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Südfranzösisches Dorf in Küstennähe wegen Waldbrand geräumt: Wind trägt Feuer weiter

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Von: Richard Strobl, Bettina Menzel

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Waldbrände wüten in diesem Sommer in vielen Ländern in Europa. In Griechenland, Spanien, Portugal und Frankreich brennt es. Viele Urlaubsziele sind betroffen. News-Ticker.

Update vom 27. Juli, 10.28 Uhr: Der Waldbrand in Südfrankreich ist nach Angaben der Feuerwehr am Mittwochmorgen noch nicht gelöscht. Doch das Feuer wurde letzte Nacht vor dem Dorf Aumelas gestoppt, teilt die Präfektur Hérault am Mittwochvormittag mit. Eine aktuelle Luftaufnahme zeigt das deutlich.

Die ganze Nacht kämpften rund 650 Einsatzkräfte der Feuerwehr gegen die Flammen an. Fünf Feuerwehrleute sind nach Angaben des Departments bei dem Einsatz verletzt worden. Ohne Unterstützung aus der Luft sei das besonders schwer gewesen, berichten lokale Medien. Drei Wasserbomber sollen in der Früh wieder zum Einsatz kommen. Fast 800 Hektar mit Buschland und Steineichen sind verbrannt. Das Gebiet ist dünn besiedelt. Das Dorf Aumelas mit 280 Bewohnern wurde am Dienstag vorsorglich evakuiert. Nun dürfen die Bewohner wieder in ihre Häuser zurück. Feuer und Grillen sind wegen der hohen Brandgefahr weiter rund um Montpellier verboten.

Waldbrand in Südfrankreich in der Nacht kurz vor dem Dorf Aumelas gestoppt.
Waldbrand in Südfrankreich in der Nacht kurz vor dem Dorf Aumelas gestoppt. © Twitter Prefet34

Südfranzösisches Dorf in Küstennähe wegen Waldbrand geräumt: Wind trägt Feuer weiter

Update vom 26. Juli, 21.40 Uhr: Knapp 500 Feuerwehrleute haben am Dienstag in Südfrankreich erneut gegen einen Waldbrand angekämpft. Nach Angaben der Behörden mussten wegen des Feuers in der Nähe von Montpellier die Einwohner des Dorfes Aumelas ihre Häuser und Wohnungen räumen. Von Aumelas sind es rund 45 Kilometer zum Meer.

Die Flammen fraßen sich durch rund 500 Hektar Gebüsch, Wald und Weinberge in der Gegend rund 20 Kilometer von Montpellier entfernt. Der Brand wurde vom Wind weitergetragen. Zwei Löschflugzeuge waren im Einsatz. Für die Region Hérault gilt ein hohes bis sehr hohes Brandrisiko. Zuletzt hatten zwei verheerende Brände in Südwestfrankreich in der Region Gironde mehr als 20.000 Hektar Wald zerstört und tausende Menschen zur Flucht gezwungen.

Ein Flugzeug fliegt über ein brennendes Waldstück in Südfrankreich
Ein Flugzeug fliegt über ein brennendes Waldstück in Gignac im südfranzösischen Departement Hérault. © Sylvain Thomas/AFP

Update vom 26. Juli, 18.09 Uhr: In Tschechien hat sich die Lage bei dem Waldbrand im Nationalpark Böhmische Schweiz nahe der Grenze zu Sachsen dramatisch zugespitzt. Mehr als 400 Feuerwehrleute kämpften am Dienstag gegen die Flammen, wie ein Sprecher mitteilte. Sie wurden von Polizei- und Armeehubschraubern unterstützt. Der Waldbrand breitete sich auf eine Fläche von rund 30 Hektar aus. In dem Ort Mezna fingen acht Gebäude Feuer und brannten komplett aus. Fast alle Bewohner der Gemeinde Hrensko, die als Tor zum Nationalpark gilt, mussten am Dienstagmorgen ihre Häuser verlassen, sagte ein Feuerwehr-Sprecher. 

Update vom 26. Juli, 13.45 Uhr: Im Nationalpark Sächsische Schweiz tobt ein Waldbrand. Mehr als 250 Rettungskräfte sind dabei im Einsatz. Für Bad Schandau gilt ein Katastrophenalarm. Alle weiteren Informationen dazu finden Sie ab sofort in unserem News-Ticker.

Mit einem Hubschrauber wird ein Waldbrand im tschechischen Nationalpark Böhmische Schweiz in Hrensko gelöscht
Mit einem Hubschrauber wird ein Waldbrand im tschechischen Nationalpark Böhmische Schweiz in Hrensko gelöscht. ©  Robert Michael/dpa

Bundeswehr hilft: Hubschrauber bekämpfen Waldbrand in Sächsischer Schweiz

Update vom 26. Juli, 12 Uhr: Zur Bekämpfung des Waldbrandes im Nationalpark Sächsische Schweiz sollen auch vier Hubschrauber der Bundeswehr eingesetzt werden. „Wir erwarten die Maschinen noch am Dienstagmittag“, sagte ein Sprecher des Landratsamtes Sächsische Schweiz-Osterzgebirge am Dienstag auf Anfrage. Diese sollen vorrangig beim Löscheinsatz helfen.

Das Feuer hatte am Montag vom Nationalpark Böhmische Schweiz in Tschechien auf den Nationalpark Sächsische Schweiz übergegriffen. Seitdem unterstützt ein Hubschrauber der Landespolizei mit Aufklärungsflügen im Brandgebiet. Zudem wird ein Hubschrauber der Bundespolizei mit angehangenem Wassertank zum Löschen eingesetzt.

Waldbrand in Sächsischer Schweiz - Lage verschärft sich weiter

Update vom 26. Juli, 11.15 Uhr: Die Lage beim Waldbrand im Nationalpark Sächsische Schweiz hat sich verschärft. Touristen wurden dringend aufgefordert den Bereich Hintere Sächsische Schweiz zu meiden, es bestehe Gefahr für Leib und Leben, teilte das Landratsamt Sächsische Schweiz-Osterzgebirge am Dienstag mit. Für Bad Schandau sei Katastrophenalarm ausgelöst worden. Es gebe derzeit fünf Einsatzstellen rund um den Großen Winterberg.

Seit Dienstagmorgen sind 254 Feuerwehrleute und Kräfte der Bundes- und Landespolizei im Einsatz. Zur Brandbekämpfung seien auch zwei Wasserwerfer mit jeweils 10 000 Litern Fassungsvermögen und zwei Hubschrauber im Einsatz. Die Wasserversorgung erfolgt von der Elbe und der Kirnitzsch.

Das Feuer hatte am Montag vom Nationalpark Böhmische Schweiz in Tschechien auf den Nationalpark Sächsische Schweiz übergegriffen. Bereits am Montag waren 70 Kinder, die sich in einem Ferienlager in Ceska Kamenice befanden, in Bad Schandau untergebracht worden. Sie werden von den Johannitern Pirna betreut und versorgt. Sie können im Laufe des Dienstags in ihre Heimat zurückkehren.

Update vom 26. Juli, 9.34 Uhr: Der Waldbrand im Nationalpark Sächsische Schweiz hat sich ausgeweitet. Für Bad Schandau sei Katastrophenalarm ausgelöst worden, sagte ein Sprecher des Landratsamtes Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge am Dienstagmorgen. Es gebe jetzt fünf Einsatzstellen rund um den Großen Winterberg. Zur genauen Fläche, die in dem unwegsamen, felsigen Gebiet in Flammen steht, konnte der Sprecher keine Angaben machen. Touristen sollten die hintere Sächsische Schweiz meiden.

Waldbrand im Nationalpark Sächsische Schweiz – Katastrophen-Alarm für Bad Schandau ausgerufen

Die Einsatzkräfte hätten sich zu ihrem eigenen Schutz in der Nacht zurückgezogen. Seit Dienstagmorgen 6.00 Uhr laufe die aktive Brandbekämpfung mit frischen Einsatzkräften. Derzeit seien 250 Feuerwehrleute und Kräfte der Bundes- und Landespolizei im Einsatz. Zur Brandbekämpfung seien auch zwei Wasserwerfer mit jeweils 10 000 Litern Fassungsvermögen und zwei Hubschrauber im Einsatz. Die Wasserversorgung erfolge etwa von der Elbe.

Waldbrand in Tschechien nicht unter Kontrolle: Katastrophen-Voralarm in Sächsischer Schweiz

Update vom 26. Juli, 7.40 Uhr: Der Waldbrand in Tschechien ist weiterhin nicht unter Kontrolle, berichtet der MDR. Der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge löste demnach den Katastrophen-Voralarm* für die Gemeinden Sebnitz und Bad Schandau im Nationalpark Sächsische Schweiz aus. 

Wohngebiete seien von den Flammen nach bisherigen Erkenntnissen aber nicht betroffen. Das Feuer hatte am Montagabend die Sächsische Schweiz erreicht.

*Der Katastrophenvoralarm wird ausgelöst, wenn für ein Gebiet eine Katastrophe absehbar eintreten wird. Der Voralarm dient der Organisation. Die zuständige Katastrophenschutzbehörde ordnet Maßnahmen an, das Schlimmste abzuwenden (Vgl. Sächs. Katastrophenschutzgesetz § 17).

Feuer im Nationalpark Böhmische Schweiz: Blick auf den Waldbrand im tschechischen Nationalpark Böhmische Schweiz in Hrensko nahe der Grenze zu Sachsen.
Der Waldbrand im Nationalpark der Böhmischen Schweiz (Tschechien) breitet sich Richtung Sachsen auf der deutschen Seite aus. © Robert Michael/dpa

Update vom 25. Juli, 22.16 Uhr: Südeuropa kommt nicht zur Ruhe: Auch zum Wochenstart kämpfen Einsatzkräfte in mehreren Urlaubsländern gegen Waldbrände. Zumindest in Frankreich und Spanien entspannte sich die Lage etwas - auch auf der Urlaubsinsel Teneriffa. Das Feuer verliere an Kraft und es gebe Hoffnung, dass die Flammen in Kürze unter Kontrolle gebracht werden könnten, zitierte die Zeitung El Día Inselpräsident Pedro Martín am Montag.

Anders sieht die Situation in Griechenland aus: In dem schwer von Waldbränden getroffenen Land ging der Kampf gegen die Flammen am Montag weiter. Einzig bei dem Feuer, das seit fünf Tagen im Nationalpark Dadia im Nordosten Griechenlands lodert, gab es leichte Entspannung. Dort regnete es am Montag, allerdings nur leicht. Auf der Insel Lesbos, der Halbinsel Peloponnes, der Halbinsel Chalkidiki und nahe der kretischen Hauptstadt Rethymno hingegen gab es bei den Bränden keine Entwarnung.

Spanien: Ein Haus in Santibáñez del Val brennt. Der Waldbrand brach am Sonntag aus und die Geschwindigkeit, mit der sich die Flammen ausbreiteten, zwang zur Evakuierung von Menschen in fünf Ortschaften.
Spanien: Dort wo die Flammen erfolgreich bekämpft werden konnten, hinterließen sie Zerstörung, wie etwa im kleinen Örtchen Santibáñez del Val in der spanischen Provinz Burgos. ©  Tomás Alonso/EUROPA PRESS/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Die Hitzewelle in Europa ist indes nicht zu Ende. Auf dem spanischen Festland in Murcia, Córdoba oder Sevilla gab es am Montag erneut eine Hitzewarnung.

Flammen aus Tschechien greifen auf deutsches Gebiet über

Update vom 25. Juli, 20.40 Uhr: Mehr als 150 Feuerwehrleute mit 54 Fahrzeugen kämpfen im tschechischen Nationalpark Böhmische Schweiz aktuell gegen die Flammen. Die Felsenlandschaft nahe der Elbe grenzt an die Sächsische Schweiz auf deutscher Seite. Am Montag griff das Feuer nahe der Grenze zu Sachsen dann auch auf die deutsche Seite über. Um 16.20 Uhr bestätigte dies die lokale Feuerwehr in einer Mitteilung.

Ein aktuelles Video der tschechischen Feuerwehr aus Rumburk, geteilt von dem freien Reporter Julius Geiler, zeigt das Übergreifen der Flammen auf die deutsche Seite. „Der Rauch zieht bis nach Görlitz“, schreibt Geiler. Die Feuer sind nicht unter Kontrolle, Wind facht die Flammen immer wieder an und das schwer zugängliche Gelände erschwert die Löscharbeiten.

Löscharbeiten im Nationalpark Böhmische Schweiz in Tschechien bei Hrensko. Am Montag griffen die Flammen auch auf die deutsche Seite über (Archivbild, Sonntag 24. Juli).
Löscharbeiten im Nationalpark Böhmische Schweiz in Tschechien bei Hrensko. Am Montag griffen die Flammen auch auf die deutsche Seite über (Archivbild, Sonntag 24. Juli). ©  Hájek Ondøej/CTK/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Waldbrände in Frankreich: Mindestens drei der Feuer durch Brandstiftung entstanden

Update vom 25. Juli, 18.03 Uhr: In Frankreich sind mindestens drei Waldbrände durch Brandstiftung entstanden. Darunter einer der größten und noch immer nicht gelöschten Brände in der Region Gironde. Dort waren zeitweise 2000 Feuerwehrleute sowie Löschflugzeuge und Hubschrauber im Einsatz, rund 20.000 Hektar Land wurden zerstört. Zunächst konnte die Polizei einen Tatverdächtigen festnehmen, mussten ihn aus Mangel an Beweisen wieder freilassen.

Bei den beiden in der vergangenen Woche in der Bretagne ausgebrochenen Bränden hatten Brandexperten die Ausgangspunkte der Feuer analysiert. Sie seien „ohne Zweifel menschlichen Ursprungs“, so die örtliche Staatsanwältin Carine Halley am Montag. Brandstiftung ist eine häufige Ursache für Feuer. Etwa jeder sechste Waldbrand (16,8 Prozent) geht in Deutschland auf Brandstiftung zurück. Das geht aus einer Statistik für das Jahr 2021 des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft hervor. Rund ein Viertel der Brände entsteht durch Fahrlässigkeit.

frankreich waldbrände  Pyla sur Mer Gironde Südwesten brandstiftung
Ein verbranntes Auto in einem vom Waldbrand verwüsteten Wald in der Nähe von Pyla sur Mer in der Gironde im Südwesten Frankreichs. Ein Jäger geht am Samstag (23. Juli) an dem Wrack vorbei, er ist auf dem Weg Wasserstellen für Wildtiere einzurichten. ©  Philippe LOPEZ / AFP

Waldbrand im Süden an Westfront und im Nordwesten unter Kontrolle

Update vom 25. Juli, 16.14 Uhr: Gute Nachrichten gibt es von der griechischen Insel Lesbos. Der Waldbrand im Süden der beliebten Urlaubsinsel sei an der Westfront und im Dorf Stavros im Nordwesten unter Kontrolle, berichten griechische Medien unter Berufung auf den stellvertretenden Leiter des Zivilschutzes von West-Lesbos. Löschflugzeuge seien weiter in der Gegend von Rogada im Einsatz. Die Sorge ist jedoch weiterhin groß, dass der Wind die Flammen wieder anfachen könnten.

Brände in Griechenland: Polizei sucht nach potenziellen Brandstiftern

Update vom 25. Juli, 15.02 Uhr: In Griechenland kämpfen Feuerwehrleute, Militär und Freiwillige am Boden und aus der Luft auf den Inseln Euböa und Lesbos sowie auf der Halbinsel Chalkidiki gegen die Flammen. In der Region Evros brennt den fünften Tag in Folge der Wald im Nationalpark. Auch auf Kreta nahe der Hauptstadt Rethymno brach im Laufe des Tages wieder ein Brand aus. Die Löscharbeiten im Westen der Halbinsel Peloponnes dauerten am Montagnachmittag noch an. Dort brennt es seit Sonntag.

Indes suchen die griechischen Behörden nach potenziellen Brandstiftern. Auf der Insel Euböa soll ein 63-jähriger Mann festgenommen worden sein, der im Verdacht steht, für die jüngsten Brände auf der Insel verantwortlich zu sein.

Waldbrand auf Urlaubsinsel Teneriffa „stabilisiert“

Update vom 25. Juli, 12:09 Uhr: Der Waldbrand auf der spanischen Kanaren-Insel Teneriffa hat an Intensität nachgelassen. Das Feuer verliere an Kraft und es gebe Hoffnung, dass die Flammen in Kürze unter Kontrolle gebracht werden könnten, zitierte die Zeitung El Día Inselpräsident Pedro Martín am Montag.

Nach offiziellen Angaben vom Sonntag zerstörten die Flammen bereits mehr als 2150 Hektar. Rund 150 Brandbekämpfer waren im Einsatz. Höhere Luftfeuchtigkeit und nachlassender Wind erleichterten ihre Arbeit. Auch die Temperaturen lagen mit rund 30 Grad nicht mehr so extrem hoch wie zuvor.

Waldbrände in Spanien
Ein Löschhubschrauber schüttet Wasser auf einen Waldbrand (Foto vom 23. Juli) © Europa Press/dpa/picture alliance

Die vielen anderen Waldbrände der vergangenen Wochen in Spanien wurden unterdessen gelöscht oder weitgehend unter Kontrolle gebracht.

Waldbrände in Griechenland: Feuer auf Lesbos noch immer außer Kontrolle

Update vom 25. Juli, 10:40 Uhr: In Griechenland haben große Waldbrände auch in der Nacht zum Montag weiter gewütet. Im Nordosten des Landes brannte es im Nationalpark Dadia den fünften Tag in Folge. Dort waren 320 Feuerwehrleute mit 68 Löschzügen, sechs Löschflugzeugen, zwei Hubschraubern unterstützt vom Militär im Einsatz. Im Südteil der Insel Lesbos konnte das Feuer ebenfalls noch nicht unter Kontrolle gebracht werden. Dort sollen bereits Tausende Hektar Fläche verbrannt sein, berichtete die Tageszeitung Kathimerini. Auf der Halbinsel Peloponnes brach am Sonntag im westlich gelegenen Regionalbezirk Ilia ein großer Brand aus.

Waldbrände in Kalifornien
Ein Tankflugzeug wirft Löschmittel ab, um die Ausbreitung des Oak Fire in Mariposa County, Kalifornien, zu verhindern. (Foto vom 24. Juli 2022) © Noah Berger/dpa/picutre alliance

Ein am Freitag in der Nähe des Yosemite Nationalparks im US-Bundesstaat Kalifornien ausgebrochener Waldbrand hat sich weiter ausgebreitet. Mittlerweile seien über 6000 Hektar Land betroffen und das Feuer sei weiterhin nicht eingedämmt, erklärte das kalifornische Ministerium für Forstwirtschaft und Feuerschutz am Sonntag. Über 2000 Feuerwehrleute sind zusammen mit 17 Löschhubschraubern im Einsatz, um die Flammen einzudämmen. Das sogenannte Oak Fire wütet vor allem im Bezirk Mariposa östlich von San Francisco und hat bereits zehn Häuser zerstört und fünf weitere beschädigt. Mehr als 6000 Menschen wurden laut einem Sprecher der kalifornischen Feuerwehr evakuiert.

Waldbrände in Slowenien: Blindgänger aus dem Ersten Weltkrieg erschweren Löscharbeit

Update vom 24. Juli, 22:28 Uhr: Die Hitzewelle in Europa führt auch in Slowenien zu extremen Waldbränden. Seit Tagen kämpfen die Feuerwehrleute dort gegen die Flammen. Im slowenischen Karstgebiet haben am Sonntag 2000 Feuerwehrleute, Zivilschützer und freiwillige Helfer die Waldbrände bekämpft. „Es wurden unmenschliche Anstrengungen unternommen, aber jetzt rückt ein Ende des Einsatzes näher“, erklärte Verteidigungsminister Marjan Sarec.

Die Winde in der Region hatten die Flammen immer wieder neu entfacht und den Einsatzkräften so besonders zu schaffen gemacht. Zudem erschwerten Blindgänger aus dem Ersten Weltkrieg die Löscharbeiten. Um die Menschen am Boden nicht unnötig zu gefährden, setzte die slowenische Feuerwehr daher vermehrt auf Brandbekämpfung aus der Luft.

Die Kollegen aus Italien hatten am Wochenende in der Nähe von Görz an der Grenze zu Slowenien ein Übergreifen der Flammen befürchtet und vorsorglich hunderte Menschen in Sicherheit gebracht.

Waldbrände in Griechenland: Feuer auf der Insel Lesbos vom Weltall aus zu sehen

Update vom 24. Juli, 19.40 Uhr: Auf der griechischen Insel Lesbos wüteten die Feuer auch am Sonntag unkontrolliert weiter. Die Rauchentwicklung war dort so stark, dass sie vom Weltall aus zu sehen war. Das teilte das europäische Erdbeobachtungssystem Copernicus auf Twitter mit und postete ein entsprechendes Satellitenbild.

Im Nordosten Griechenlands verbrannten indes unzählige Hektar des Dadia-Nationalparks. Militär und Forstarbeiter bemühten sich, Schneisen in die Pinienwälder zu schlagen und dadurch die weitere Ausbreitung der Flammen zu verhindern. Zwischenzeitlich waren mehr als 320 Feuerwehrleute mit 68 Löschzügen im Einsatz.

Die extremen Temperaturen in Europa sorgen vielerorts für Dürre, Brände und Hitzetote. Spanien beklagt die schlimmste Hitzewelle seit den 1950er-Jahren. Bis Ende Juli verbrannten dort bereits mehr Hektar Wald, als in jedem anderen Jahr seit Beginn der Datenerfassung. In Portugal herrscht die schlimmste Dürre seit rund 20 Jahren und mehr als 1000 Menschen starben bereits an der extremen Hitze. Italien leidet neben den Feuern auch unter dem extremem Wassermangel.

Brände in Griechenland: Unkontrollierte Feuer auf der Insel Lesbos und im Dadia-Nationalpark

Update vom 24. Juli, 15.10 Uhr:  Die gewaltigen Brände auf der Insel Lesbos und im Dadia-Nationalpark im Nordosten Griechenlands haben auch am Sonntag unkontrolliert gewütet. Auf Lesbos wurden am Mittag die Bewohner des Dorfes Vrisa auf der Südseite der Insel dazu aufgerufen, die Ortschaft zu verlassen.

Brände wüten in Griechenland: Küstenort evakuiert

Häuser und Autos fielen den Flammen zum Opfer. Binnen 24 Stunden wurden in ganz Griechenland 141 Brände registriert, wie die Feuerwehr mitteilte. Landesweit sollen dem Zivilschutz zufolge aktuell so gut wie alle verfügbaren Löschhubschrauber und -flugzeuge im Einsatz sein. In Spanien entspannte sich die Lage - abgesehen von der Kanaren-Insel Teneriffa.

Feuer auf Teneriffa: Mehrere Gemeinden evakuiert

Unter anderem brannte ein Umspannwerk der staatlichen Elektrizitätsgesellschaft in der Nähe der Stadt Larisa in Thessalien. Auch am westlichen Rand der Hauptstadt Athen musst wieder gelöscht werden. Für Montag schätzte die Feuerwehr die Brandgefahr weiterhin als hoch bis sehr hoch ein. Meteorologen kündigten bis Anfang August hohe Temperaturen von bis zu 40 Grad und Trockenheit an.

In Spanien entspannte sich die Lage zwar, doch die Serie der Waldbrände nahm kein Ende. Sorgen bereitete am Sonntag ein Feuer auf Teneriffa. Auf der bei Touristen beliebten Insel hätten die Flammen bereits mehr als 2150 Hektar zerstört, sagte Regionalpräsident Ángel Víctor Torres am späten Samstagabend. 585 Bewohner von La Guancha und von vier weiteren Gemeinden im Norden der Insel seien in Sicherheit gebracht worden.

Bei der Bekämpfung des Feuers hätten die rund 150 Einsatzkräfte zuletzt auch dank höherer Luftfeuchtigkeit und schwächerer Winde große Fortschritte gemacht. Der für Sonntag und Montag angekündigte Temperaturanstieg auf bis zu 38 Grad mache aber Sorge. „Wir müssen das Feuer daher so schnell wie möglich löschen“, sagte Torres.

Italien bereitet sich aus Übergreifen von Slowenien-Feuer vor

Unterdessen wurden in Italien in der Nähe von Görz (Gorizia) an der Grenze zu Slowenien rund 350 Menschen in Sicherheit gebracht. Grund sei der Brand in Slowenien, der wegen des starken Windes auf Italien übergreifen könnte, teilte die Feuerwehr in der Nacht zu Sonntag mit. Betroffen war der Ort Savogna d‘Isonzo.

Waldbrand erreicht Badeort in Griechenland: Strand und Hotels evakuiert

Erstmeldung vom 24. Juli: Athen - Im Süden Europas wüten weiter Waldbrände. Besonders heftig trifft es aktuell auch Griechenland. Ein großer Brand zerstörte den Wald des Dadia-Nationalparks, eines der größten Waldgebiete im Südosten Europas. Ein zweiter großer Brand tobte auf der Südseite der Ferieninsel Lesbos. Der Zivilschutz ordnete die Evakuierung der Küstenstadt Vatera an. 

Feuer in Griechenland: Beliebter Badeort muss evakuiert werden

Am Samstag erreichte der Waldbrand und die dementsprechend starke Rauchentwicklung den bei Touristen beliebten Badeort. Zwei Hotels und mehr als 90 Häuser mussten evakuiert werden, berichtet die Tagesschau unter Verweis auf die örtliche Polizei. Insgesamt seien 450 Menschen in Sicherheit gebracht worden.

Bereits zuvor hatte die Küstenwache mitgeteilt, dass sie den Strand evakuiert habe. Nach dpa-Angaben hatten Einwohner von Vatera hier Schutz gesucht.

Mindestens zehn Häuser des Dorfes wurden beschädigt, berichteten örtliche Medien.

Waldbrände wüten in Griechenland - Einsatzkräfte am Limit

Schwierig blieb die Lage im Naturschutzgebiet von Dadia im Nordosten Griechenlands. Die Flammen zerstörten einen Biotop, wo zahlreiche Greifvögel und Wildtiere leben. Das Gelände ist dicht bewaldet, es gibt kaum Straßen. Aus diesem Grund versuche die Feuerwehr, aus der Luft mit Löschflugzeugen und Hubschraubern die Flammen einzudämmen, teilte ein Sprecher der Feuerwehr am Samstagnachmittag mit.

Der größte Teil der 86 Löschflugzeuge und Hubschrauber Griechenlands sei im Einsatz gegen die Flammen, so der Zivilschutz. Kleinere Brände tobten auf der Halbinsel Peloponnes, berichtete der staatliche griechische Rundfunk.

Trockenheit und hohe Temperaturen würden in den kommenden Tagen fast alle Landesteile Griechenlands heimsuchen und „die perfekte Kulisse“ für weitere Brände schaffen, warnten Meteorologen im Rundfunk. In Mittelgriechenland herrschten bereits am frühen Samstagmorgen Temperaturen um die 38 Grad. Stellenweise sollen die Thermometer am Nachmittag Werte von mehr als 40 Grad Celsius zeigen, teilte das Meteorologische Amt mit. Noch heißer soll es Anfang der nächsten Woche werden, die Hitze werde bis Anfang August andauern, hieß es. (dpa/rjs)

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