1. Startseite
  2. Welt

Sorge um den Papst

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

null

- Rom - Die Sorge um den schwer kranken Papst wirft dunkle Schatten auf die Osterfeiern in Rom: Erstmals in seinen 26 Amtsjahren kann Johannes Paul II. nicht an den Osterzeremonien teilnehmen. Unsicher scheint auch, ob er wenigstens wie geplant am Ostersonntag den Segen "Urbi et Orbi" (Der Stadt und dem Erdkreis) sprechen kann. Erneut sind Zehntausende Pilger und Touristen nach Rom gekommen, viele auch aus Deutschland.

Zwar zeigte sich der 84-Jährige am Mittwoch kurz am Fenster seiner Wohnung am Petersplatz und winkte den Gläubigen zu. Vier Wochen nach seiner Luftröhrenoperation konnte er aber erneut nicht sprechen. Der Kirchenführer war kaum eine Minute zu sehen, er wirkte abgemagert und geschwächt, machte aber mehrfach das Kreuzzeichen.

Zugleich berichteten italienische Zeitungen über eine Verschlechterung der Gesundheit: Der Papst leide zeitweise wieder an Atemnot, zudem gebe es Probleme beim Schlucken und Essen. An eine Rückkehr ins Krankenhaus sei aber derzeit nicht gedacht. "Er ist schwach, äußerst schwach", sagte ein Vertrauter der römischen Zeitung "La Repubblica".

Von Gründonnerstag bis Ostersonntag lässt sich das Oberhaupt der Katholiken bei den Zeremonien von hohen Kuriengeistlichen vertreten. Die Messe am Donnerstag, bei der das Salböl (Chrisam) für Taufen und Firmung geweiht wird, feiert Kardinal Giovanni Battista Re, den Vespergottesdienst am Karfreitag Kardinal James Francis Stafford. Beim traditionellen nächtlichen Kreuzweg am römischen Kolosseum wird der kranke Papst vermutlich per Video zugeschaltet. Die Osterwache in der Nacht zum Sonntag hält der deutsche Kardinal Joseph Ratzinger, die Ostermesse Kardinal-Staatssekretär Angelo Sodano.

"Wer weiß, vielleicht schafft es der Heilige Vater, beim Kreuzweg zwei Worte zu sagen. Auf alle Fälle wird er aber versuchen, beim Ostersegen zu sprechen", zitiert "La Repubblica" einen Vatikaninsider. Als völlig ausgeschlossen gilt, dass der Papst am Sonntag wie sonst üblich in über 60 Sprachen die Osterwünsche spricht. Offiziell äußerte sich der Vatikan am Mittwoch nicht zum Gesundheitszustand.

Johannes Paul hatte am 24. Februar wegen akuter Atemnot einen Luftröhrenschnitt erhalten. Seitdem trägt er eine Kanüle im Hals, die das Atmen erleichtern soll. Sie erschwert aber erheblich das Sprechen. Inoffiziell verlautete, die Parkinson Krankheit, an der der Papst schon seit vielen Jahren leidet, verschärfe die Probleme beim Schlucken und Essen. "Mehr als wir jetzt für ihn tun, können wir nicht machen", sagte einer seiner Ärzte. 

Auch interessant

Kommentare