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Somalische Islamisten verbieten Videos und Kassetten

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- Mogadischu/Nairobi - Die Islamisten in Mogadischu haben den Verkauf von Videos und Musikkassetten verboten. Die Milizen der Islamischen Gerichte hätten in mehreren Geschäften die Ware konfisziert, berichteten Augenzeugen am Mittwoch.

Filme und Musik trügen dazu bei, das Böse zu verbreiten, betonten die Islamischen Gerichte, die seit Anfang Juni die Stadt kontrollieren. Während der Fußballweltmeisterschaft hatten die Islamisten bereits mehrfach gewaltsam die öffentlichen Übertragungen der Spiele gestört.

Unterdessen sind etwa 100 Soldaten der schwachen Übergangsregierung in Baidoa zu den Islamisten übergelaufen. Die Soldaten seien mit drei Fahrzeugen mit schweren Geschützen in Mogadischu eingetroffen, sagte Mohamed Ibrahim Bilal, der Vorsitzende eines der Islamischen Gerichte. «Wir wollen möglichst viele zum Überlaufen bewegen, bevor wir die Regierung angreifen», fügte er hinzu. Insgesamt sind bislang etwa 300 Regierungssoldaten desertiert.

Die teilautonome Region Puntland im Norden Somalias wird zunehmend von den islamischen Milizen bedroht, die mittlerweile eine weitere Küstenstadt kampflos eingenommen haben. Hunderte von Kämpfern seien auf Pritschenwagen in der Hafenstadt Hobyo eingetroffen, berichteten Augenzeugen. Die Regierung von Puntland hatte angekündigt, sich im Fall eines Angriffs heftig zu wehren.

Somalia hat seit dem Sturz des Diktators Siad Barre 1991 keine funktionierende Zentralregierung mehr gehabt. Die nach Clanzugehörigkeit organisierten islamischen Gerichte waren eine der letzten Ordnungsinstanzen.

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