Wann wird es endlich warm?

Prognose 2021: „Neuer Sommer“ könnte lange Warmwetter-Perioden bringen - zwei Szenarien möglich

Der Frühling war bislang eher durchwachsen. Doch Meteorologen prognostizieren spätestens ab Juli einen warmen Sommer. Wie viel es regnen wird, hängt von einem Wetterphänomen ab.

Berlin - Regen, Graupel, zwischendurch ein, zwei Tage Sonne - den Frühling in Deutschland kann man in diesem Jahr allenfalls durchwachsen nennen. Während es im Februar schon mehr als 20 Grad hatte, dümpeln die Temperaturen im April meist im einstelligen oder niedrigen zweistelligen Bereich umher. Sonne? Meist Fehlanzeige.

Auch die Prognosen für den Mai und Juni versprechen da kaum Besserung. Das berichtet The Weather Channel. Es wird noch dauern, bis der Sommer bei uns ankommt. Derzeit wird die Wetterlage von starken Hochdruckgebieten über dem Atlantik dominiert. Die blockieren die Westwinde und den Jet und leiten so kalte Luft aus dem Norden nach Mitteleuropa.

Sommer-Prognose für Deutschland: Sommer wird auf jeden Fall warm

Dieses Muster wird sich wohl auch im Mai fortsetzen. Nachdem der April bisher im Mittel schon deutlich zu kalt war, wird der Mai wohl ebenfalls kühler als im langjährigen Durchschnitt werden. Selbst für den Juni sehen Meteorologen noch Signale für kühlere. Temperaturen.

Doch es gibt auch eine gute Nachricht: Der deutsche Sommer wird auf jeden Fall warm. Zwei unterschiedliche Szenarien zeichnen die Experten derzeit. In Szenario 1 setzt sich das Sommermuster der vergangenen Jahre durch, auch „neuer Sommer“ genannt. In 17 der vergangenen 23 Sommer trat dies ein. Durch eine Troglage - ein Trog ist ein ausgedehntes Gebiet relativ geringen atmosphärischen Luftdrucks - entstünde gutes Wetter über Mitteleuropa.

Der Jet wäre in diesem Fall schwach ausgeprägt, es käme zu starken meridonialen Temperaturbewegungen, also Warmluft, die weit in den Norden zieht und im Gegenzug Kaltluft, die in südlichere Gebiete vorstößt. Experten sehen hier eine Verbindung mit dem Klimawandel und der Erderwärmung. Denn: Die Temperaturgegensätze zwischen Arktis und den Tropen nehmen ab, das schwächt den Jetstream und führt zu so einer Wetterlage.

Wetter-Prognose für den Sommer 2021: Ausreißer wie 2013 und 2018 möglich?

Sollte dieses Szenario eintreten, stünden weite Teile Deutschlands vor einem heißen Sommer. Einzig für den Norden Deutschlands wären etwas kühlere Temperaturen vorhergesagt.

Szenario 2 beschreibt einen Ausreißer ähnlich der Jahre 2013 und 2018. Analog zu 2021 gab es auch damals einen kalten Frühling. Das würde bedeuten, der Jetstream würde doch wieder stärker und die Wetterlage würde unbeständiger und regenreicher. 2013 waren der Juli und der August allerdings sehr warme Monate, denn das Starkwindband kann auch Luft aus dem Südwesten zu uns bringen.

Sommer-Prognose für Deutschland: Risiko für Hochwasser größer als in den vergangenen Jahren

Derzeit gilt das neue Sommermuster als sehr wahrscheinlich, doch sicher kann das noch nicht vorhergesagt werden. Möglicherweise würde das gute Wetter dann bereits im Juni einsetzen und bis in den September anhalten. Meteorologen sprechen von einem weiteren La-Niña-Jahr im Pazifik, das Wetter könnte also ähnlich ausfallen wie im Herbst 2020.

In beiden Szenarien ist ein warmer Sommer sehr wahrscheinlich. Mögliche Hitzewellen können derweil noch nicht abgesehen werden. Spannend ist auch noch der Blick auf die Niederschläge. In Jahren mit geringer Sonnenaktivität, also wie in diesem Jahr, kommt es statistisch häufiger zu Hochwassern im Alpenraum. Aus den Mai- und Juniprognosen geht hervor, dass es wohl nicht zu trocken wird, zu einer Dürre sollte es also in diesem Jahr nicht kommen.

Der Schnee in den Alpen konnte sich in diesem Jahr lange halten, da immer wieder Kaltluft aus dem Norden nach Süddeutschland zog. Die Schneeschmelze steht also noch in weiten Teilen an. Die Vorzeichen deuten auf ein Hochwasser im späten Frühjahr oder frühen Sommer hin. Das bedeutet nicht, dass dieser Fall sicher eintreten wird, das Risiko wird aber höher als in den vergangenen Jahren eingeschätzt. (fmü)

Rubriklistenbild: © Lino Mirgeler/dpa

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