Flugzeuge einer Kunstflugstaffel zeichnen die spanische Nationalflagge über dem Königspalast in den Himmel
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Spanien gehört zu den Ländern mit den meisten Touristen weltweit

Parlamentarische Monarchie

Spanien: Geschichte, Politik, Bevölkerung und Geografie

Spanien gehört zu den Ländern mit den meisten Touristen weltweit. Zum spanischen Staat gehören zahlreiche Inseln, darunter die Balearen im Mittelmeer und die Kanaren vor der afrikanischen Küste im Atlantik.

  • Spanien ist mit einer Größe von rund 506.000 Quadratkilometern das viertgrößte Land Europas.
  • Neben den Balearen und Kanaren gehören mit Ceuta und Melilla zwei Städte an der nordafrikanischen Küste zum spanischen Staat.
  • Die Haupt- und größte Stadt ist Madrid in Zentralspanien.

Madrid – Spanien zählt zu den größten Export- und Importnationen der Welt. Mit rund 47 Millionen Einwohnern ist es das viertgrößte Land Europas nach Russland, der Ukraine und Frankreich. Das Staatsgebiet teilt sich in 17 sogenannte Comunidades Autonomas, vergleichbar mit den deutschen Bundesländern, auf. Diese wiederum teilen sich in Provinzen – insgesamt sind es 50.

Spanien: Geschichte und Entwicklung

Die Iberische Halbinsel ist nach den Iberern benannt, die sich in früh- und vorgeschichtlicher Zeit auf dem heutigen Gebiet des spanischen Staates niederließen. Von den Phöniziern stammt der Name Spanien beziehungsweise Hispanien ab: Sie nannten das Gebiet „Ishapan“, was „Land der Klippschliefer“ bedeutet, ein dem Meerschweinchen ähnliches Höhlentier.

In der frühen spanischen Geschichte wurde das Land von verschiedenen Völkern besiedelt. Um das Jahr 200 besetzten die Römer den Westen und Süden der Iberischen Halbinsel, rund 200 Jahre später kontrollierten sie auch den Norden. Nach ihrer Niederlage im Kampf gegen die Franken in Gallien zog es die Westgoten in das heutige Spanien.

Ab 800 eroberten die Mauren die gesamte Iberische Halbinsel bis auf den äußersten Norden. Das bis dato bestehende Westgotenreich wurde vernichtet. Die jahrhundertelange Einflussnahme der Mauren schlägt sich bis heute in der spanischen Architektur und Sprache nieder. Im Jahr 722 begann die Reconquista, die Rückeroberung der maurischen Gebiete. Vollständig gelang sie erst 1492 mit dem Fall Granadas. Es schloss sich eine Zeit der Verfolgung religiöser Minderheiten an, die mit der Inquisition ihren Lauf nahm. Moslems und Juden wurden zur Taufe genötigt, „Ungläubige“ aufgespürt, bestraft und dazu verurteilt, die Iberische Halbinsel zu verlassen.

Spanien als Seemacht

Nach der Entdeckung Amerikas durch Christoph Columbus 1492 nahm Spaniens Vorherrschaft als Seemacht ihren Lauf. Insbesondere durch die Vereinigung der Königreiche Kastilien und Aragón eroberte der Staat zahlreiche Gebiete. Aragón beherrschte zu diesem Zeitpunkt bereits weite Teile des Mittelmeers, Kastilien buhlte mit Portugal um Gebiete im Atlantik.

Im Jahr 1516 bestieg das Adelsgeschlecht der Habsburger den spanischen Thron und hielt diesen bis zu seinem Untergang im Jahr 1700 inne. Unter der Habsburger Herrschaft wurde Spanien zu einer kolonialen Großmacht, die zahlreiche Überseegebiete unter ihre Flagge brachte. Dazu gehörten weite Teile von Süd- und Mittelamerika, die Philippinen und südliche Areale der USA.

Durch die Kolonialisierungen seitens Englands und Frankreichs verlor Spanien seine Vormachtstellung. Anfang des 19. Jahrhunderts eroberten die nord-, mittel- und südamerikanischen Staaten in mehreren Befreiungskriegen ihre Länder zurück. Im Spanisch-Amerikanischen Krieg gingen die letzten Besitztümer im Jahr 1898 an die USA zurück – darunter Kuba, Puerto Rico und die Philippinen.

Spanien im 20. und 21. Jahrhundert

Im Jahr 1923 rief Miguel Primo de Rivera eine Militärdiktatur aus. Diese wurde 1931 durch die Zweite Spanische Republik beendet. Putschversuche von Militärs, Aufstände und 1936 der Sieg der „Frente Popular“, einem linken Wahlbündnis, führten zu politischer Instabilität und in der Folge zum Militärputsch unter Führung von Francisco Franco.

Mithilfe der deutschen und italienischen Regierungen gewann Franco den sich an den Putsch anschließenden Bürgerkrieg. Dieser endete 1939. Nach dem Zweiten Weltkrieg, aus dem Spanien sich weitgehend heraushielt, folgte ein Wirtschaftsboom. Franco erneuerte 1947 die spanische Monarchie und ernannte Juan Carlos I. zu seinem Nachfolger und neuem Staatsoberhaupt. Dieser demokratisierte den spanischen Staat nach dem Tod Francos 1975 weitgehend. 1978 wurde Spanien zu einer parlamentarischen Monarchie.

Spanien: Das politische System

Seit 19. Juni 2014 regiert König Felipe VI. als Nachfolge von Juan Carlos I. das parlamentarische Königreich Spanien. (https://www.instagram.com/kingfelipevi/) Die Politik wird in hohem Maße von regionalen Parteien bestimmt. Die wichtigsten sind:

  • Convergència i Unió (CiU), das katalanische bürgerlich-nationalistische Parteienbündnis
  • Esquerra Republicana de Catalunya (ERC), die katalanischen Linksnationalisten
  • Partido Nacionalista Vasco (PVN), die baskisch-bürgerlichen Nationalisten

Die Parteien treten für eine höhere Autonomie ihrer Regionen ein, teilweise bis zu Unabhängigkeitsforderungen, wie im Falle der Basken und Katalanen. Die Partido Popular tritt dagegen für einen gesamtspanischen Nationalismus und die Einheit der Nation ein.

Bei den Wahlen zum spanischen Nationalparlament im Dezember 2015 waren die Stimmen auf die 350 Sitze wie folgt verteilt:

  • konservative Volkspartei (PP) – 28,7 Prozent, 123 Sitze
  • Sozialisten (PSOE) – 22,0 Prozent, 90 Sitze
  • linksorientierte Podemos – 20,7 Prozent, 69 Sitze
  • liberale Partei der Ciudadanos (C’s) – 13,9 Prozent, 40 Sitze

Die übrigen 28 Sitze gingen an kleine, zum Teil regionale Parteien. Mariano Rajoy von der PP erlangte damit erneut die absolute Mehrheit und wurde am 29. Oktober 2016 als Ministerpräsident wiedergewählt. Nach einem Misstrauensvotum im Juni 2018 führt Pedro Sánchez von der sozialistischen Partei PSOE die Regierungsgeschäfte im Rahmen einer Minderheitenregierung.

Spanien: Bevölkerung und Einwohner

In Spanien kommen circa 90 Einwohner auf einen Quadratkilometer. Das ist im europäischen Vergleich wenig. Der Großteil der Bevölkerung lebt im Großraum Madrid sowie in den Küstenregionen. Insbesondere in Zentralspanien gibt es viele Regionen mit einer sehr niedrigen Einwohnerdichte. Im Staat ist ein deutliches Stadt-Land-Gefälle zu beobachten: Rund 80 Prozent der Spanier lebten im Jahr 2018 in Städten.

Hohe Geburtenraten und Zuwanderungen führten zwischen 1999 und 2009 zu einem starken Bevölkerungsanstieg. Ende der 90er-Jahre zählte der Staat knapp über 40 Millionen Einwohner, 2009 waren es bereits mehr als 46 Millionen. Zum 1. Juli 2019 lebten 47.100.396 Menschen in Spanien.

Spanien: Geografische Lage und Landschaften

Spanien ist das größte Land auf der Iberischen Halbinsel. Es nimmt sechs Siebtel der Gesamtfläche ein. Im Norden grenzt es an Frankreich, Andorra und die Pyrenäen, im Westen an Portugal. Im Süden trennt die Straße von Gibraltar Spanien von der nordafrikanischen Küste, im Westen das Mittelmeer. Zahlreiche Inseln im Mittelmeer, vor der afrikanischen Atlantikküste und vor der marokkanischen Küste gehören ebenfalls zum spanischen Staatsgebiet:

  • Islas Chafarinas, Peñón de Alhucemas, Isla del Perejil und die Halbinsel Peñón de Vélez de la Gomera vor der Küste Marokkos
  • die Balearischen Inseln Mallorca, Menorca, Cabrera, Ibiza und Formentera
  • die Kanarischen Inseln Teneriffa, Fuerteventura, Gran Canaria, Lanzarote, La Palma, La Gomera und El Hierro sowie weitere Inseln ohne eigene Verwaltung: Lobos, La Graciosa, Alegranza, Montaña Clara, Roque del Este und Roque del Oeste

Die Geografie prägen bergige Regionen im Landesinneren, die Pyrenäen im Norden sowie Gebirgszüge an den Küstenstreifen.

Das Land teilt sich in 17 autonome Gemeinschaften, den Comunidades Autonomas auf:

  • Andalusien
  • Katalonien
  • Madrid
  • Valencia
  • Galicien
  • Kastilien und León
  • Baskenland
  • Kanarische Inseln
  • Kastilien-La Mancha
  • Region Murcia
  • Aragonien
  • Balearische Inseln
  • Extremadura
  • Asturien
  • Navarra
  • Kantabrien
  • La Rioja

Spanien: Die wichtigsten Städte im Überblick

Madrid ist die Haupt- und gleichzeitig größte Stadt Spaniens. Zu den weiteren wichtigen Städten zählen die folgenden:

  • Barcelona, 1.636.762 Einwohner
  • Valencia, 794.288 Einwohner
  • Sevilla, 688.592 Einwohner
  • Bilbao, 346.843 Einwohner
  • Malaga, 574.654 Einwohner
  • Las Palmas de Gran Canaria 379.925 Einwohner
  • Saragossa, 674.997 Einwohner
  • Murcia, 453.258 Einwohner
  • Palma de Mallorca, 416.066 Einwohner

(Stand Juli 2019)

Spanien: Die spanische Sprache

Die offizielle Amtssprache in Spanien ist Spanisch. Darüber hinaus werden von großen Teilen der Bevölkerung regionale Sprachen gesprochen:

  • Katalanisch in den autonomen Gemeinschaften Katalonien, Valencia und auf den Balearen
  • Galicisch in Galizien
  • Baskisch im Baskenland und Teilen Navarras

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