Soviel Taschengeld bekommen Kinder

Berlin - Kinder in Deutschland verfügen im Jahr über mehr als 1,6 Milliarden Euro Taschengeld. Wieviel Eltern im Schnitt geben, und was ihr Nachwuchs am liebsten dafür kauft.

Dies geht aus der am Dienstag in Berlin vorgestellten KidsVerbraucherAnalyse 2011 (KidsVA) des Egmont Ehapa Verlags hervor, bei der das Medien- und Konsumverhalten Sechs- bis 13-Jähriger und in diesem Jahr auch Vier- und Fünfjähriger erfragt wird. Dabei kam heraus, dass schon Vorschulkinder im Internet surfen.

Beim Taschengeld sind die Eltern wieder großzügiger: Es betrug im Durchschnitt 24,80 Euro im Monat - fast soviel wie im Rekordjahr 2008, als es bei 25 Euro monatlich lag. In den vergangenen zwei Jahren war das Taschengeld vor allem für die Zehn- bis 13-Jährigen knapper ausgefallen. Von den Vier- bis Fünfjährigen bekommt bereits die Hälfte (51 Prozent) eigenes Geld, und zwar durchschnittlich 12,11 Euro im Monat.

Hochgerechnet verfügen die Sechs- bis 13-Jährigen in Deutschland 2011 über 1,67 Milliarden Euro an Taschengeld (2010: 1,58 Milliarden Euro). Rechnet man Geldgeschenke zum Geburtstag oder zu Weihnachten hinzu (insgesamt knapp eine Milliarde Euro), haben die Kinder eine Kaufkraft von 2,6 Milliarden Euro.

Eltern erfüllen meist Wünsche der Kinder

Was mit dem Geld geschieht, ist vielen Kindern freigestellt: So entscheiden 85 Prozent der Sechs- bis 13-Jährigen selbstständig, wofür sie ihr Taschengeld ausgeben wollen. Verwendet wird es vor allem für Süßigkeiten, Spielzeug, Eis oder Zeitschriften. Viele Kinder (81 Prozent) sparen aber auch, insbesondere wenn es um größere Geldgeschenke geht. 75 Prozent der Kinder haben ein eigenes Sparbuch, 15 Prozent ein Girokonto.

Auch in anderen Fragen haben Kinder bereits in jungen Jahren viele Freiheiten. Vor allem was Kleidung und die Einrichtung ihres Zimmers angehe, dürften sie schon sehr früh mitbestimmen, sagte Ralf Bauer, der Leiter Markt-/Mediaforschung des Egmont Ehapa Verlags. Dass die Kinder sich immer stärker durchsetzen, sei ein Trend, den sie schon seit längerem beobachteten. “Kinder werden immer selbstbestimmter“, sagte der Verlags-Geschäftsleiter Ingo Höhn.

So sind Eltern auch meist bereit, den Wunsch der Kinder zu erfüllen, ein bestimmtes Markenprodukt zu kaufen - sowohl was Ernährung angeht als auch bei Bekleidung, Schul- oder Spielsachen. Nur beim Kauf von Handys und MP3-Playern sind die Eltern zurückhaltender, wenn die Kinder ein bestimmtes Gerät haben wollen.

Jedes vierte Vorschulkind darf an den Rechner

Neue Medien werden weiterhin intensiv genutzt, auch von jüngeren Kindern, wie die Befragung weiter ergab. So darf jedes vierte Vorschulkind bereits an den Computer, jedes fünfte surft ab und zu im Netz. Vier von fünf Kindern im Alter zwischen sechs und 13 Jahren haben Erfahrung mit dem Computer, zwei Drittel waren bereits online.

Vor allem bei den älteren Kindern (zehn bis 13 Jahre) ist der Anteil derjenigen hoch, die fast täglich ins Internet gehen. Er liegt bei 43 Prozent. Bei den Sechs- bis Neunjährigen sind es elf, bei den Vier- bis Fünfjährigen vier Prozent. Einen eigenen Computer haben 23 Prozent.

Trotz der wachsenden Bedeutung neuer Medien ist das Buch nicht out - im Gegenteil. “Kinder, die viel lesen, nutzen auch häufig das Internet“, sagte Höhn. 91 Prozent der Sechs- bis 13-Jährigen geben an, in ihrer Freizeit gerne zu lesen, 96 Prozent greifen gerne zu Zeitschriften. Vor allem bei den Mädchen ist der Anteil der Leseratten deutlich gestiegen.

Die KidsVA wird seit regelmäßig durchgeführt. Befragt wurden in diesem Jahr 1.728 Sechs- bis 13-Jährige. Außerdem wurden 394 Eltern vier- bis fünfjähriger Kinder Fragebogen vorgelegt.

dapd

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