Prozess-Auftakt

Sohn vor die U-Bahn gestoßen: Stimmen befahlen ihr die Tat

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Hamburg - Der Fall einer psychisch kranken Frau, die ihren Sohn in Hamburg vor eine U-Bahn stieß, schockierte ganz Deutschland. Zu Beginn des Prozesses gegen die 31-Jährige kamen neue Details zur Tat ans Licht.

In einer am Donnerstag von ihrer Verteidigerin am Hamburger Landgericht verlesenen Erklärung bedauerte die Frau die Tat: „Ich werde mir das, was geschehen ist, niemals verzeihen.“ Sie habe ihren Sohn sehr lieb, würde ihn gern wiedersehen, zitiert sie der Focus.

Der damals Elfjährige wurde am 18. Oktober 2015 von dem Zug an der U-Bahn-Station Hoheluftbrücke überrollt und lebensgefährlich verletzt. Der psychisch kranken Mutter wird versuchter Mord, Misshandlung von Schutzbefohlenen und schwere Körperverletzung vorgeworfen.

Stimmen befahlen ihr die Tat

Die Frau leidet nach Worten ihrer Anwältin demnach an paranoider Schizophrenie mit Wahnvorstellungen. Stimmen hätten der Frau die Tat befohlen, da "der Junge den Teufel im Leib" hätte und sterben müsse, ist in der Bild-Zeitung zu lesen, die sich auf die Psychiaterin bezieht, bei der die 31-Jährige in Behandlung war. Wegen ihrer psychischen Probleme habe sie Medikamente genommen. Einige Monate vor der Tat hatte sie die jedoch abgesetzt: „Sie hat die Krankheit unterschätzt und gedacht, dass sie es ohne die Medikation schafft“, sagte ihre Verteidigerin dem Focus zufolge. 

Der Junge lebt jetzt bei seinen Großeltern. Die Oma wird in der Bild mit den Worten zitiert, er liebe seine Mutter abgöttisch. An den Sturz könne er sich erinnern, dass es seine Mutter war, die ihn stieß, nicht. "Die Ärzte haben es ihm ganz vorsichtig beigebracht", so Conny L. 

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass sie schuldunfähig ist, und will die dauerhafte Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik beantragen. Die Frau war bereits kurz nach der Tat vorläufig in eine solche Klinik eingewiesen worden.

Das Gericht schloss die Öffentlichkeit von der Verhandlung aus.

dpa/hn

Rubriklistenbild: © dpa

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