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Proteste in Spaniens Hauptstadt Madrid am Pfingstwochenende.

Nach Juan Carlos' Abdankung

Spanier wollen Referendum über Monarchie

Madrid - Dass nach König Juan Carlos' Abdankung Kronprinz Felipe den spanischen Thron besteigt, gilt als ausgemacht.  Doch Tausende Spanier protestieren: Sie wollen ein Referendum über die Abschaffung der Monarchie.

Tausende Spanier haben am Wochenende für eine Volksbefragung über die Fortführung der Monarchie demonstriert. Vor allem in Madrid und Barcelona, aber auch in anderen spanischen Großstädten wie Valencia, Zaragoza und Palma de Mallorca forderten viele Menschen ein Ende der Königsherrschaft.

Seitdem Juan Carlos I. (76) am vergangenen Montag überraschend als König abgedankt hatte, fanden bereits mehrere Protestkundgebungen statt, die sich gegen die automatische Thronbesteigung durch Kronprinz Felipe (46) aussprachen. Tatsächlich scheint nach den jüngsten Skandalen im spanischen Königshaus nur noch eine knappe Mehrheit der Spanier die einst so beliebte Krone zu unterstützen.

Laut einer am Sonntag von der spanischen Tageszeitung „El Pais“ veröffentlichten Umfrage sprechen sich 62 Prozent der Spanier für eine Abstimmung über die Zukunft der Monarchie aus. Auch verschiedene Linksparteien forderten bereits öffentlich ein Referendum.

Ob eine solche Befragung allerdings das Ende der Monarchie in Spanien einläuten würde, ist unklar. Die Zeitungsumfrage von „El Pais“ ergab, dass knapp die Hälfte der Spanier eine Monarchie unter dem neuen König Felipe VI. unterstützen würde, während sich 36 Prozent klar für eine Republik als Staatsform aussprechen. Auch Umfragen anderer Zeitungen bestätigten am Sonntag, dass die Monarchisten in Spanien noch eine knappe Mehrheit bei einer Abstimmung erreichen könnten.

Die Befragungen zeigen allerdings auch, wie gespalten Spaniens Bevölkerung in der „Königsfrage“ ist. Dennoch wird Kronprinz Felipe wohl am 19. Juni mit der überwältigenden parlamentarischen Mehrheit der pro-monarchistischen Großparteien zum neuen König ernannt werden. Die regierenden Konservativen und die sozialistische Opposition repräsentieren über 80 Prozent des Parlaments.

Jedoch haben die Europawahlen Mitte Mai gezeigt, dass sich die politischen Machtverhältnisse und damit auch die politische Unterstützung einer parlamentarischen Monarchie als Staatsform stark reduziert haben. Bei den Europawahlen gewannen in Spanien vor allem die Linkspartei und die ebenfalls anti-monarchistische separatistische Regionalpartei an Stimmen. Konservative und Sozialisten konnten erstmals nicht mehr 50 Prozent der Stimmen auf sich vereinen und verloren 30 Prozent ihrer Wähler.

kna

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