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Tausende Menschen sitzen an den Flughäfen fest.

Spanische Armee übernimmt Luftraum-Kontrolle

Madrid - Nach dem inoffiziellen Streik der Fluglotsen haben die spanischen Streitkräfte die Kontrolle über den Luftraum des Landes übernommen. Nun hat die Regierung mit Ausrufung des Notstands gedroht.

Das teilte der stellvertretende spanische Ministerpräsident Alfredo Pérez Rubalcaba am Freitag mit. Sollten nicht ausreichend Fluglotsen am Samstag wieder zur Arbeit erscheinen, um den normalen Flugbetrieb wieder herzustellen, werde die Regierung den Notstand ausrufen. In diesem Fall wären die Fluglotsen dazu gezwungen, ihre Tätigkeit wieder aufzunehmen, wie der Politiker erklärte. Fluglotsen, die nicht zur Arbeit erscheinen, würden strafrechtlich verfolgt.

Wegen des Fehlens der Fluglotsen hatten am Freitag acht spanische Flughäfen schließen müssen. 90 Prozent ihrer Fluglotsen hätten entweder ihre Arbeitsplätze verlassen oder seien nie aufgetaucht, teilte die Flughafenbehörde AENA mit.

Hintergrund ist offenbar ein nicht erklärter Streik der Fluglotsen, die schon seit langem mit der AENA in Verhandlungen über ihre Löhne, die Arbeitsbedingungen und Vergünstigungen stehen. Die Fluglotsengewerkschaft hatte bereits vor Wochen mitgeteilt, dass ihre Mitglieder die Maximalarbeitszeit für dieses Jahr erreicht hätten.

Kurioses zwischen Himmel und Erde

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Nur wenige Stunden vor dem mutmaßlichen Ausstand hatte die Regierung von Ministerpräsident José Luis Rodriguez Zapatero weitere Sparmaßnahmen gebilligt, um den zunehmenden Druck der Anleger angesichts der angespannten Haushaltslage zu entschärfen. Vorgesehen ist unter anderem die teilweise Privatisierung von Flughäfen.

Ein Teil der Fluglotsen nahm die Arbeit am späten Freitagabend wieder auf. In Barcelona konnten dadurch mehrere Flugzeuge am frühen Samstagmorgen starten. Rubalcaba erklärte allerdings, einige der Fluglotsen, die an ihre Arbeitsplätze zurückgekehrt seien, weigerten sich, ihre Tätigkeit auszuüben.

Iberia und Lufthansa setzen Flüge aus

Von den Schließungen am Freitag betroffen waren unter anderem der Großflughafen von Madrid und Flughäfen in den beliebten Urlaubszielen Ibiza, Palma de Mallorca und Menorca.

Wann die Flughäfen wieder geöffnet würden, war zunächst nicht bekannt. Die spanische Fluggesellschaft Iberia teilte mit, alle Flüge von und nach Madrid würden bis mindestens 11.00 Uhr am Samstag ausgesetzt. Die deutsche Lufthansa strich am Freitagabend sechs Flüge von Deutschland nach Spanien, wie ein Sprecher der Nachrichtenagentur dapd sagte. Beim Überfliegen des Landes könne es zudem zu Verspätungen kommen.

Das Fehlen der Fluglotsen löste kurz vor einem Nationalfeiertag in Spanien ein Reisechaos aus. Mindestens 330.000 Passagiere saßen fest. Viele Menschen mussten entweder nach Hause zurückkehren oder sich in Hotels einbuchen.

 “Es ist eine Gemeinheit“, sagte die 35-jährige Marcela Vega, die mit ihrem Mann und zwei Kindern nach Chile fliegen wollte. “Wie kann eine Gruppe Menschen so egoistisch sein, um die Pläne von so vielen Leuten zu zerstören?“

dapd

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