habe seinen Antrag auf politisches Asyl abgelehnt, sagte John McAfees Anwältin am Donnerstag. Der exzentrische Software-Guru befindet sich derzeit in Gewahrsam, weil er illegal nach Guatemala eingereist ist.

Die Behörden in Belize wollen McAfee im Zusammenhang mit dem Mord an dem Amerikaner Gregory F. befragen. Ein Sprecher der dortigen Polizei sagte, er erwarte, dass McAfee bald nach Belize zurückgeflogen werden. Für die Polizei in Belize ist McAfee in dem Mordfall eine „Person von Interesse“. Das heißt, dass die Behörden eine Verwicklung des Unternehmers in den Fall vermuten. McAfee bestreitet dies.

Ein anderer Anwalt McAfees, Telesforo Guerra, hatte zuvor vor den Konsequenzen einer Auslieferung gewarnt. „Wenn er nach Belize zurückkehrt, wird er in Gefahr sein.“ McAfees Worten zufolge suchen ihn die Behörden in Belize, weil er über heikle Informationen über Korruptionsfälle in dem Land verfüge. Der Ministerpräsident von Belize, Dean Barrow, zog den Geisteszustand McAfees in Zweifel. „Ich will nicht unfreundlich sein, aber ich glaube, er ist extrem paranoid, übergeschnappt.“

Trickreiche Flucht

Die Flucht aus Belize war McAfee nach eigener Darstellung mit einem Trick gelungen. Dabei habe er einen Doppelgänger mit einem gefälschten nordkoreanischen Pass nach Mexiko geschickt, der sich dort absichtlich festnehmen lassen sollte. Seine wochenlange Flucht hatte McAfee über seinen Blog im Internet dokumentiert. Zudem nahm er immer wieder Kontakt zu Medien auf, um seine Sicht der Dinge darzulegen. In Guatemala sei er dann in einem Hotel in einer vornehmen Gegend der Hauptstadt Guatemala-Stadt in Gewahrsam genommen worden, teilte Innenminister Mauricio López Bonilla am Mittwoch (Ortszeit) mit.

McAfee war vor drei Jahren nach Belize gezogen, um weniger Steuern zu zahlen. Der „New York Times“ sagte er 2009, dass von seinem Vermögen von einst 100 Millionen Dollar durch die Finanzkrise nur rund vier Millionen Dollar übrig seien. Andernorts wurde er mit den Worten zitiert, diese Darstellung „sei überhaupt nicht zutreffend“.

dapd

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